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Richtig löten: Lötarbeiten leicht selbst erledigen

Beim Löten werden zwei Teile mithilfe von Lötzinn miteinander verbunden. Dabei unterscheidet man verschiedene Arten des Lötens. In der Industrie findet man beispielsweise das Hochtemperatur-Löten. Wie der Name schon sagt, werden dabei für das Löten extrem hohe Temperaturen von mehr als 900 °C verwendet. Das Hartlöten wiederum verbindet bei über 450 °C metallische Materialien wie Kupferrohre oder Regenrinnen. Für Elektronik-Bastler ist hingegen vorrangig das Weichlöten von Bedeutung, denn dabei werden in erster Linie Elektronik-Bauteile bei Temperaturen unter 450 °C verbunden. Sind die Teile richtig zusammengelötet, leitet der Kontakt Strom und Wärme. Mit der folgenden Anleitung lernen Sie das Löten und fügen Drähte oder Bauteile auf Platinen ganz einfach selbst zusammen.

Schritt 1: Das richtige Material

Um richtig löten zu können, benötigen Sie zunächst Lötkolben und Lötzubehör. Der klassische Lötkolben besitzt eine metallische Lötspitze, einen Griff und ein Kabel für die Stromzufuhr. Je nach Verwendungszweck gibt es Lötkolben mit schmaleren und breiteren Spitzen. Das Erhitzen kann statt über ein Stromkabel auch über einen Akku oder mit Gas erfolgen. Für den häufigen und variablen Einsatz empfehlen sich eine regelbare Lötstation sowie ein Lötkolben mit austauschbaren Dauerlötspitzen. Die Lötstation dient dabei als Ablage für den heißen Lötkolben und erlaubt außerdem eine gute Regulierung der Lötspitzen-Temperatur. Alternativ zum Lötkolben können Sie auch eine Lötpistole verwenden. Das Gerät weist eine charakteristische Pistolenform auf und eine Spitze, die sich schnell erhitzen lässt. Die Lötpistole eignet sich prima für großflächige Lötverbindungen.

Neben dem Lötgerät ist für das richtige Löten das passende Lot wichtig. Aufgrund seines hohen Zinn-Gehalts wird es umgangssprachlich als Lötzinn bezeichnet. Sie erhalten es sowohl in unterschiedlichen Stärken als auch in verschiedenen Legierungen mit entsprechenden Schmelztemperaturen. Die genaue Zusammensetzung der Legierung ist auf der Lötzinnrolle vermerkt. Für Anfänger ist der Griff zu bleihaltigem Lötzinn ratsam, da es leichter zu verarbeiten ist. Ideal ist zum Beispiel Sn60PB40 mit 60 Prozent Zinn und 40 Prozent Blei. Ansonsten gilt die Faustregel: Je kleiner die Lötstelle ist, umso feiner sollte auch das Lötzinn sein. In der Elektronik ist eine Stärke zwischen 1 und 1,5 mm üblich. Innen ist das Lötzinn in der Regel hohl und mit einem Flussmittel gefüllt, meist Kolophonium. Kolophonium sorgt für glatte Lötstellen und verhindert das Oxidieren beim Lötvorgang.

Schritt 2: Das Löten vorbereiten

Richtiges Löten soll einen dauerhaften und gut leitenden Kontakt an den Lötstellen erzeugen, hierfür ist Sauberkeit sehr wichtig. Befreien Sie die zu verlötenden Bauteile von Lacken, Isolationsresten oder Oxidationsspuren. Auch Kabel müssen Sie ausreichend freilegen. Für die Reinigung können Sie Feilen, Drahtbürsten, Schleifpapier oder Alkohol benutzen.

Achten Sie für ein gutes Lötergebnis zudem auf eine saubere, verzinnte Spitze des Lötgeräts. Dazu streichen Sie die erhitzte Lötspitze über einen feuchten Schwamm. Wird sie auf diese Weise nicht sauber, schmelzen Sie ein wenig Lötzinn auf der Spitze. Das im Lötzinn enthaltene Flussmittel hilft bei der Reinigung.

Sichern Sie nun Ihren Arbeitsplatz mit einer hitzefesten Unterlage. Falls Sie keine Lötstation verwenden, richten Sie sich eine hitzebeständige Ablagemöglichkeit her. Heizen Sie jetzt den Lötkolben oder die Lötpistole auf Betriebstemperatur auf.

Legen Sie die Bauteile bereit, die Sie löten möchten. Bringen Sie sie in eine stabile Position und fixieren Sie die Teile so gut wie möglich. Verdrehen Sie beispielsweise Drähte miteinander oder stecken Sie das Bauteil mit seinem Anschlussdraht in das vorgesehene Bohrloch der Platine. Überschüssigen Draht schneiden Sie vor dem Löten ab. Für zusätzliche Stabilität beim Löten verwenden Sie Schraubzwingen. Können Sie Metallteile vorab nicht mechanisch miteinander verbinden, verzinnen Sie diese am besten. Zum Verzinnen erhitzen Sie die Kontaktflächen einfach mit dem Lötgerät.

Kontrollieren Sie abschließend, ob Lötzinn und Lötgerät hinsichtlich der Lötleistung zusammenpassen und ob sich die Lötspitze für die Größe der Lötstelle eignet.

Schritt 3: Richtig löten lernen

Sind die zu verlötenden Teile sauber und – soweit möglich – miteinander fixiert, berühren Sie sie mit dem Lötgerät. Achten Sie für eine optimale Erhitzung auf eine möglichst große Berührungsfläche. Führen Sie nach zwei bis drei Sekunden etwas Lötzinn an die Lötspitze heran. Das enthaltene Flussmittel reinigt die Lötstelle und gewährleistet eine bessere Haftung des Zinns. Anfänger geben am besten in kurzen Abständen immer nur kleine Mengen Lötzinn hinzu, bis ausreichend davon aufgebracht und es gut verlaufen ist. Halten Sie die Lötspitze den gesamten Lötvorgang hindurch an der Lötstelle. Zum Schluss entfernen Sie zuerst das Lötgerät und unmittelbar danach das Lötzinn. So sorgt das Flussmittel für ein sauber verlaufendes Lot.

Der Lötvorgang dauert insgesamt nur wenige Sekunden. Bleibt die Lötspitze zu lange an der Lötstelle, kommt es unter Umständen zum „Hitzetod“ und das Elektronik-Teil wird durch Überhitzung zerstört. Ist die Lötstelle vor dem Lötvorgang jedoch nicht warm genug, entsteht eine „kalte Lötstelle“. In diesem Fall besteht zwar eine mechanische Verbindung, es wird jedoch nur wenig oder gar kein Strom hindurchgeleitet.

Bei einem erfolgreichen Lötvorgang sollte das Lötzinn nach dem Erkalten glänzen und zu einer Hohlkehle verlaufen sein. Achtung: Der Glanz-Effekt gilt nur bei bleihaltigem Lötzinn. Bleifreies Lot schimmert immer matt. So erkennt man kalte Lötstellen vor allem an der ungleichmäßigen Zinnverteilung.

Schritt 4: Fehlerhafte Kontakte entlöten

Bei einer fehlerhaften Lötstelle oder falls Sie ein Bauteil austauschen möchten, müssen Sie das Lötzinn wieder entfernen. Das ist entweder mit einer Lötsauglitze oder einer Entlötpumpe möglich. Das Prinzip des Entlötens ist in beiden Fällen gleich. Bei der Lötsauglitze oder auch Entlötlitze handelt es sich um ein dünnes Kupfergeflecht. Es wird zwischen Lötstelle und Lötspitze platziert und saugt beim Erhitzen automatisch das Lot auf. Im Anschluss wird die vollgesogene Kupferlitze abgeschnitten und entsorgt.

Die Entlötpumpe wird entweder von Hand, per Motor oder mittels Druckluft betrieben. Sie wird nach Erhitzen des Lötzinns auf die Lötstelle aufgesetzt und saugt das flüssige Lot ab. Vorsicht: Ein empfindliches Bauteil kann durch den Einsatz der Entlötpumpe beschädigt werden. Zudem bleibt meist ein leichter Zinn-Rückstand auf dem Teil zurück.

Eine weitere Möglichkeit zum Entlöten bietet eine Lötstation mit elektrischer Pumpe. In diesem Fall erhitzt die Lötspitze gleichzeitig das Lot und saugt es durch ein Loch in der Spitze ab.