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Kohlrabi selbst anbauen – eigene Ernte aus dem Gewächshaus

Kohlrabi, auch als Stängelrübe, Rübkohl oder Oberrübe bekannt, wird nirgends häufiger gegessen als in Deutschland. Die Bundesrepublik ist zugleich das Hauptanbaugebiet für das leckere Gemüse. Der Anbau von Kohlrabi im Gewächshaus stellt kein größeres Problem dar und gelingt auch Gartenneulingen meist auf Anhieb. Ein paar Kleinigkeiten sollten Sie jedoch beachten, wenn Sie das Gewächshaus bepflanzen und Kohlrabi pflegen, denn nur so fahren Sie eine reiche Ernte ein.

Kohlrabi pflanzenein Überblick
Aussaat ab Mitte/Ende Februar (in beheizten Gewächshäusern ganzjährig)
Pflanzen ab Mitte März (in beheizten Gewächshäusern ganzjährig)
Standort hell
Boden mittelschwer
Temperatur zur Keimung 15 bis 18 Grad Celsius, später auch kühler
Gießen regelmäßig
Boden mittelschwer
Temperatur zur Keimung 15 bis 18 Grad Celsius, später auch kühler
Düngen Beet im Spätherbst mit Kompost anreichern
Pflege keine besondere Pflege nötig
Haupterntezeit Mai bis Oktober
Krankheiten und Schädlinge Kohlweißling, Erdflöhe, Kohlhernie

Kohlrabi – beliebte Sorten


Kohlrabi gibt es in über fünfzig Arten. Die Farbvielfalt der Knollen reicht von weißlichen über blassgrüne bis hin zu violetten und blauen Tönen. Der Durchmesser kann je nach Sorte zwischen fünf und mehr als zwanzig Zentimeter betragen. Sehr große Vertreter wiegen bis zu acht Kilogramm, sind aber nicht weniger schmackhaft als kleine Exemplare. Die größten Knollen liefern die Sorten Superschmelz und Gigant. Zu den beliebtesten Kohlrabisorten gehören außerdem:

  • Logo (schnell wachsend, gute Schossresistenz, weiße Knollen)
  • Azur Star (reift sehr schnell, hellviolette Knollen)
  • Kolibri F1 (violette Knollen, können ausgreift längere Zeit im Beet stehen bleiben)
  • Quickstar F1(reift schnell, grünlich weiße Knollen, werden nur langsam holzig)

Kohlrabi aussäen und heranziehen

Die Anzucht der Kohlrabipflanzen können Sie problemlos selbst vornehmen. Wenn Sie Kohlrabi aussäen, eignen sich Einzeltöpfe mit einem Durchmesser von vier bis fünf Zentimetern. Möchten Sie eine große Anzahl junger Pflanzen heranziehen, greifen Sie besser auf Torfplatten zurück oder legen die Samenkörner in Torfquelltöpfchen aus. Wichtig für das Aufgehen der Samen ist nach dem Kohlrabi Aussäen ein heller, 15 bis 18 Grad Celsius warmer Standort.

Sobald den Pflänzchen erste echte Laubblätter wachsen, vertragen sie auch etwas kühlere Temperaturen. Unter zehn Grad sollte das Thermometer jedoch nicht fallen, da sie sonst später keine Knollen ausbilden. Wenn Sie immer frisch säen, können Sie das ganze Jahr über eigenen Kohlrabi genießen.

Für alle, die Ihre Pflanzen nicht selbst vorziehen möchten, halten Gärtnereien und Gartenmärkte Setzlinge der unterschiedlichsten Sorten bereit. Kohlrabis im Gewächshaus fühlen sich ohne zusätzliche Beheizung ab Mitte März wohl, im beheizten Gewächshaus zu jeder Jahreszeit.


Kohlrabi pflanzen – Ansprüche an Standort und Boden

Bevor Sie Kohlrabi aussäen oder das Gewächshaus bepflanzen, müssen Sie den Boden entsprechend vorbereiten. Das Knollengemüse bevorzugt mittelschwere Böden, die schon im Vorjahr hinreichend mit wichtigen Nährstoffen versorgt wurden. Reichern Sie dazu die Erde bereits im Spätherbst mit Kompost an.

Der Abstand sollte, wenn Sie Kohlrabi pflanzen, 25 x 25 Zentimeter nicht unterschreiten, damit die Kohlrabis im Gewächshaus nicht unnötig in die Höhe schießen. Riesenkohlrabi-Sorten benötigen einen Mindestabstand von 45 x 45 Zentimetern. Setzen Sie die Pflanzen flach ein, sodass die sich später bildende Knolle unten nicht fault.

Kohlrabi steht als Kreuzblütler ungern neben anderen Vertretern dieser Pflanzenfamilie. Als gute Nachbarn für den Anbau in Mischkultur eignen sich zum Beispiel Radieschen, Buschbohnen, Tagetes oder Ringelblumen. Kohlgewächse und Kreuzblütler sollten auch nach der Kohlrabiernte nicht im selben Beet stehen. Lassen Sie mindestens drei Jahre verstreichen, bevor Sie am gleichen Standort erneut Kohlrabi pflanzen.

Gießen, Düngen und Pflegen der Kohlrabi

Auf unzureichendes Gießen oder Düngen reagieren Kohlrabipflanzen mit Schossern. Das heißt, sie bilden statt der Knolle Blüten aus. Vor allem während des Sommers benötigt das Gemüse ausreichend Wasser, da die Kohlrabiknollen sonst platzen oder holzig werden. Große Schwankungen in der Bodenfeuchte führen ebenfalls zum Aufplatzen der Kohlrabis. Um die Feuchtigkeit möglichst konstant zu halten, empfiehlt es sich, das Beet zu mulchen.

Die Pflanzen brauchen eine regelmäßige Düngung mit organischen Düngern wie Brennnesseljauche oder Hornmehl. Bringen Sie die Nährstoffe besser kontinuierlich in kleinen Mengen ein, statt einer einmaligen reichlichen Gabe. Achten Sie darauf, dass der Kohlrabi nur geringe Mengen Stickstoff bekommt. Dieser würde den Nitratgehalt der Knollen sonst erhöhen.

Insgesamt benötigt das Knollengemüse wenig Pflege. Den Bereich zwischen den einzelnen Pflanzen sollten Sie jedoch immer frei von Un- und Wildkräutern halten.


Kohlrabi – Ernte und Lagerung

Wann die richtige Zeit für die Kohlrabiernte ist, können Sie in der Regel den Samentüten entnehmen. Je nach Sorte brauchen die Knollen zwei bis drei Monate zur Erntereife. Lassen Sie Ihre Kohlrabis nicht zu lange stehen. Einige Arten neigen bei zunehmender Größe zum Holzen. Sie sind danach weniger zart und auch nicht mehr schmackhaft.

Frühe Kohlrabisorten bleiben bis zu zwei Wochen im Kühlschrank knackig und frisch. Entfernen Sie für diese Lagerform die Blätter und wickeln Sie die Kohlrabiknolle in ein feuchtes Tuch ein. Verpacken Sie angeschnittene Kohlrabis in Frischhaltefolie, um ein Austrocknen zu verhindern. Herbstkohlrabi können Sie an einem kühlen Ort zum Teil über mehrere Monate lagern. Auch hier müssen Sie das Laub abtrennen, damit es nicht zur Fäulnis kommt.

Im Gefrierfach fühlt sich Kohlrabi ebenfalls wohl. Vor dem Einfrieren sollten Sie ihn jedoch drei Minuten blanchieren. Er nimmt sonst beim Auftauen eine unschöne graue Farbe an.


Krankheiten und Schädlingsbefall bei Kohlrabi im Gewächshaus

Dank des kurzen Reifeprozesses haben Krankheiten und Schädlinge bei Kohlrabis kaum eine Chance. Vereinzelt tun sich die Raupen des Kohlweißlings an den Blättern gütlich. Achten Sie beim Gewächshaus Bepflanzen auf eine Mischkultur aus Sellerie oder Tomaten, um dies mit einfachen Mitteln zu verhindern.

Bei warmem und trockenem Wetter treten Erdflöhe auf, die das Blattwerk der Pflanzen durchlöchern. Hier helfen häufiges Hacken und Harken und das feucht Halten des Bodens. Mulchen hilft gegen diese Plagegeister ebenfalls.

Die Kohlhernie ist ein Schleimpilz, der zur Verformung der Wurzel führt und den Kohlrabi absterben lässt. Befallene Kohlrabipflanzen müssen Sie vernichten. Sie gehören keinesfalls auf den Kompost. An den betroffenen Standort sollten Sie die nächsten sieben Jahre keine Kreuzblütler, also weder Kohl oder Rettich noch Kohlrabi, pflanzen. Vorbeugend können Sie Kalkstickstoff auf Ihre Beete aufbringen.

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