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Stromleitung finden – Schritt für Schritt

Mit einer guten Bohrmaschine oder einem Schlagbohrer ist es ein leichtes, ein Loch in die Wand zu bohren – wenn es nur keine Stromleitungen gäbe. Denn ein angebohrtes Stromkabel ist ein großes Ärgernis. Zwar reagieren moderne Sicherungen in der Regel so schnell, dass weder dem ambitionierten Heimwerker noch der Bohrmaschine Gefahr droht, die Reparatur ist allerdings aufwendig. Deshalb ist es wichtig, die Kabel genau zu lokalisieren, bevor die Bohrmaschine in Aktion tritt oder ein Nagel in die Wand geschlagen wird.

Schritt 1: Unterlagen sichten

Wenn Sie im Besitz eines aktuellen Bauplans für das Haus oder die Wohnung sind, ist es leicht, die Stromkabel zu finden. Der Schaltplan für die Elektroinstallation zeigt deutlich, wo genau die einzelnen Leitungen für den Strom verlaufen. Versierte Heimwerker greifen zur Kamera, wenn der Rohbau verkabelt wird, und fotografieren die elektrischen Leitungen, bevor sie unter dem Putz verschwinden. Das erleichtert es Ihnen deutlich, später die Stromkabel zu finden.

Schritt 2: Installationszonen in Wohnräumen

In modernen Gebäuden halten sich Elektriker in der Regel an die gängigen Installationszonen. Für Wohnräume gilt, dass Kabel im Abstand von 30 cm zum Boden oder zur Decke verlegt werden. Sie können davon ausgehen, dass davon abzweigende Zuleitungen zu Lichtschaltern und Steckdosen immer auf dem kürzesten direkten Weg ausgeführt werden. Das bedeutet, wenn Sie diagonal versetzt zu einem Lichtschalter oder eine Steckdose bohren oder einen Nagel einschlagen, ist wahrscheinlich ein Kabel, das Strom führt, in der Wand verborgen.

Für den Boden und die Decke gibt es keine vorgegebenen Installationszonen. Hier können Sie die Stromleitungen finden, wenn Sie den kürzesten Weg vom Schalter an der Wand zur Deckenleuchte betrachten. In diesem Bereich werden Sie wahrscheinlich die Leitung finden. Wirkliche Sicherheit gibt es allerdings bei dieser Technik des Abschätzens nicht. Aber da die Schächte für die Stromleitungen in das Mauerwerk gefräst werden, ist eine direkte und gerade Verbindung wahrscheinlich.

Schritt 3: Installationszonen im Bad

Für das Badezimmer gibt es abweichende Installationszonen. Die Leitungen werden nur in der oberen Zone ca. 30 cm unterhalb der Decke geführt und verlaufen von dort zu Schaltern, Lampen und Steckdosen nach unten. Daher lassen sich die Stromleitungen im Badezimmer meist leicht finden. Hier stellen die Wasserleitungen eher eine Herausforderung dar. Wirkliche Sicherheit bringt nur ein Prüfgerät.

Schritt 4: Ortungsgeräte

Mit speziellen Messgeräten können Sie Stromleitungen schnell und sicher finden. Die Geräte erfassen elektrische Leitungen und Metall-Arten wie Stahl und Kupfer im Mauerwerk. Wenn Sie ein Ortungsgerät für Leitungen über die Wand führen, zeigt Ihnen ein Display und meist auch Warnton an, dass sich eine Stromleitung unter dem Putz verbirgt. Die meisten Modelle erfassen elektrische Leitungen bis zu einer Tiefe von 50 mm, Leitungen aus Metall für Wasser oder Gas werden auch in größerer Tiefe entdeckt. Hochwertige Geräte erkennen zusätzlich nicht-metallische Stoffe wie Holz und verraten Ihnen zum Beispiel, wo die Holzbalken einer Trockenbauwand verlaufen. Die Anwendung der Geräte ist ganz einfach:

  • Schalten Sie den Leitungssucher ein.
  • Fahren Sie mit dem Gerät mehrfach über die geplante Stelle der Wand, an der Sie die Bohrmaschine ansetzen oder einen Nagel platzieren möchten.
  • Reagiert das Gerät nicht, können Sie ohne Bedenken an dieser Stelle der Wand bohren.
  • Zeigt der Leitungssucher dagegen per optischem und akustischem Signal an, dass sich ein Kabel an der geplanten Bohrstelle befindet, suchen Sie eine alternative Position an der Wand aus. Bevor Sie dort mit dem Bohren beginnen, prüfen Sie auch an dieser Stelle, ob Sie Stromleitungen finden.

Ein Leitungssucher ist die einzige Möglichkeit, Stromleitungen in der Wand sicher zu finden. Daher gehört ein entsprechendes Messgerät in die Grundausstattung eines jeden Heimwerkers und Profis. Idealerweise schaffen Sie die erste eigene Bohrmaschine direkt zusammen mit einem entsprechenden Messgerät an. Es ist ebenso wichtig wie das andere Zubehör, z. B. Bohrer-Sets für verschiedene Baustoffe, und verhindert aufwendige und kostspielige Reparaturen.

Tipp! Arbeiten Sie in einem Haus, in dem Sicherungen im Stromkasten noch verschraubt sind, verzichten Sie niemals auf das Leitungssuchgerät. Eine so alte Installation deutet an, dass elektrischen Leitungen im Gebäude sehr lange nicht gewartet und modernisiert worden sind. Auch ist der Verlauf der Leitungen in der Wand oft unvorhersehbar. Das gilt ebenso für Wohnungen oder Häuser, in denen offensichtlich Laien an den elektrischen Leitungen gearbeitet haben. Hier kann es passieren, dass Sicherungen erst sehr verzögert reagieren oder aufgrund einer Überbrückung den Stromfluss gar nicht unterbrechen.

Schritt 5: Hilfe in der Not

Haben Sie kein Leitungssuchgerät benutzt und treffen eine Stromleitung, passiert in modernen Häusern nicht viel. In der Regel reagieren die Schutzschalter im Sicherungskasten so schnell, dass weder Sie noch Ihre Bohrmaschine Schaden nehmen. Meist erkennen Sie nur an der Spitze des Bohrers, dass es eine starke Hitzeentwicklung gegeben hat. Versuchen Sie nicht, die Sicherungen wieder hochzudrücken. Wenn die Leitung leicht beschädigt worden ist, ist es möglich, dass die Sicherung hält. Dann kann es zu einem unbemerkten Kabelbrand kommen, der sich im Verlauf von Tagen ausbreitet. Rufen Sie in diesem Fall einen Fachmann, der die Stromleitungen prüft und den Schaden repariert. Nicht immer muss dazu die gesamte Wand geöffnet und die Leitung neu verlegt werden. Häufig kann die Stromleitung mittels Klemmen und Schrumpfschlauch repariert werden. Das Verputzen der Schadstelle und das Anbringen der Tapeten können Sie dann wieder selbst übernehmen.

Tipp! Vermeiden Sie böse Überraschungen und setzen Sie Hammer und Nagel oder die Bohrmaschine nur dort an, wo sicher keine Leitung in der Wand verläuft. Sparen Sie nicht am passenden Gerät und verzichten Sie nicht auf ein Leitungssuchgerät! Die Anschaffung ist erheblich günstiger als jeder Reparatur einer getroffenen Stromleitung.