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Auberginen anbauen – im eigenen Gewächshaus

Die Aubergine, auch Eierfrucht genannt, ist ursprünglich in Indien beheimatet. Sie liebt die Wärme und gedeiht in unseren Breitengraden nur schlecht in freier Natur. Optimale Wachstumsbedingungen finden die dunkel-violetten Früchte im feucht-warmen Klima von Gewächshäusern. Wenn Sie Auberginen erfolgreich aussäen möchten, müssen Sie bei der Pflege dieser anspruchsvollen Pflanze einiges beachten. Die richtige Art das Gewächshaus zu bepflanzen will ebenfalls gelernt sein.

Auberginen pflanzenein Überblick
Aussaat Februar bis April
Pflanzzeit Mai
Standort hell und warm
Temperatur 25 °C
Boden tiefgründig, humos
Gießen regelmäßig
Düngen reichlich
Pflege regelmäßiger Rückschnitt
Haupterntezeit Spätsommer bis Herbst
Krankheiten und Schädlinge Pilze, Milben, Nematoden, Schadinsekten


Sorten von Auberginen

Die Eierfrucht gibt es in den unterschiedlichsten Sorten, die in Bezug auf Blätter, Blüten und Früchte oftmals deutlich voneinander abweichen. Bevor Sie Auberginen pflanzen, ist es daher ratsam, sich diesbezüglich eingehender zu informieren. Zu den beliebtesten Vertretern zählen:

  • Lange Violette (bekannte griechische Sorte)
  • Ping Tung (bis zu 30 Zentimeter lange schwarze Früchte)
  • De Barbetane (frühe Sorte aus Frankreich)
  • Türkisch Orange (kleine orangefarbene Früchte)
  • Casper (bis zu 12 Zentimeter lange weiße Früchte)

Auberginen aussäen

Die Aubergine lässt sich problemlos über ihre Kerne vermehren. Es ist jedoch wichtig, die Samenkörner einer vollreifen Frucht zu entnehmen. Wenn Sie Auberginen aussäen empfiehlt es sich, anhaftendes Fruchtfleisch von den Samen zu entfernen. Gönnen Sie diesen dafür ein Vollbad in lauwarmem Wasser. Wenn Sie die Körner bis zum Aufquellen in dem Bad belassen, beschleunigen Sie zugleich den Keimungsvorgang.


Stecken Sie die Auberginen-Kerne nach der Reinigung einzeln in mit Anzuchterde oder Torf gefüllte Gefäße. Stellen Sie diese an einen hellen, warmen Platz und gießen Sie sie gut an. Kontrollieren Sie regelmäßig die Feuchtigkeit und geben Sie bei Bedarf Wasser nach. Das Aussäen der Auberginen erfolgt am besten zwischen Februar und April. Pikieren Sie die aufgegangenen Jungpflanzen, sobald erste Blättchen über den Keimblättern erscheinen. Haben Sie die Pflanzentriebe so getrennt, können Sie Ihr Gewächshaus schon ab Mai mit den Setzlingen bepflanzen.


Standort- und Bodenansprüche der Auberginen

Damit Ihre Auberginen sich im Gewächshaus so richtig wohl fühlen, benötigen sie eine konstante Lufttemperatur von 25 Grad Celsius. Da die Gewächse eine Höhe von bis zu 1,50 Metern erreichen und dabei sehr ausladend werden, sollten sie beim Auberginen Pflanzen genügend Platz (etwa 40 Zentimeter) zwischen den einzelnen Pflänzchen lassen.

Auberginen pflanzen Sie am besten in tiefe, humose Erde. Ideal ist ein pH-Wert von sechs bis sieben. Der Boden darf keinesfalls zu kalt sein. Sorgen Sie für eine ausreichende Wasserversorgung, da Flüssigkeitsmangel sich negativ auf die Fruchtbildung auswirkt. Die Eierfrucht ist unverträglich mit Vorgängern derselben Art. An gleicher Stelle sollten Auberginen im Gewächshaus daher nur alle drei Jahre angebaut werden.

Gießen und Düngen von Auberginen

Die oberste Prämisse bei der Aufzucht der Eierfrüchte lautet: Auberginen benötigen viel, viel Wasser. Gießen Sie Ihre Pflanzen deshalb regelmäßig ein bis zweimal pro Woche, damit der Boden nicht austrocknet. Vermeiden Sie dabei aber trotzdem das Benetzen der Blätter, um das Risiko von Mehltau und anderen Blattkrankheiten möglichst gering zu halten. Wässern Sie stattdessen ausschließlich den Boden am Pflanzenfuß. Eine Mulchschicht aus Stroh, trockenem Laub oder Brennnesselblättern schützt zusätzlich vor Austrocknung.

Die zweite Anforderung für eine reiche Ernte ist: Für ein optimales Wachstum benötigt die Aubergine ausreichend Nährstoffe. Versorgen Sie deshalb Ihre Pflanzen regelmäßig mit einem natürlichen Dünger wie Kompost, Stallmist oder Brennnesseljauche. Bei ausgewachsenen Pflanzen empfiehlt sich zudem eine Stickstoffdüngung. Beachten Sie jedoch bei der Auswahl des Düngemittels, dass die Eierfrucht empfindlich auf Chlor reagiert.

Pflege der Auberginen

Das Rückschneiden überflüssiger Triebe zählt zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen, wenn Sie Ihr Gewächshaus bepflanzen. Dabei sollten Sie den Haupttrieb nach dem sechsten Blatt stutzen. Binden Sie zwei Nebentriebe nach oben und kürzen Sie diese ebenfalls. Schneiden Sie alle überzähligen Ranken ab, da sie der Pflanze unnötig viel Energie rauben.

Binden Sie die Ausleger an ein Rankgitter an oder stützen Sie die Pflanzen mit Stäben ab, um ein Umkippen zu vermeiden. Dem Abbrechen der Triebe können Sie durch regelmäßiges Schneiden entgegenwirken. Da es sich um einjährige Gewächse handelt, sterben die Pflanzen im Herbst ab. Die Überreste können Sie in der Biotonne oder auf dem Kompost entsorgen.

Auberginen-Ernte

Wenn Sie beim Auberginen Aussäen und bei der Pflege alles richtig gemacht haben, können Sie sich im Spätsommer bis Herbst auf einen reichen Ertrag freuen. Pflücken Sie die Auberginen am besten in nicht voll ausgereiftem Zustand. Das Fruchtinnere sollte jedoch nicht mehr grünlich sein, da die Auberginen sonst noch zu viel leicht giftiges Solanin enthalten. Eine matte Schale sowie braune Flecken auf dem Fruchtfleisch weisen auf Überreife hin.


Trocken, kühl und möglichst dunkel – bei diesen Lagerbedingungen halten reife Auberginen mehrere Tage lang. Ein Aufbewahren im Kühlschrank nehmen die Früchte Ihnen allerdings schnell übel und bilden schon nach kurzer Zeit unschöne Flecken. In verzehrfertiger Zubereitung können Sie die Auberginen problemlos einfrieren.


Welche Krankheiten und Schädlinge befallen Auberginen?

Pilzerkrankungen von Auberginen

Als gefährlichste Auberginen-Krankheit gilt die Verticillium-Welke. Sie befällt zunächst die Blattränder und breitet sich dann bis zur Mittelrippe aus. Die Blätter verfärben sich erst hellgrün und später gelblich. Diese Erkrankung tritt vorwiegend im mehrjährigen Anbau auf. Oft sind Pilzerkrankungen eine Folge des falschen Standortes oder von Mangelerscheinungen. Zu den häufigsten Pilzen gehören die Stängelfäule, Grauschimmel oder der Echte Mehltau.

Nematoden und Milben schaden den Auberginen

Nematoden bilden kleine gallenartige Auswüchse an den Wurzeln der Auberginen und schädigen die Pflanzen durch Saftentzug. Dem wirken Sie entgegen, wenn Sie entweder veredelte Sorten pflanzen oder den Standort wechseln. Als typische Schwächeparasiten verursachen Spinn- und Weichhautmilben vertrocknete Blätter und harte, braungelbe Früchte. Diese Schädlinge können Sie durch den frühzeitigen Einsatz von Raubmilben oder durch Netzschwefelanwendungen dezimieren.

Für Auberginen gefährliche Schadinsekten

Blattläusen und Mottenschildläusen begegnen Sie am besten durch die optimale Ernährung der Pflanzen und den Einsatz von Nutzinsekten wie Schlupfwespen oder Raubmilben. Blattfressende Erdflöhe halten Sie durch feinmaschige Gemüseschutzvliese fern. Der Hauptschädling für die Auberginenpflanze ist der Kartoffelkäfer, dem Sie nur durch regelmäßiges Absammeln beikommen können. Auch Bacillus-thuringiensis-Präparate zeigen gute Wirkung.

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