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Im Gewächshaus Zucchini pflanzen– so gelingt der Anbau

Sie sind aus köstlichen mediterranen Gerichten nicht wegzudenken: Zucchini! Auch unter der deutschen Bezeichnung Gemüsekürbis bekannt, gehören sie zur Familie der Kürbisgewächse. Die geläufigsten Sorten kennt jeder: Sie sind länglich und klassisch grün. Daneben gibt es jedoch auch gelbliche und gestreifte Züchtungen. Da die wärmeliebenden Pflanzen nur wenige Ansprüche stellen, eignen sie sich besonders gut für Garten-Anfänger. Wer eine reiche Ernte einfahren möchte, sollte dennoch einige Tipps beherzigen – und zwar nicht nur, wenn die Zucchini ausgesät werden.

Zucchinis pflanzenein Überblick
Aussaat ab März
Pflanzzeit ab Mai
Standort möglichst am Gewächshauseingang
Temperatur 20 bis 24 °C
Boden humusreich, leicht erwärmbar
Gießen regelmäßig, während der Fruchtentwicklung reichlich
Düngen reichlich mit Naturdünger und mineralischem Dünger
Pflege mulchen
Haupterntezeit wenige Wochen nach der Aussaat
Krankheiten und Schädlinge Pilze, Welken, Thripse, Spinnmilben, Schnecken, Bakteriosen und Viren

Zucchini aussäen

Zucchini sind einjährige Pflanzen. Das bedeutet: Sie müssen sie in jedem Jahr neu anbauen. Hierfür können Sie sich ganz einfach Keimlinge aus Samen selbst vorzuziehen. Für den Anbau von Zucchini im Gewächshaus eignen sich vor allem die Sorten mit den klingenden Namen Black Forest F1 und Defender F.

Stecken Sie von diesen Samen jeweils zwei bis drei Körner in einen Topf mit mindestens neun Zentimeter Durchmesser. Keimen mehrere Jungpflanzen auf, ziehen Sie nur die starken Schösslinge als Gemüsepflanzen groß. Die schwächeren Triebe können Sie getrost entfernen.

Den besten Standort für Zucchini finden

Ab Mai bringen Sie die Keimlinge an ihren Bestimmungsort. Da die Zucchini im Gewächshaus häufig von Mehltau befallen werden, ist ein Standort an der Tür vorteilhaft: Dort zirkuliert die Luft am besten.

Achten Sie beim Pflanzen außerdem darauf, genügend Platz zwischen den Gewächsen zu lassen. Der Boden darf nicht zu kalt sein, wenn Sie die Zucchini aussäen. Jede Pflanze hat einen Platzbedarf von ein bis zwei Quadratmetern. In der Regel reichen zwei bis drei Zucchinipflanzen aus, um den Bedarf einer kleinen Familie zu decken.

Wenn Ihnen nur wenig Anbaufläche zur Verfügung steht, können Sie rankende Sorten mit einer Rankhilfe nach oben leiten. So sparen Sie Platz in Ihrem Gewächshaus. Der Abstand zu anderen Kulturen im Beet sollte etwa fünfzig Zentimeter betragen. Als Beetpartner eignen sich hier vor allem Kapuzinerkresse, Zwiebeln, Lauch und Stangenbohnen.

Zucchini bevorzugen einen humusreichen, leicht erwärmbaren Boden, der Feuchtigkeit gut speichert. Die optimale Lufttemperatur beträgt 20 bis 24 Grad Celsius. Bei Temperaturen von weniger als 15 Grad stagniert das Wachstum.

Zucchini gießen und düngen

Zucchini benötigen viel Dünger, daher sollten Sie die Pflanzen mehrmals mit Brennnesseljauche, Kompost, Stallmist oder Kuhdung-Pellets versorgen. Zusätzlich freuen sich die Gemüsekürbisse über mineralischen Dünger. Zu viel Stickstoffdünger steigert jedoch die Anfälligkeit gegen Mehltau. Wenn Ihr Gewächshaus groß genug ist, sollten Sie also besser mehr Zucchini pflanzen und so den einzelnen Pflanzen geringere Erträge abverlangen.

Regelmäßiges Gießen belohnen die Zucchinipflanzen durch mehr Früchte. Ideal ist leicht erwärmtes Wasser. Auch abgestandenes Leitungswasser ist zu empfehlen. Damit die heranwachsenden Zucchini auf dem feuchten Boden nicht faulen, können Sie Holzwolle oder Stroh unterlegen.

Zucchini richtig pflegen

Anfangs müssen die Pflanzen häufig gehackt werden. Diese Arbeit entfällt jedoch, sobald die Zucchini sich ausbreiten. Ein bis zwei Wochen nach der Pflanzung sollten Sie Ihre Gemüsekürbisse mulchen. Hiermit verlangsamen Sie zum einen das Wachstum von Wild- und Unkräutern und zum anderen hält der Boden die Feuchtigkeit besser.

Setzen die Pflanzen kaum Früchte an, liegt das möglicherweise an der unzureichenden Befruchtung der weiblichen Blüten. Hier helfen Sie ganz leicht nach: Pflücken Sie nur eine voll entwickelte männliche Zucchiniblüte ab, entfernen Sie die Blütenblätter zu und die freigelegten Staubgefäße in den weiblichen Blütentrichter zu schieben.

Ernte und Lagerung der Zucchini

Je nach Sorte beginnt die Ernte bereits nach wenigen Wochen, nachdem Sie die Zucchini ausgesät haben. Lassen Sie die Früchte am besten nicht größer als 15 bis 20 Zentimeter werden, da sonst ihr feines Aroma verloren geht und sie zunehmend holzig und fad schmecken. Je früher und regelmäßiger Sie ernten, desto mehr neue Früchte bildet die Pflanze aus.

Übrigens sind nicht nur die Zucchinifrüchte zum Verzehr geeignet, sondern auch die Blüten, die sogar als Delikatesse gelten. Reife Zucchini können Sie etwa vierzehn Tage lang lagern. Der Aufbewahrungsort sollte jedoch mindestens zehn Grad warm sein, damit die Früchte nicht weich und bitter werden.

Welche Krankheiten und Schädlinge befallen die Zucchini?

Zucchini haben kaum natürliche Feinde. Zu den relevantesten Schädlingen gehören Spinnmilben, Thripse und Nacktschnecken. Gegen diese hilft das Spritzen mit Tabakbrühe oder einem Sud auf Rainfarnbasis.

Pilzerkrankungen

Wenn Sie im Gewächshaus Zucchini pflanzen, müssen Sie vermehrt mit Mehltau rechnen. Diesen erkennen Sie an weißen, pudrigen Flecken auf dem Blattwerk der Pflanzen. Entfernen Sie bei einem Befall alle erkrankten Blätter. Vorbeugend haben sich Spritzbehandlungen mit Flüssigschwefel oder mit atomisiertem Schwefel bewährt.

Weitere Pilzkrankheiten sind:

  • Grauschimmel
  • Sclerotinia-Welke
  • Fusarium oxysporum

Tierische Schädlinge

Fallen Ihnen auf den Blättern Ihrer Zucchini kleine weiße Flecken ins Auge, könnte es sich um einen Thripse-Befall handeln. Sind die Pflanzen stark befallen, nekrotisieren die Blätter, bis sie letztendlich absterben. Auch an den Früchten können Verkrümmungen und Verkrüppelungen auftreten. Die Bekämpfung erfolgt am besten mit Nützlingen wie Raubmilben.

Zu den tierischen Schädlingen zählen außerdem:

  • Blattläuse
  • Minierfliegen
  • Weiße Fliege

Bakteriosen und Virosen

Werden Ihre Zucchini im Gewächshaus vom Blütenansatz her weichfaul und zersetzt sich das Fruchtfleisch zu einem übelriechenden Brei, sind die Pflanzen wahrscheinlich von der bakteriellen Weichfäule befallen. Diesem Übel können Sie nur begegnen, indem Sie die Zucchini weitgehend trocken halten und angegriffene Früchte möglichst schnell entfernen.

In diese Krankheitsgruppe fallen auch:

  • Eckige Blattfleckenkrankheit
  • Gurkenmosaikvirus
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