
Kamin selber bauen – Schritt für Schritt
Ein eigener Kamin sorgt für wohltuende Wärme und setzt einen stilvollen Akzent im Wohnzimmer. Dank moderner Kaminbausätze können Sie sich diesen Traum in Eigenregie erfüllen und das Design auf Ihr Zuhause abstimmen. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, worauf es bei Planung und Aufbau ankommt.
Inhaltsverzeichnis
- Materialliste
- Werkzeugliste
- Die Bürokratie
- Die richtige Stelle finden
- Brandschutzplatten
- Kamin zeichnen
- Sockel mauern
- Kamin einsetzen
- Ofenrohr anschließen
- Kamin verkleiden
- Der letzte Schliff
Schritt 1: Die Bürokratie
- Vorher auf geltende Normen achten und mit dem zuständigen Bezirksschornsteinfeger sprechen
Bevor Sie ein Modell kaufen oder Werkzeug ansetzen, ist das Gespräch mit Ihrem zuständigen Bezirksschornsteinfeger Pflicht. Er prüft die Statik, die Verbrennungsluftversorgung sowie den Schornsteinanschluss und gibt das Projekt frei. Werfen Sie zudem einen Blick in die Landesbauordnung (BauO) und beachten Sie das Bundesimmissionsschutzgesetz (BIMSchV). Ihr gewählter Kamin muss den aktuellen DIN- und EN-Normen entsprechen.

Schritt 2: Material und Werkzeug zusammenstellen
Wenn Sie den Kaminofen bauen, sollten Sie überprüfen, ob Sie das folgende Werkzeug bereits im Haus haben und ggf. fehlende Teile nachkaufen:
- Wasserwaage
- Zollstock
- Spachtel oder Maurerkelle
- Bohrmaschine, Kernbohrer oder Steinbohrer
- Evtl. Malerutensilien
Beim Material ist es mit dem Kaminbausatz nicht getan. Folgendes Material sollten Sie vorab besorgen:
- Kaminbausatz
- Ofenrohrsatz (falls nicht im Kaminbausatz enthalten)
- Brandschutz-Set
- Feuerfester Mörtel
- Evtl. Farbe

Schritt 3: Die richtige Stelle finden
- Externer Schornstein kann nachgezogen werden
Ehe Sie Ihren Kaminofen bauen können, müssen Sie sichergehen, dass sich der zukünftige Standort am Schornstein Ihres Hauses befindet. Ist dies nicht möglich, müssen Sie einen Schornstein bauen, wobei Sie eine Baugenehmigung benötigen. Überprüfen Sie auch die Statik Ihres Wohnzimmers: Ein gemauerter Kamin ist schwer. Im Zweifelsfall ziehen Sie einen Statiker hinzu, der Ihr Zimmer und den Schornstein überprüft.

Schritt 4: Brandschutzplatten
- Wände und Boden mit Brandschutzplatten schützen
Da der Kamin große Wärme freisetzen wird, müssen Sie Ihre Wände entsprechend schützen. Besonders empfehlenswert sind Brandschutz-Sets, die Sie gemeinsam mit Ihrem Kaminbausatz erwerben können. Alternativ verwenden Sie Dämm- oder Brandschutzplatten, die Sie an der Wand hinter dem Kamin anbringen.
Denken Sie auch an den Boden: Es kann immer zu Funkenflug kommen, wenn Sie später die Frontscheibe des Kamins öffnen, z. B. um Holz nachzulegen. Verwenden Sie auch vor dem Kamin eine wärmedämmende Funkenschutzplatte aus Glas oder Metall.

Schritt 5: Kamin zeichnen
- Zeichnen Sie auf den Milimeter genau
Ehe Sie Ihren Kamin bauen, müssen Sie seinen Umriss zunächst an die Wand zeichnen. Es ist von größter Wichtigkeit, dass Wandfutter und Ofenrohr exakt positioniert sind – ansonsten wird der Kamin nicht richtig ziehen. Bei der Markierung der richtigen Stelle ist Millimeterarbeit gefragt.

Schritt 6: Sockel mauern
- Fundament auf Brandschutzplatte mauern
Nun beginnen Sie unten mit der eigentlichen Arbeit und mauern den Sockel auf der Brandschutzplatte. Hier genügt eine Lage Ziegelsteine, wenn der Kamin daraufgestellt wird. Manche Bausätze sind so konstruiert, dass unter dem eigentlichen Kamin das Holz gelagert wird. Achten Sie auf die Anweisungen in der Beilage. Möchten Sie auf eigene Faust eine Ablage für das Holz bauen, achten Sie darauf, dass die Konstruktion später fest genug ist, um das Gewicht des Kamins auszuhalten.

Schritt 7: Kamin einsetzen
- Kamin auf den Sockel setzen
- Mit Wasserwaage überprüfen
Ist der Sockel trocken, stellen Sie den eigentlichen Kamin darauf. Die meisten Kamine in Kaminbausätzen verfügen über verstellbare Füße. So können Sie die Höhe leicht variieren. Achten Sie darauf, dass alle vier Füße exakt gleich sind und der Kamin waagerecht steht. Nehmen Sie eine Wasserwaage zur Hilfe.

Schritt 8: Ofenrohr anschließen
Achtung: Bei System- oder Keramikschornsteinen unbedingt einen Fachbetrieb hinzuziehen! Ein falscher Schlag kann die Innenseele des Schornsteins zerstören.Jetzt folgt der entscheidende Schritt: der Anschluss an den Schornstein. An der zuvor exakt markierten Stelle wird die Öffnung für das Ofenrohr gesetzt.
- Präzise bohren: Nutzen Sie für das Loch am besten einen Kernbohrer oder bohren Sie den Kreis engmaschig mit einem Steinbohrer (ohne Schlag!) vor und stemmen das Material vorsichtig heraus.
- Wandfutter einputzen: Setzen Sie das passende Wandfutter (auch Doppelwandfutter genannt) in die Öffnung ein und fixieren Sie es lückenlos mit feuerfestem Kaminmörtel oder Feuerfestkleber.
- Aushärten lassen: Lassen Sie den Mörtel vollständig trocknen, bevor Sie das Ofenrohr einsetzen und den Kaminofen anschließen.

Schritt 9: Kamin verkleiden
- Abschluss mit der ausgesuchten Verkleidung vollziehen
Wichtig: Bevor Sie das erste Kaminfeuer entfachen, muss die Anlage zwingend vom Schornsteinfeger abgenommen und freigegeben werden.

Schritt 10: Der letzte Schliff
- Farbe an den Rest des Raumes anpassen?
- Lagerplatz für Holz und Zubehör schaffen
Wollten Sie den Kamin selber bauen, damit er sich optimal in Ihr Wohnzimmer einfügt, können Sie natürlich noch letzte bauliche Maßnahmen ergreifen. Sind Ihre Wände grün gestrichen oder mit einer rosafarbenen Tapete bekleidet, können Sie den Kamin mit einer passenden Farbe anstreichen.
Denken Sie auch an das Zubehör: Wurde kein Lagerplatz für das Holz unter dem Kamin eingeplant, stellen Sie einen hübschen Kaminholzkorb neben die Feuerstelle oder ein seitliches Regal. Denken Sie bei der Holzaufbewahrung auch an die größere Menge, die Sie über den Winter verteilt benötigen werden. Ideal ist hier ein großes Holzregal an einem trockenen Platz auf der Terrasse oder im Garten. Ein Kaminbesteck darf ebenfalls nicht fehlen. Mit der Zange können Sie brennende Holzscheite im Kamin bewegen und mit dem Besen den Kaminofen reinigen.
