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Kamin selber bauen – Schritt für Schritt

Was gibt es Schöneres als ein romantisch knisterndes warmes Kaminfeuer, wenn draußen die Winterstürme toben? Sie können heute unkompliziert einen Kamin selber bauen, vor allem, wenn Sie einen fertigen Kaminbausatz verwenden. Dafür ist nur ein wenig handwerkliches Geschick erforderlich.

Wenn Sie einen Kamin selber bauen, sparen Sie viel Zeit und Nerven und haben über den Standardbausatz hinaus meist auch noch eigene Gestaltungsmöglichkeiten. So verleihen Sie Ihrem neuen Kamin ein individuelles Aussehen.


Schritt 1: Die Bürokratie

Ehe Sie sich Ihren neuen Kamin aussuchen, sollten Sie unbedingt zunächst einen Blick in die Bauordnung werfen: In manchen Bundesländern ist es nicht möglich, dass Sie Ihren Kamin selber bauen. Hier ist ein Fachmann zum Errichten von Feuerstätten erforderlich, damit der Schornsteinfeger den Bau später abnimmt. Beachten Sie auch weitere Regelungen wie das Bundesimmissionsschutzgesetz (BIMSchV), nach dem ein privater Kaminofen nur noch bestimmte Mengen Feinstaub freisetzen darf. Wenn Sie einen Kamin selber bauen, muss dieser unbedingt den aktuell gültigen EN- und DIN-Normen genügen.


Schritt 2: Material und Werkzeug zusammenstellen

Wenn Sie den Kaminofen bauen, sollten Sie überprüfen, ob Sie das folgende Werkzeug bereits im Haus haben und ggf. fehlende Teile nachkaufen:

  • Wasserwaage 
  • Zollstock
  • Spachtel oder Maurerkelle 
  • Schlagbohrer
  • Evtl. Malerutensilien

Beim Material ist es mit dem Kaminbausatz nicht getan. Folgendes Material sollten Sie vorab besorgen:

  • Kaminbausatz
  • Ofenrohrsatz (falls nicht im Kaminbausatz enthalten)
  • Brandschutz-Set 
  • Feuerfester Mörtel 
  • Evtl. Farbe

Schritt 3: Die richtige Stelle finden

Ehe Sie Ihren Kaminofen bauen können, müssen Sie sichergehen, dass sich der zukünftige Standort am Schornstein Ihres Hauses befindet. Ist dies nicht möglich, müssen Sie einen Schornstein bauen, wobei Sie eine Baugenehmigung benötigen. Überprüfen Sie auch die Statik Ihres Wohnzimmers: Ein gemauerter Kamin ist schwer. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Schornsteinfeger darüber, dass Sie Ihren Kamin selber bauen möchten und lassen sich von ihm wichtige Tipps geben. Im Zweifelsfall ziehen Sie einen Statiker hinzu, der Ihr Zimmer und den Schornstein überprüft.


Schritt 4: Brandschutzplatten

Da der Kamin große Wärme freisetzen wird, müssen Sie Ihre Wände entsprechend schützen. Besonders empfehlenswert sind Brandschutz-Sets, die Sie gemeinsam mit Ihrem Kaminbausatz erwerben können. Alternativ verwenden Sie Dämm- oder Brandschutzplatten, die Sie an der Wand hinter dem Kamin anbringen.

Denken Sie auch an den Boden: Es kann immer zu Funkenflug kommen, wenn Sie später die Frontscheibe des Kamins öffnen, z. B. um Holz nachzulegen. Verwenden Sie auch vor dem Kamin eine wärmedämmende Bodenplatte aus Glas oder Metall.


Schritt 5: Kamin zeichnen

Ehe Sie Ihren Kamin bauen, müssen Sie seinen Umriss zunächst an die Wand zeichnen. Es ist von größter Wichtigkeit, dass Wandmuffe und Ofenrohr, exakt positioniert sind – ansonsten wird der Kamin nicht richtig ziehen. Bei der Markierung der richtigen Stelle ist Millimeterarbeit gefragt.


Schritt 6: Sockel mauern

Nun beginnen Sie unten mit der eigentlichen Arbeit und mauern den Sockel auf der Brandschutzplatte. Hier genügt eine Lage Ziegelsteine, wenn der Kamin daraufgestellt wird. Manche Bausätze sind so konstruiert, dass unter dem eigentlichen Kamin das Holz gelagert wird. Achten Sie auf die Anweisungen in der Beilage. Möchten Sie auf eigene Faust eine Ablage für das Holz bauen, achten Sie darauf, dass die Konstruktion später fest genug ist, um das Gewicht des Kamins auszuhalten.


Schritt 7: Kamin einsetzen

Ist der Sockel trocken, stellen Sie den eigentlichen Kamin darauf. Die meisten Kamine in Kaminbausätzen verfügen über verstellbare Füße. So können Sie die Höhe leicht variieren. Achten Sie darauf, dass alle vier Füße exakt gleich sind und der Kamin waagerecht steht. Nehmen Sie eine Wasserwaage zur Hilfe.



Schritt 8: Ofenrohr anschließen

Jetzt kommt das Meisterstück, wenn Sie Ihren Kamin selber bauen: Sie müssen die Wand durchbrechen, um das Ofenrohr an den Schornstein anzuschließen. Dort, wo Sie zuvor den Umriss gezeichnet haben, setzen Sie nun mit dem Schlagbohrer an und bohren ein Loch von der Größe Ihres Ofenrohrs. In das Loch setzen Sie die Wandmuffe ein und sichern sie mit feuerfestem Mörtel. Lassen Sie den Mörtel trocknen, ehe Sie den Kaminofen anschließen. Arbeiten Sie sorgfältig, denn alles muss exakt passen, damit der Kamin richtig zieht.


Schritt 9: Kamin verkleiden

Als letztes folgt die Kür: Mauern Sie die im Kaminbausatz mitgelieferte Verkleidung um den eigentlichen Kamin und setzen Sie die Kaminhaube auf. Meist handelt es sich bei der Verkleidung um Schamott, ein feuerfestes Material, das für seine hohe Wärmespeicherung bekannt ist. Vielleicht haben Sie auch edles Marmor oder rustikales Granit gewählt. In den meisten Fällen sind Sie nun fertig und können Ihren Kamin anzünden.


Schritt 10: Der letzte Schliff

Wollten Sie den Kamin selber bauen, damit er sich optimal in Ihr Wohnzimmer einfügt, können Sie natürlich noch letzte bauliche Maßnahmen ergreifen. Sind Ihre Wände grün gestrichen oder mit einer rosafarbenen Tapete bekleidet, können Sie den Kamin mit einer passenden Farbe anstreichen.

Denken Sie auch an das Zubehör: Wurde kein Lagerplatz für das Holz unter dem Kamin eingeplant, stellen Sie einen hübschen Kaminholzkorb neben die Feuerstelle oder ein seitliches Regal. Denken Sie bei der Holzaufbewahrung auch an die größere Menge, die Sie über den Winter verteilt benötigen werden. Ideal ist hier ein großes Holzregal an einem trockenen Platz auf der Terrasse oder im Garten. Ein Kaminbesteck darf ebenfalls nicht fehlen. Mit der Zange können Sie brennende Holzscheite im Kamin bewegen und mit dem Besen den Kaminofen reinigen.

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