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Kaminofen einfach als Herd nutzen - Spannende Rezepte

Ein Kaminofen sorgt für Gemütlichkeit und wohlige Wärme, wenn es draußen nass und kalt ist. An kühlen Herbst- und Wintertagen versammelt sich die Familie rund um den Ofen und genießt das romantische Knistern der brennenden Holzscheite, das warme Licht des Feuers und die behagliche Ofenwärme. Über seine Eigenschaft als Wärmequelle und die Verbreitung einer stimmungsvollen Atmosphäre hinaus kann Ihr Kaminofen aber noch mehr. Wussten Sie schon, dass Sie in Ihrem Kaminofen auch kochen und backen können? Holz ist der ursprüngliche Wärmespender, seit der Mensch das Feuer entdeckt hat. Nach der offenen Feuerstelle, die bis zum späten Mittelalter noch als Wärmequelle und Kochstelle verbreitet war, übernahm etwa ab dem frühen 13. Jahrhundert in Mitteleuropa der Kamin diese Aufgaben und führte erstmals den Rauch des Feuers über ein Rohr aus dem Haus. Erste Formen von Öfen, in denen zwar auf offenem Holzfeuer, aber geschützt vor dem direkten Kontakt zu den Flammen gekocht, gebraten und gebacken wurde, gab es sogar schon in der Steinzeit. Steine und später Tonplatten trennten die Speisen von der offenen Flamme. Diese ersten Herde dienten bereits allein der Speisenzubereitung. Bis zur Erfindung der ersten geschlossenen Herde im frühen 18. Jahrhundert war das offene Holzfeuer die einzige Wärmequelle und Kochstelle draußen und in Gebäuden. Auf diese Traditionen besinnen sich die Hersteller von Kaminöfen und statten viele Öfen so aus, dass Sie sie auch heute wieder zum Kochen und Backen verwenden können.

Kochen und Backen mit Tradition - der Feststoffofen für die Küche

Dem Prinzip eines Kaminofens und der ersten geschlossenen, mit Holz befeuerten Herde folgen moderne Festbrennstoffherde für die Küche. Wie die historischen Vorbilder dient ein Festbrennstoffherd der Beheizung der Küche und gleichzeitig zum Kochen und Backen. In der Regel verfügen die Holzküchenöfen über eine Dauerbrandfunktion und erhalten somit eine gleichmäßige Wärme auch über Nacht und sind damit in der Winterzeit eine ideale Ergänzung des häuslichen Heizsystems. Insgesamt ist die Ausstattung eines Festbrennstoffherds mit folgenden Merkmalen modern und zeitgemäß.

  • emaillierten Außenflächen
  • lackierter Stahlherdplatte
  • integrierter Schnellkochplatte
  • Backofen
  • separatem Aschefach
  • Rüttelascherost
  • Backofenthermometer
  • Schamotte-Feuerraumauskleidung
  • selbstreinigender Scheibe
  • hohem Wirkungsgrad

Ein Herdofen ist somit eine sehr schöne Kombination aus moderner Technik, traditionellen Koch- und Backverfahren und energiesparender Wärmeerzeugung. Mit einem zeitgemäßen oder historischen Design ergänzt der Feststoffherd die moderne Küchentechnik und bildet insbesondere in großen Wohnküchen einen wärmenden Mittelpunkt. Festbrennstoffherde eignen sich für die Verbrennung von Holz, Holzbriketts und Braunkohlebriketts.

Ofen und Kamin: Umweltfreundlich garen in der Winterzeit

Ein Festbrennstoffherd für die Küche ist nicht die einzige Möglichkeit, die Wärme des Holzfeuers zum Kochen und Backen zu nutzen. Auch Ihr Kamin oder Kaminofen im Wohnzimmer oder einem anderen Raum in Ihrem Haus eignet sich für die Zubereitung von Speisen, zum Backen oder Überbacken. Ein Ofen oder Kamin in geschlossenen Räumen muss aus Brandschutzgründen mit einem geschlossenen Brennraum ausgestattet sein. Nur noch in seltenen Fällen genießen die traditionellen offenen Kamine Bestandsschutz und dürfen ohne eine Glastür betrieben werden. Dennoch besteht die Möglichkeit, den Brennraum Ihres Kaminofens zum Backen oder Kochen zu verwenden. Dazu müssen Sie den Ofen einmal durchheizen, damit er eine ausreichend hohe Temperatur erreicht, und lassen das Holz soweit herunterbrennen, bis nur noch glühendes Holz im Brennraum liegt. Mithilfe eines Gestells, das Sie sich auch ohne umfassende Heimwerkerkenntnisse aus Ziegelsteinen und einer Steinplatte oder einem Rost selbst aufbauen können, verwandeln Sie den Kamin mit wenigen Handgriffen in eine Kochstelle. Auf der Steinplatte können Sie zum Beispiel Pizza, Brötchen und Brot backen oder in einem Feuerfesten Topf Fleisch schmoren. Insbesondere für die Niedrigtemperaturmethode ist die Verwendung des Kaminofens ideal. Auch das Grillen und sogar Räuchern ist grundsätzlich in einem Kaminofen möglich, jedoch können sich dadurch fetthaltige Rückstände im Rauchabzug bilden, die schlimmstenfalls einen Kaminbrand begünstigen. Von einer offenen Fleischzubereitung im Kaminofen ist daher abzuraten. Um die Gartemperatur im Kamin kontrollieren zu können, ist ein Ofenthermometer ideal. Eine beliebte, traditionelle Speise, die Sie auch in der Glut der Holzscheite garen können, ist die Backkartoffel. Wickeln Sie dazu einfach Kartoffeln in Alufolie ein und legen Sie sie zwischen die Holzscheite. Mit einer Grillzange oder der Scheitzange des Kaminbestecks lassen sich die Kartoffeln nach einer von der Größe der Kartoffeln abhängigen Garzeit von 30 bis 60 Minuten einfach wieder entnehmen.

Kochen und Backen im Kamin: Ausstattung und Zubehör

Die meisten Kaminöfen verfügen über ein offenes Fach oberhalb des Brennraumes, das ideal zum Warmhalten von Speisen und Getränken ist. Die Fächer sind meist mit einer Platte aus speicherndem Material wie Keramik oder Speckstein ausgestattet und auch in kleineren Öfen ausreichend bemessen, um eine Teekanne oder einen kleinen Kochtopf hineinzustellen. Ob ein offenes Warmhaltefach ausreicht, um zum Beispiel Fleisch mit der Niedrigtemperaturmethode zu garen, hängt von der Wärmeleistung des Kamins ab. Viele Hersteller moderner Kaminöfen statten Ihre Kamine anstelle der offenen Warmhaltezonen inzwischen auch mit größeren geschlossen Backräumen aus oder bieten als Zubehör optional eine Tür für das Fach an. Anders, als in einer offenen Zone mit einem regelmäßigen Luftaustausch bleibt die Ofenwärme in dem geschlossenen Fach erhalten. Bei einer gleichmäßigen Beheizung des Ofens sind die Temperaturen im Backfach lange konstant und sinken auch nach dem Heizen nur sehr langsam. Konstante Temperaturen zwischen 80 und 150 Grad sind daher problemlos möglich. Ein Backfach in einem Ofen mit hoher Nennwärmeleistung von 7 oder 8 kW kann auch höhere Temperaturen erreichen. Das Backen eines Brots mit einem Gewicht von einem Kilogramm dauert im Backfach unter Nutzung der vorhandenen Heizwärme etwa eine Stunde. Würden Sie das Brot stattdessen im elektrischen Backofen backen, wäre es zwar schon nach 30 Minuten fertig, aber sie würden zusätzlich Strom für den Betrieb des Backofens verbrauchen.

Um einen Kamin auch ohne Backfach zum Backen von Brot, Flammkuchen, Pizza und anderen Speisen verwenden zu können, gibt es universell passendes Zubehör für Kamine und Öfen, mit denen Sie eine Backplattform im Feuerraum sicher und stabil positionieren können.

Do-it-yourself in Ofen und Kamin

Einige Speisen werden noch heute auf traditionelle Weise im offenen Feuer zubereitet. Denken Sie zum Beispiel an Stockbrot aus Brotteig, der am Ende eines langen Stocks befestigt und in das Lagerfeuer gehalten wird, um ihn zu garen. Auch die alte Tradition, die kleinen Kartoffeln bei der Kartoffelernte einfach im Lagerfeuer zu garen, ist im ländlichen Bereich noch weitverbreitet. Dabei handelt es sich um die Vorläufer der heute wieder so beliebten Backkartoffel. Brot und Kartoffeln, aber auch andere Gerichte erhalten durch die Wärme des Holzfeuers eine knusprige Kruste und dem appetitlichen Duft, der von dieser ursprünglichen Zubereitungsweise ausgeht, kann man sich einfach nicht entziehen. Einige Bäckereien und Restaurants, insbesondere Pizzerien, gehen daher heute wieder dazu über, Brot und andere Backwaren mit der Wärme des Holzfeuers zuzubereiten. Viele gehen inzwischen dazu über, ihr Brot wieder selbst zu backen. Die Möglichkeit, dazu anstelle eines elektrischen Backofens oder Brotbackautomaten die natürliche Wärme des Holzfeuers zu nutzen, ist spannend und reizvoll. Auch das Dörren und Haltbarmachen von Obst ist in einem Ofen möglich, wenn er über ein Warmhaltefach oder ein spezielles Backfach verfügt.


Rezepte für Brot aus Ofen und Kamin

Im Prinzip können Sie herkömmliche Brotrezepte verwenden, wenn Sie in Ihrem Kaminofen Brot backen möchten. Da die Backtemperatur im Backfach des Ofens geringer ist, als in einem elektrischen Backofen, fällt lediglich die Backzeit länger aus. Sie können aber mit einem alten Hausfrauentrick einfach feststellen, wann Ihr Brot durchgebacken ist. Stechen Sie dazu einfach mit einer Stricknadel oder einem Schaschlikspieß aus Metall oder Holz tief in das Brot und ziehen ihn sofort wieder heraus. Wenn das Brot noch nicht durchgebacken ist, bleibt ein wenig Teig an der Nadel oder dem Spieß kleben. Sobald beim Herausziehen kein Teig mehr an Spieß oder Nadel haftet, ist Ihr Brot fertig gebacken und sie genießen ein schmackhaftes Steinofenbrot mit einer herrlich knusprigen Kruste. Während des Backens verströmt das Brot bereits sein herrlich frisches Aroma im ganzen Haus.

Traditionelles Steinofenbrot

Für ein Steinofenbrot benötigen Sie folgende Zutaten:

  • 1 kg Mehl, zur Hälfte Roggenmehl Typ 1150 und Weizenvollkornmehl
  • 500 g Roggensauerteig
  • 500 ml Wasser
  • knapp 2 Teelöffel Brot-Gewürzmischung
  • knapp 2 Teelöffel Salz
  • 1 Teelöffel Zucker

Kneten Sie das Mehl mit dem Sauerteig, dem Zucker und dem Wasser in der Küchenmaschine zu einem glatten Teig. Fügen Sie dabei das Wasser nach und nach zu. Der Teig benötigt nun etwa 30 Minuten Ruhe, bevor Sie das Salz und die Gewürze unterkneten. Bringen Sie den Teig nun in die gewünschte Form und lassen sie ihn nochmals 2 Stunden abgedeckt ruhen. Nun können Sie das Brot zum Backen in das Backfach Ihres Kaminofens oder auf die entsprechende Vorrichtung im Feuerraum geben. Prüfen Sie erstmals nach etwa 45 Minuten, ob das Brot durchgebacken ist. Abhängig von der Temperatur kann der Backvorgang zwischen einer Stunde und drei Stunden in Anspruch nehmen.


Rezepte für die traditionelle Pizza

Für vier schmackhafte Pizzen aus dem Kamin benötigen Sie folgende Zutaten:

  • 400 g Weizenmehl
  • 100 g Hartweizengrieß
  • 1 Teelöffel Zucker
  • 270 ml lauwarmes Wasser
  • 50 ml Olivenöl
  • 1 Esslöffel Salz
  • 1/4 Würfel Frischhefe
  • passierte Tomaten
  • geriebenen Mozzarella und Gouda nach Geschmack
  • diverse Zutaten für den Belag nach Wunsch

Geben Sie das Mehl in eine Schüssel, bilden Sie in der Mitte eine Vertiefung und bröseln Sie die Frischhefe hinein. Die Hefe lösen Sie nun mit dem Zucker und 50 ml von dem laufwarmen Wasser auf und mischen anschließend etwas von dem Mehl dazu. Lassen Sie die Hefemischung nun gehen, bis sich Blasen bilden. Das dauert etwa 10 Minuten. Mischen Sie nun das restliche lauwarme Wasser mit dem Olivenöl und geben Sie die anderen Zutaten zu dem Mehl mit der Hefemischung. Verkneten Sie alles, indem Sie die Wasser-Ölmischung nach und nach zufügen, bis Sie einen glatten Teig erhalten. Der Teig muss nun zugedeckt an einem warmen Ort etwa eine Stunde lang verweilen, bis er sich auf das doppelte Volumen ausdehnt. Kneten Sie nun den Teig noch einmal kurz durch, teilen ihn in vier gleich große Kugeln und lassen ihn nochmals eine weitere Stunde lang zugedeckt an einem warmen Ort gehen. Nun können sie mit der Teigrolle aus jeder der Kugeln einen flachen Pizzateig formen, diesen mit den passierten Tomaten oder einer leckeren, selbst zubereiteten Tomatensoße bestreichen, mit den Zutaten Ihrer Wahl belegen und zum Backen in den Kaminofen schieben. Wie bei der Zubereitung von Brot ist die Backzeit ebenfalls von der Temperatur im Ofen abhängig. Am Rand der Pizza und an dem verlaufenden Käse erkennen Sie aber, wann der Teig durchgebacken und die Pizza fertig ist.


Süße Winterrezepte: Leckereien aus dem Kamin

An kühlen Wintertagen steigt der Appetit auf süße Leckereien. Daher ist das Angebot an Süßwaren in der Vorweihnachtszeit besonders groß. Doch so lecker Lebkuchen, Spekulatius und Marzipan auch sind, wird das Haus erst von dem Duft von Bratäpfeln durchströmt, übertrifft das jeden Genuss. Bereiten Sie doch Backäpfel einfach einmal in Ihrem Kaminofen zu. Ihre Familie und Ihre Gäste werden begeistert sein. Ganz einfach ist die Zubereitung, wenn Sie die Äpfel einfach mit der Schale in eine Auflaufform legen und diese in das Backfach oder auf eine Vorrichtung im Brennraum legen, wenn die Holzscheite heruntergebrannt sind und nur noch glimmen. Die Bratäpfel sind gar, sobald die Schale aufplatzt. Das dauert im Kamin deutlich länger, als im elektrischen Backofen, dafür wird Ihr Haus aber auch intensiv von dem herrlichen Duft der Äpfel erfüllt. Bestreuen Sie die Äpfel anschließend einfach mit Zimt und Zucker und genießen Sie den natürlichen Geschmack oder gießen Sie noch etwas Vanillesoße über die Äpfel.

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