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Ein Leben mit dem Kürbis im Gemüsebeet

Vom kleinen Hokkaido bis zum mannshohen Riesenkürbis – die Beerenfrucht hat ihren Siegeszug von Amerika bis nach Europa und Asien absolviert. Das leckere Gemüse ist einfach anzubauen und verdeckt zum Beispiel unschöne Komposthaufen. Mit ausreichender Düngung wachsen Kürbisse bis zum Herbst zu voller Größe heran und können je nach Sorte über den Winter gelagert werden. Mit einem warmen, großen Platz und Dünger ist der Kürbis im Gemüsebeet ein dankbares Gemüse mit reicher Ernte. Und wenn Sie besonders gut aufpassen, erscheint für Fans der Peanuts an Halloween der „Große Kürbis“ in Ihren Gemüsebeeten.

Kürbis pflanzender Überblick
Aussaat im Haus März–April
Aussaat Freiland Mai
Pflanzzeit Mai
Blütezeit Juli
Bodenbeschaffenheit feuchte, aber nicht nasse Erde
Nährstoffmenge Starkzehrer
Ernte August bis November

Ein Kürbis kommt ins Haus

Der wilde Kürbis hat seinen Ursprung in Amerika und noch heute spielen Kürbisse nicht nur in der Küche eine wichtige Rolle. Man denke nur an die kunstvoll verzierten Kürbisse zu Halloween oder an Volksfeste, auf denen der größte und schwerste Kürbis gekürt wird. Durch gezielte Züchtungen steht dem Gärtner heute eine große Auswahl an Kürbissen zur Verfügung. Die am häufigsten kultivierten Arten sind der Gartenkürbis, zu dem der Spaghettikürbis oder die Zucchini gehören, der Moschuskürbis und der Riesenkürbis. Zu den Riesenkürbissen zählt übrigens auch der bekannte Hokkaidokürbis.

Bei ihm handelt es sich um eine kleine Züchtung aus Japan, die sich durch einen geringen Faseranteil und eine essbare Schale auszeichnet. Die kleinen Zierkürbisse mit ihren dekorativen Formen und Farben sind zwar teilweise essbar (Vorsicht: Manche sind giftig!), haben aber eine sehr harte Schale und schmecken auch irgendwie nach Kürbis, doch einfach nicht richtig. Dafür sind sie lange haltbar und eine wunderschöne Dekoration für Herbst und Winter.

Der Kürbis in der Kinderstube

Kürbisse können von März bis Ende April im Haus vorgezogen werden. Für die Anzucht sollten Sie eine nährstoffarme Anzuchterde wählen und 2 bis 3 Samen in einen Topf setzen. Die Samen werden mit der spitzen Seite voran so gesetzt, dass der Samen dünn mit Erde bedeckt ist. An einem warmen Ort, zum Beispiel auf der Fensterbank über der Heizung, werden die Samen bald keimen. Nach etwa einer Woche, wenn die Pflänzchen circa 2 Zentimeter hoch sind, lassen Sie die stärkste Pflanze stehen und entfernen die schwächeren.

Kürbisbabys reagieren empfindlich auf Veränderungen und sollten nicht pikiert werden; der Topf sollte also mindestens 10 Zentimeter Durchmesser haben. Bis Sie Ihren Kürbis pflanzen können, muss die Pflanze gleichmäßig feucht gehalten werden. Die Temperatur sollte langsam gesenkt werden, um die Jungpflanzen langsam an die Gegebenheiten im Freien zu gewöhnen. Nach den Eisheiligen Mitte Mai können sie dann nach draußen. Beim Aussähen direkt im Gemüsebeet, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist, werden die Samen wie im Topf leicht mit Erde bedeckt und angegossen. Es ist aber wichtig, von Anfang an genügend Platz einzuplanen.

Der Kürbis wächst und wächst

Wie ein Teenager hat jede Kürbissorte ihre ganz eigenen Vorstellungen vom weiteren Leben und benötigt ihren Freiraum. Besonders Sorten mit großen Früchten brauchen ausreichend Platz, für sie sollten Sie daher eine Fläche von 1,5 bis 2 Quadratmetern pro Pflanze vorsehen. Auch kleinere Sorten sollten mindestens 1 x 1 Meter Platz bekommen. Zu eng gesetzte Pflanzen sind anfällig für Pilzerkrankungen und Faulstellen, sie bekommen außerdem kleinere Früchte. Rankende Sorten erhalten nach der Pflanzung ein stabiles Rankgitter, an dem sie emporwachsen können. Kriechenden Sorten oder Buschformen mögen eine Bodenabdeckung in Form von Stroh oder trockenem Grasschnitt, damit die Früchte später nicht direkt auf nasser Erde liegen.

Der Standort zum Kürbis pflanzen sollte sonnig bis maximal halbschattig sein, der Boden dabei durchlässig und frisch. Zu schweren Boden können Sie durch die Zugabe von Sand auflockern. Als Bodenvorbereitung empfiehlt sich das Einarbeiten von reifem Kompost in die obere Schicht der Erde, der den Kürbissen eine gute Startdüngung gibt. Auf Grund seines hohen Nährstoffbedarfes können Sie Kürbisse gut angrenzend an den Komposthaufen setzen. Direkt auf dem Kompost sollte die Pflanze jedoch nicht sitzen, da sie sonst dem Kompost wertvolle Nährstoffe entzieht.

Ansprüche des Kürbis im Gemüsebeet:

  • Wärme
  • Sonne bis Halbschatten
  • windgeschützt
  • genügend Nährstoffe
  • mäßig gießen, keine Staunässe

Der erwachsene Kürbis

Kürbisse sind sehr empfindlich gegenüber Frost. Nachdem Sie den Kürbis pflanzen, sollte die Pflanze daher in kalten Nächten unter 5 Grad Celsius abgedeckt werden. Dazu eignet sich Gartenvlies oder ein Dach aus Tannenzweigen. Bis der Kürbis im Gemüsebeet angewachsen ist, muss er regelmäßig gegossen werden. Später hat er ein weit verzweigtes Wurzelsystem aufgebaut und übersteht auch trockenere Perioden. Während länger anhaltender Trockenphasen können Sie Ihrem Kürbis Wasser geben. Große und dafür seltenere Wassergaben tun dem Kürbis gut, Staunässe verträgt er gar nicht.

Der Kürbis ist ein Starkzehrer. Das heißt, er benötigt ausreichend Nährstoffe in Form von Kompost oder organischem Dünger. Häufige Schädlinge sind Blattläuse oder weiße Fliegen, auch Schnecken laben sich gern an den süßen Kürbissen und sollten rechtzeitig bekämpft werden. In zu feuchtem Boden der Gemüsebeete können bereits die Samen beginnen zu faulen, Nässe und Kälte begünstigen Pilzbefall. Deshalb ist es wichtig, die Kürbisse zu beobachten. Die Zeit der Blüte ist besonders schön, aber auch nur kurz, denn bereits im Herbst, nach der Blütezeit im Sommer, müssen Sie sich von den lieb gewonnenen Pflanzen wieder verabschieden.

Große Ernte für den Kürbis

Die Kürbisernte beginnt je nach Sorte bereits im Frühsommer. Jetzt werden die sogenannten Sommerkürbisse geerntet. Diese ernten Sie am besten im grünen, also unreifen Zustand. Zu ihnen zählen die Zucchini, Pattissons und Rondini. An den Pflanzen bilden sich bis in den Herbst hinein neue Früchte, die laufend geerntet werden können. Ab Ende August beginnt die Erntezeit für Winterkürbisse. Den richtigen Zeitpunkt der Reife erkennt man daran, dass die Schale hart und in der sortentypischen Farbe ausgebildet ist. Ist der Stielansatz hart und trocken, ist der Kürbis perfekt für die Ernte.

Wenn Sie den Kürbis lagern möchten, entfernen Sie den Ansatz nicht von der Frucht, hier können sonst Schimmel oder Fäule auftreten. Die Ernte zieht sich je nach Witterung bis in den November; die letzten Kürbisse sollten vor dem ersten Frost abgeerntet sein. Die Lagerung von Winterkürbissen erfolgt trocken und kühl an einem frostfreien Ort. So gelagert können sie bis in den nächsten Frühling überdauern, wenn sie nicht vorher in Ihrem Kochtopf landen.

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