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Laubsauger oder Laubbläser – welches Gerät wofür?

Ob dicke Laubschichten auf Gehwegen, Rasenflächen oder in Blumenbeeten – mit einem leistungsfähigen Laubsauger oder Laubbläser können Sie das Laub ohne schweißtreibende körperliche Arbeit leicht entfernen. Allerdings sind die Geräte nicht für alle Einsatzzwecke gleichermaßen geeignet. Unser nachfolgender Ratgeber gibt Ihnen wertvolle Tipps, wann Sie sich für einen Laubbläser oder Laubsauger entscheiden sollten.

Laubsauger, Laubbläser – was sind die Unterschiede?

Ein Laubsauger funktioniert ähnlich wie ein Staubsauger. Durch einen von einem Verbrennungs- oder Elektromotor angetriebenes Gebläse wird ein Unterdruck erzeugt, welcher das Laub über ein Rohr in einen Vorratssack saugt. Viele Laubsauger verfügen zusätzlich über eine Häckselfunktion, die das Laub vor dem Einblasen in den Vorratssack zerkleinert. Ein Laubbläser arbeitet dagegen ähnlich wie ein Fön. Durch einen Motor wird ein Gebläse angetrieben, welches Luft über ein Rohr mit hoher Geschwindigkeit austreten lässt. Mit diesem lokal sehr starken Luftstrom lassen sich Blätter zu einem Haufen blasen. Im Gegensatz zu einem Laubsauger kann das Laub mit einem Laubbläser nicht direkt aufgefangen werden.

Laubsauger: Vor- und Nachteile

Laubsauger
  • Vorteile: Laubsauger befördern das Laub in einen Fangsack, sodass Sie das Laub zum Beispiel direkt auf den Kompost oder in Laubsäcke entleeren können. Dies ist bei kleineren Flächen deutlich zeitsparender als das Laub erst auf einen Haufen zu blasen und es dann mit Besen, Schaufel und Schubkarre abzutransportieren. Laubsauger mit Häckselfunktion reduzieren das Volumen des Laubes außerdem um etwa den Faktor 10. So lässt sich deutlich mehr Laub in Kompostboxen oder Grünabfallsäcken unterbringen. Weiterhin verrottet gehäckseltes Laub deutlich schneller als ganze Blätter. Dieser Vorteil macht sich besonders bei Eichenlaub bemerkbar, das sich aufgrund der enthaltenen Gerbsäure in ganzem Zustand nur langsam zersetzt. Gehäckseltes Laub verklebt beim Komprimieren auf dem Kompost nicht zu weitgehend sauerstoff- und wasserundurchlässigen Placken, die oft erst nach 5 bis 6 Jahren zu Kompost werden. Mit einem Laubsauger können Sie Laub zwischen empfindlichen Blumen oder Stauden meist besser entfernen als mit einem Laubbläser, der diese durch seinen starken Luftstrom beschädigen könnte. Außerdem wirbeln Laubsauger kaum Dreck und Staub auf. Dies ist bei der Arbeit mit starken Laubbläsern besonders bei trockenem Wetter oft ein unangenehmes Problem. So kann Staub durch geöffnete Fenster in die Wohnung eindringen oder aufgewirbelte Steinchen und kleine Äste werden zu Geschossen, die Fenster oder geparkte Autos beschädigen können.

  • Nachteile: Die Kapazität des Fangsacks von Laubsaugern ist begrenzt. Bei größeren Laubmengen kann daher das ständige Leeren des Sacks zu einer zeitraubenden Angelegenheit werden. Weiterhin haben Laubsauger meist nicht genug Kraft, um nasses oder verklebtes Laub produktiv aufzusaugen. Dies gilt vor allem, wenn das Laub auf Gehwegen, Straßen oder dem Pflaster von Einfahrten haftet.

Für wen und welche Einsatzzwecke ist ein Laubsauger geeignet?

Laubsauger sind gut geeignet, wenn Sie Laub in einem eher kleinen Garten oder Schrebergarten entfernen möchten. Außer vom Rasen oder von Beeten können Sie Laub mit Laubsaugern auch gut zwischen Stauden und Blumen heraussaugen. Für das Aufsaugen von Laub unter dem Carport eignen sich die Geräte ebenfalls gut. Wie bereits erwähnt, verringern Geräte mit integrierter Häckselfunktion das Laubvolumen sehr deutlich. Dies ist von Vorteil, wenn Sie nur über einen kleinen Kompost verfügen oder das Laub aufwendig über Grünabfallsäcke oder Sammelstellen entsorgen müssen. Wegen der geringeren Geräusch- und Staubentwicklung lassen sich elektrische Laubsauger besser in Wohngebieten einsetzen als benzinbetriebene Laubbläser.

Laubbläser: Vor- und Nachteile

Laubläser
  • Vorteile: Ein Laubbläser ist besonders für größere Laubmengen gut geeignet, da das Laub nicht in einem Fangsack aufgefangen wird und die Arbeit daher nicht schon nach wenigen Minuten zum Leeren des Sacks unterbrochen werden muss. Mit einem leistungsstarken Laubbläser lässt sich auch nasses Laub gut zusammenblasen. Da feuchte Wetterperioden während des Laubfalls eher die Regel sind, erleichtert dies die Arbeit gegenüber einem Laubsauger oft sehr. Weiterhin können Sie einen Laubbläser ebenso zum allgemeinen Reinigen von Geh- und Plattenwegen benutzen. So lässt sich zum Beispiel von Rasentrimmern oder Rasenmähern auf den Gehweg gewirbelter Schmutz mit den Geräten schnell entfernen.

  • Nachteile: Da Laubbläser über keinen Fangsack verfügen, müssen Sie das auf den Haufen geblasene Laub mit Rechen, Schaufel und Schubkarre beseitigen. Dies ist bei kleinen Laubmengen im Vergleich zu einem Laubsauger mit Fangsack unproduktiv. Weiterhin wird beim Arbeiten mit Laubbläsern bei trockener Witterung viel Staub freigesetzt und die Blasrichtung kann nicht präzise gesteuert werden. So lässt sich trockenes Laub auf offenen Flächen oft nur schwer zu einem Haufen zusammenblasen. Besonders schwierig wird dieses Vorhaben, wenn zusätzlich stärkerer Wind herrscht. Nutzen Sie daher Mauerecken oder andere Barrieren zum „Anlegen“ der Laubhaufen. Im Vergleich zu Laubsaugern sind benzinbetriebene Laubbläser außerdem sehr laut. Dies kann schnell zu einer Belastung des Nachbarschaftsfriedens werden.

Wann ist der Kauf eines Laubbläsers vorteilhaft?

Laubbläser spielen Ihre Vorteile vor allem auf größeren Flächen aus. Für kleine Gärten oder Schrebergartenparzellen sind die Geräte weniger geeignet, da hier oft kein Platz für die beim Blasen entstehenden Laubhaufen ist. Sie sollten zu einem Laubbläser greifen, wenn Ihr Grundstück über größere, von Bäumen umstandene Rasenflächen verfügt. Längere Gehwege, Auffahrten oder große Terrassen lassen sich mit Laubbläsern ebenso schnell von Laub befreien. Außerdem sind Laubbläser gut dazu geeignet, Laub aus Sträuchern oder Hecken zu entfernen. Für Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus gehören Laubbläser ebenfalls zur Standardausstattung.

Kombinierte Laubsauger/Laubbläser

Im Handel sind kombinierte Laubsauger/Laubbläser erhältlich, die Sie durch eine Umkehrung des Luftstroms als Laubsauger und Laubbläser einsetzen können. Die Geräte sind im Vergleich zu reinen Laubsaugern bzw. Laubbläsern allerdings teurer.

Antrieb und Leistung

Ob Sie sich für einen Laubsauger oder Laubbläser entscheiden – Leistung und Einsatzmöglichkeiten der Geräte hängen grundlegend von ihrem Antrieb ab. Generell werden Laubbläser und Laubsauger mit drei verschiedenen Antriebskonzepten angeboten:

  • Elektrisch betriebene Geräte eignen sich wegen ihrer schwächeren Leistung eher für kleinere Flächen. Laubsauger und Laubbläser mit Elektroantrieb sind im Vergleich zu benzinbetriebenen Geräten relativ günstig, leicht und leise. Außerdem verursacht ein Elektroantrieb keine Abgase und der Elektromotor benötigt kaum Wartung. Dafür sind Sie bei einem Elektroantrieb von einem Stromanschluss abhängig und das Verlängerungskabel verheddert sich gern an Büschen, Zaunpfählen oder Stauden. Die Leistung des Elektroantriebs sollte mindestens 2.000 bis 2.500 Watt betragen.

  • Ein Benzinantrieb macht Sie beim Saugen oder Blasen von Laub unabhängig von Steckdosen und langen Verlängerungskabeln. Weiterhin verfügt ein Benzinmotor meist über deutlich mehr Leistung als ein Elektroantrieb, sodass Sie mit benzinbetriebenen Geräten auch nasses Laub leicht beseitigen können. Modelle für den semiprofessionellen Einsatz sind in der Regel mit Motoren von ca. 0,75 kW ausgestattet. Zu den Nachteilen von Benzinmotoren gehört die hohe Geräusch- und Abgasentwicklung.

  • Mit einem Akku ausgestattete Laubsauger oder Laubbläser vereinen auf den ersten Blick die Vorteile von Elektro- und Benzinantrieb. So brauchen Sie für Akku-Geräte kein Verlängerungskabel - und Abgase stößt ein Elektromotor mit Akkuspeisung natürlich ebenfalls nicht aus. Allerdings sind Kapazität bzw. Größe des Akkus aus Gewichtsgründen begrenzt, was die Betriebsdauer vielfach auf 10 bis 15 Minuten einschränkt. Aus diesem Grund und wegen der vergleichsweise schwachen Leistung sind akkubetriebene Geräte nur für kleine Flächen geeignet. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, einen separaten Ersatzakku anzuschaffen, damit Sie die Arbeit nicht auf den letzten Metern für die Dauer der Akkuladezeit unterbrechen müssen.

Umweltproblematik und Lärmbelästigung

Lauter Laubbläser

Durch Laubbläser und Laubsauger werden viele auf dem Boden lebende Kleinstlebewesen getötet, die für das biologische Gleichgewicht im Garten wichtig sind. Außerdem gibt es in einem klinisch reinen Garten kaum mehr Nahrung für Vögel, Insekten, Igel und andere Lebewesen. Zu den umweltbelastenden Faktoren von Laubsaugern und Laubbläsern gehören weiterhin die starken Lärmemissionen, die vor allem bei benzinbetriebenen Geräten erheblich sind. Diese Geräte stoßen mit ihren Zweitaktmotoren weiterhin hohe Schadstoffmengen aus. Beim Einsatz von Laubbläsern und Laubsaugern sollten Sie sich also der Umweltproblematik der Geräte bewusst sein. Dies heißt aber nicht, dass die Geräte nicht sinnvoll eingesetzt werden können. So halten sich auf Gehwegen, Plattenwegen oder Straßen eher selten Kleinstlebewesen auf. Auch gepflegte Rasenflächen weisen an der Oberfläche meist keinen besonders hohen Bestand der Lebewesen auf. Dagegen hat das restlose Entfernen von Laub unter Sträuchern oder Hecken einen deutlich negativeren Effekt auf die Flora und Fauna im Garten. Gärtner und Grundstücksbesitzer mit Umweltbewusstsein setzen Laubbläser und Laubsauger folglich nur dort ein, wo die Geräte ihre Vorteile klar ausspielen können und die Umwelt möglichst wenig belastet wird. Streit in der Nachbarschaft durch die maschinelle Beseitigung von Laub lässt sich oft mit einem kleinen Gespräch im Vorfeld vermeiden. So können Sie mit Ihren Nachbarn zum Beispiel gemeinsame Zeitfenster für den Einsatz von lauten Gartengeräten vereinbaren. Die Einhaltung einer Arbeitspause zur Mittagszeit fördert ebenfalls den Frieden in der Nachbarschaft.

Gibt es leise Laubsauger und Laubbläser?

Im Handel sind durchaus geräuscharme Laubsauger und Laubbläser verfügbar. Entsprechende Modelle erzeugen zum Beispiel „nur“ einen Schalldruckpegel von 83 bis 85 dB. Dies ist im Vergleich zu den über 100 dB bei den lautesten Geräten ein sehr deutlich wahrnehmbarer Unterschied. Aber selbst ab einer Lautstärke von 85 dB besteht schon Gehörschutzpflicht. Allerdings sind leisere Geräte meist leistungsschwächer als laute Modelle. Wenn für Sie absolute Spitzenleistung nicht im Vordergrund steht, sollte die Lautstärke durchaus ein wichtiges Kaufkriterium sein. Lautstärken über 100 dB machen selbst mit Gehörschutz auf die Dauer die Arbeit im Garten zu keinem Vergnügen. Zudem wird die Nachbarschaft im Umkreis von mehreren 100 Metern beschallt.

Gesetzliche Regelungen

In Wohngebieten dürfen Sie Laubsauger und Laubbläser aufgrund der großen Lärmentwicklung nur an Werktagen zwischen 9 und 13 Uhr sowie zwischen 15 und 17 Uhr verwenden. Teilweise existieren in Gemeinden und Schrebergartenvereinen abweichende Regelungen. Für die gewerbliche Anwendung gibt es vielfach Ausnahmegenehmigungen. Geräte mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ sind von den gesetzlich einzuhaltenden Ruhezeiten teilweise ausgenommen. Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrer Gemeinde oder dem Schrebergartenverein nach den Bestimmungen für den Einsatz lärmintensiver Gartengeräte, bevor Sie ein solches Gerät kaufen.

Kosten für Gartengeräte zur Laubbeseitigung steuerlich geltend machen

Als Vermieter sind Sie meistens zur Beseitigung von Laub auf dem Gelände der Wohneinheiten verpflichtet. Die Kosten für die dazu benötigten Geräte können Sie steuerlich geltend machen. Dies gilt auch für zur Beseitigung von Laub eingesetzte Laubsauger oder Laubbläser. Je nach Kaufpreis des Gerätes kann die dadurch erzielte Steuerersparnis durchaus über hundert Euro betragen. Einen fiktiven Arbeitslohn für die Laubbeseitigung dürfen Sie allerdings nicht geltend machen, wenn Sie die Arbeiten in Eigenleistung erbringen.