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Schädlingsbekämpfung im Garten – natürlich oder mit Chemie?

Wenn Schnecken den Salat anknabbern, Wühlmäuse und Maulwürfe den Rasen umpflügen oder Blattläuse sich über die schönsten Blüten hermachen, dann ist es Zeit für die Schädlingsbekämpfung im eigenen Garten. Die Möglichkeiten sind vielfältig und reichen von der Chemiekeule bis zum Einsatz natürlicher Feinde.

Schädlingsratgeber Übersicht:


Vorsicht bei chemischen Mitteln

Um die Schädlingsbekämpfung im Garten anzugehen, sind chemische Mittel immer noch eine der zuverlässigsten Lösungen. Unterschieden wird zwischen drei verschiedenen Arten von Giften:

  • Insektizide werden ausschließlich gegen Insekten angewendet.
  • Akarizide kommen bei Spinnen oder Milben zum Einsatz. Da Spinnen nicht zu den Insekten gehören, verpuffen bei ihnen Insektizide wirkungslos.
  • Rodentizide kommen bei größeren Nagetieren wie Ratten oder Mäusen zum Einsatz.

Die chemischen Schädlingsbekämpfer haben meist durchschlagenden Erfolg – und einen großen Nachteil: Sie sind für die Umwelt und mitunter auch für Menschen giftig. Schutzkleidung ist beim Hantieren mit diesen Giften also ein absolutes Muss. Darüber hinaus sollten die Gifte nie zu lange eingesetzt werden, damit sie nicht in den Boden sickern.

Fressfeinde nutzen

Wer für die Schädlingsbekämpfung im Garten nicht auf Chemie zurückgreifen will, der kann auf natürlichem Wege Fressfeinde der Schädlinge anlocken. So fressen Katzen besonders gerne Mäuse und Ratten, aber auch Wühlmäuse und Maulwürfe. So amüsant es auch klingen mag: Leihen Sie sich doch einmal die Katze vom Nachbarn aus und schicken Sie das Tier in Ihrem Garten auf die Jagd. Sie werden sehen, die Anzahl der ungebetenen Besuche reduziert sich schon bald erheblich.

Neben Katzen gehören auch viele Greifvögel zu den natürlichen Fressfeinden von Wühlmäusen oder Schnecken. Besonders in ländlichen Gebieten können Sie die Vögel anlocken, indem Sie ihnen Ansitze bieten, also kurze Stangen mit einem Querbalken. Ein Gartenteich lockt immer wieder Fischreiher an, die auch Schnecken fressen, wenn sie gerade keinen Fisch erwischen können. Marienkäfer wiederum gehören zu den natürlichen Fressfeinden der Blattläuse.

Vorsicht ist bei Hausmitteln geboten, denn diese wirken nicht immer. Den Schnecken im Garten mit Bier den Garaus zu machen, funktioniert beispielsweise nur bedingt. Zwar trinken die Schnecken das Bier, doch die meisten Tiere zeigen sich davon unbeeindruckt und überleben. Am nächsten Morgen geht es daher im Salatbeet munter weiter. Wer Ameisen bekämpfen will, der liegt bei einem anderen Hausmittel goldrichtig. Ein Gemisch aus Backpulver, Hefe, Zucker und Wasser lockt die kleinen Tiere an, denn sie lieben Süßigkeiten. Da das Gemisch jedoch nicht nur süß, sondern auch klebrig ist, bleiben die Tiere stecken und verenden dort.

Fallen und Physik

Eine weitere Möglichkeit, Schädlinge im eigenen Garten zu bekämpfen, sind Fallen. Wer auf Nummer sicher gehen will, arbeitet mit Fallen, die tatsächlich töten. Mausefallen sind das beste Beispiel für diese Technik, aber auch für lästige Blattläuse gibt es spezielle Fallen und Köder. Eine Alternative sind sogenannte Lebendfallen. Das Prinzip: Ein Köder lockt die Tiere in einen Behälter, hinter ihnen fällt eine Falltür zu und sie können nicht mehr hinaus.

Eine etwas weniger rabiate Methode bietet die Physik. Viele Schädlinge sehen nicht besonders gut, hören und riechen dafür umso besser. Laute Geräusche über einen längeren Zeitraum verschrecken die Tiere, sodass sie ganz freiwillig aus Ihrem Garten verschwinden. Das Mähen des Rasens funktioniert als Vertreibungsmethode ebenso gut wie eine eingegrabene Flasche, in der sich der Wind fängt. Wer den Geruchssinn der Tiere attackieren will, kann beispielsweise auf Buttersäure setzen. Informieren Sie aber rechtzeitig Ihre Nachbarn – die Geruchsentwicklung ist nicht zu vernachlässigen.

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