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Knackig und gesund – leckere Paprika selber anbauen

Frische Gemüsepaprika und Chilischoten aus dem eigenen Garten sind die ideale Grundlage für viele Gerichte und Soßen. Wenn Sie Paprika im Gewächshaus anbauen wollen, müssen Sie nur wenig beachten. Mit ein paar Tipps ist der Anbau der Beerenfrüchte daher für jeden Hobbygärtner machbar. Am Ende des Prozesses vom Paprika aussäen bis hin zur Ernte, wird Ihre Mühe mit gesundem, ungespritztem Gemüse und dem besonderen Geschmack selbst angebauter Lebensmittel belohnt.

Paprika pflanzenein Überblick
Pflanzzeit Mai
Wassermenge feuchte, aber nicht nasse Erde
Düngung Starkzehrer
Ernte Juli bis November

Spannendes Hintergrundwissen über die Paprika

Unter den Begriff Paprika fallen nicht nur die meist in Gelb, Rot und Grün erhältlichen Gemüsepaprika. Auch die scharfen Chilischoten und Peperoni zählen zur Gattung der Paprika (Capsicum). Der botanische Name verrät bereits den für die Schärfe verantwortlichen Inhaltsstoff, das Capsaicin, das in den bekannten höllenscharfen Habanero-Chilis mit einer Schärfe von bis zu 1.000.000 Scoville vorkommt. Ein Schärfegrad also, der selbst hart gesottene Schärfe-Liebhaber an ihre Grenzen bringt.

Die Paprika zählt, wie die Kartoffel und die Tomate, zu den Nachtschattengewächsen und ist eine Beerenfrucht. Neben den ampelfarbenen Gemüsepaprika gibt es die milden, hellgelben Spitzpaprika, die süße Tomatenpaprika oder die kleinen Minipaprika. Grüne Paprika sind übrigens keine eigene Sorte, sondern unreif geerntete Früchte, die daher auch bitterer schmecken als ausgereifte Exemplare.

Besonderheiten sind Paprika in außergewöhnlichen Farben wie Lila oder Braun oder Paprika mit besonderen Formen. Neben der Spitzpaprika gibt es zum Beispiel die Apfelpaprika, deren Form weniger an einen Apfel als vielmehr an einen Kürbis erinnert.


Der erste Schritt zu leckerem Gemüse – die Paprika aussäen

Die Aussaat von Paprika lohnt sich vor allem, wenn Sie viele Paprika pflanzen möchten und den Aufwand für die Anzucht nicht scheuen. Bei der Wahl der passenden Sorten gilt: Samen bieten meist eine größere Auswahl als fertig gezogene Pflanzen, außergewöhnliche Sorten und Farbvarianten sind ebenfalls meistens nur als Samen erhältlich. Sie können auch die getrockneten Samen aus gekauften oder selbst gezogenen Paprika aussäen. Die Ergebnisse sind hierbei jedoch meist nicht vorauszusehen.

Da Paprika recht langsam wachsen, sollte bereits im März mit der Aussaat begonnen werden. Füllen Sie dafür flache Schalen mit nährstoffarmer Anzuchterde. Anschließend setzen Sie die Samen etwa 1 cm tief in die Erde und stellen die Schale an einen warmen Ort. Bei einer Temperatur von ca. 23-25 Grad und dauerhaft feuchtem, nicht nassem, Substrat werden die Pflanzen bald ihre ersten Blätter ausbilden. Dann können sie einzeln in Töpfe mit vorgedüngter Erde pikiert werden.

Jetzt geht’s ins Gewächshaus: Paprika pflanzen

Vorgezogene Pflanzen aus der eigenen Wohnung oder dem Fachgeschäft können ab Mai nach draußen umziehen. Da sie viel Wärme benötigen sind Paprika im Gewächshaus aber besser aufgehoben. Hier können sie bereits ab Ende April Paprika pflanzen. Der Boden bzw. die Erde sollte dabei nährstoffreich sein, ein gutes Wasserhaltevermögen haben und nicht zu schwer sein. Kompost ist außerdem eine gute Starthilfe und liefert auf natürliche Weise alle wichtigen Nährstoffe.

Bereiten Sie zunächst ein Pflanzloch vor, das an den Seiten etwa 2 cm breiter ist als der Topf und 1-2 cm tiefer. Entnehmen Sie nun die Pflanze vorsichtig aus dem Topf – keinesfalls sollten Sie dabei den Erdballen an der Pflanze herausziehen. Die Pflanze wird dann in das Loch gesetzt und die Hohlräume werden mit Erde gefüllt, angedrückt und angegossen.


Folgende Ansprüche der Paprika an ihren Standort sollten Sie beim Pflanzen beachten:

  • Wärme
  • Licht
  • viele Nährstoffe
  • Feuchtigkeit, aber keine Staunässe
  • gute Beetpartner: Tomaten und Gurken

Mit der richtigen Pflege der Paprika zu einem hohen Ernteerfolg

Damit die Paprika nicht unter der Last der Früchte umknickt, sollte sie frühzeitig eine Stütze bekommen. Dazu eignen sich Gitter oder Bambusstäbe, an welchen die Pflanzen locker mit Pflanzdraht oder Bindfaden befestigt werden. Die Bindungen sollten regelmäßig geprüft und frische Triebe neu angebunden werden. Die Erde müssen Sie immer feucht halten, sie darf aber nicht zu nass sein. Die Folge von zu nasser Erde können Faulstellen und Pilzbefall sein.

Paprika haben einen hohen Nährstoffbedarf und wollen regelmäßig gedüngt werden. Als Dünger eignen sich reifer Kompost oder Mist. Die Verwendung eines organischen Langzeitdüngers dagegen verringert den Düngeaufwand und ist auch für Gartenanfänger relativ einfach zu verwenden. Für eine genaue und an jede Wachstumsphase angepasste Düngung oder für den Ausgleich von akuten Mangelerscheinungen ist Flüssigdünger, der über das Gießwasser verabreicht wird, ideal.

Häufige Krankheiten und Schädlinge an Paprika sind Mehltau, Spinnmilben und Schnecken. Durch regelmäßige Kontrollen und das rechtzeitige Ergreifen von Gegenmaßnahmen wie dem Entfernen von erkrankten Pflanzenteilen oder dem Aufstellen eines Schneckenzauns kann die Ernte meist noch gerettet werden.

Das große Finale: Paprika ernten und genießen

Je nach bevorzugtem Reifegrad können die Paprika bereits ab Ende Juli geerntet werden. Jetzt sind die Paprika grün und leicht bitter, ideal zum Beispiel für frische Salate oder asiatische Gerichte. Mit längerer Reifezeit wird der Geschmack milder und süßer, die Farbe wechselt von Gelb zu Rot. Es dauert ein paar Wochen, bis die Paprika sich von Grün zu Rot wandelt. Dabei werden nicht alles Früchte gleichzeitig reif, es lohnt sich also, den Bestand regelmäßig zu kontrollieren. Außerdem können Sie so den ganzen Sommer lang frische Paprika ernten.

Damit die Triebe und andere Früchte nicht beschädigt werden, ernten Sie am besten mit einer scharfen Schere oder einem Messer und schneiden die Frucht über dem Ansatz ab. Wenn es im Herbst kälter wird, endet die Erntezeit, denn ab ca. 17 Grad hören die Früchte auf zu wachsen. Für Paprika im Gewächshaus kann die Erntezeit bis Anfang November ausgedehnt werden. Gelagert werden Paprika am besten kühl und trocken, wobei ihnen der Kühlschrank aber zu kalt ist.

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