
Lötarbeiten leicht selbst erledigen
Beim Löten werden metallische Bauteile mithilfe von flüssigem Lot stoffschlüssig verbunden. Für Elektronikarbeiten wird ausschließlich das Weichlöten unter 450 °C angewendet – eine fachgerechte Lötstelle leitet Strom und Wärme optimal. Mit der folgenden Anleitung lernst Du das Löten und fügst Drähte oder Bauteile auf Platinen ganz einfach selbst zusammen.
Inhaltsverzeichnis
Schritt 1: Das richtige Material
- Lötgerät: Ein feiner Elektronik-Lötkolben (ca. 30–50 Watt) oder eine regelbare Lötstation mit bleistiftförmiger Dauerlötspitze.
- Lötzinn (Lot): Verwende aus Gesundheitsschutz- und Umweltgründen (EU-RoHS-Richtlinie) ausschließlich bleifreies Elektronik-Lötzinn mit einer Stärke von 0,8 bis 1,5 mm.
- Flussmittel: Achte darauf, dass das Lötzinn eine Seele aus Flussmittel (meist Kolophonium) enthält. Es entfernt Oxidationen und lässt das Zinn sauber fließen.
- Optionales Werkzeug: Eine Entlötpumpe oder Lötsauglitze zum Korrigieren von Fehlern.
Wichtig: Tipp zum sicheren Löten
Beim Löten entstehen Dämpfe durch das schmelzende Flussmittel. Arbeite immer bei sehr guter Belüftung oder nutze eine Lötrauchabsaugung. Die Lötspitze nicht mit bloßen Händen berühren (Verbrennungsgefahr!).

Schritt 2: Das Löten vorbereiten
- Reinigung: Die Kontaktflächen auf der Platine und die Anschlüsse der Bauteile müssen fett-, staub- und oxidfrei sein.
- Arbeitsplatz sichern: Eine hitzebeständige Unterlage auslegen und den Lötkolben in einer geeigneten Halterung ablegen.
- Lötspitze verzinnen: Lötkolben anheizen, die heiße Spitze kurz an einem feuchten Messingschwamm reinigen und mit etwas Lötzinn benetzen (verzinnen).
- Bauteile fixieren: Bauteile durch die Bohrungen stecken und die Beinchen auf der Rückseite leicht verbiegen, damit nichts wackelt.

Schritt 3: Richtig löten lernen
- Erwärmen: Halte die heiße Lötspitze gleichzeitig an das Bauteilbeinchen und das Lötpad auf der Platine (ca. 1–2 Sekunden vorheizen).
- Lötzinn zuführen: Führe das Lötzinn an die Lötstelle heran (nicht direkt an die Lötspitze!). Das Zinn schmilzt durch die Wärme der Bauteile und fließt um den Kontakt.
- Lötzinn entfernen: Ziehe zuerst das Lötzinn zurück.
- Lötkolben entfernen: Nimm unmittelbar danach den Lötkolben ab.
- Abkühlen lassen: Die Lötstelle ca. 3–5 Sekunden ruhen lassen, ohne das Bauteil zu bewegen.
Ergebniskontrolle: Eine gelungene Lötstelle umschließt den Draht kegelförmig (Hohlkehle) und schimmert leicht matt bis seidenglänzend. Eine ungleichmäßige, klumpige Stelle deutet auf eine fehlerhafte „kalte Lötstelle“ hin.

Schritt 4: Fehlerhafte Kontakte entlöten
Fehlerhafte Lötstellen lassen sich einfach korrigieren:- Entlötlitze: Drücke das feine Kupfergeflecht mit der Lötspitze auf die Lötstelle. Das flüssige Zinn wird durch Kapillarwirkung von der Litze aufgesaugt.
- Entlötpumpe: Erhitze die Lötstelle mit dem Lötkolben, setze die gespannte Pumpe an und sauge das flüssige Lot per Knopfdruck ab.
Mit dieser Anleitung bist Du auf das richtige Löten beim Elektronik-Basteln vorbereitet.
