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Baugenehmigung für Gartenhäuser ist Ländersache

Ein hübsches Holzhaus ist ein wahres Schmuckstück in Ihrem Garten und ist gleichzeitig ein gut geschützter Stauraum für Ihre Gartengeräte oder die Gartenmöbel. Ihr Gartenhaus bietet sich außerdem als Hobbyraum, Partyraum oder verträumtes Gästezimmer inmitten der grünen Oase an. Es gibt also viele Gründe, ein Gartenhaus zu errichten. Gartenhäuser als Bausatz für den Selbstaufbau sind in zahlreichen Größen und Stilrichtungen verfügbar. Die Auswahl reicht vom klassischen Haus mit Satteldach bis zur modernen kleinen Gartenvilla mit Pult-, Flach- oder Tonnendach. Viele Gartenhäuser sind zusätzlich mit einer überdachten Terrasse ausgestattet und verwöhnen Sie daher auch mit einem schönen Außensitz im Garten. Neben den Bausatz-Häusern haben Sie auch die Möglichkeit, Ihr Gartenhaus nach Ihren eigenen Vorstellungen zu planen und zu errichten.
Dabei sollten Sie jedoch unbedingt die statischen Voraussetzungen beachten, damit Ihre Laube nicht zu einer Gefahr wird. Bevor Sie Ihr Gartenhaus planen oder einen Bausatz kaufen, sollten Sie sich Gedanken über behördliche Vorschriften machen, denn auch für Gartenhäuser kann eine Baugenehmigung erforderlich sein. Da das Bauordnungsrecht in Deutschland den Bundesländern zugeordnet ist, gelten nicht in allen Bundesländern dieselben Vorschriften. Oft sind zusätzlich kommunale Sonderregelungen zu beachten, die der Bebauungsplan vorgibt. Lesen Sie hier, unter welchen Umständen Sie in Ihrem Bundesland eine Baugenehmigung für Gartenhäuser benötigen.

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Gartenhaus mit Baugenehmigung - Auf die Größe kommt es an

Trotz der Unterschiede im Bauordnungsrecht der Bundesländer besteht in einem Punkt Einigkeit, und zwar darin, dass ab einer gewissen Größe überall eine Baugenehmigung für Gartenhäuser vorgeschrieben ist. Die jeweilige Größe hängt auch davon ab, ob Sie Ihr Gartenhaus in einem geschlossenen Baugebiet oder im Außenbereich errichten möchten. Im Außenbereich, also der grünen Umgebung der Stadt, sind die Vorschriften oft strenger, als in einem ohnehin schon bebauten Gebiet.

Als Außenbereich gelten grundsätzlich die Bereiche einer Gemeinde, für die kein Bebauungsplan vorliegt. In den deutschen Bundesländern ist eine Baugenehmigung für Gartenhäuser ab den folgenden Größen vorgeschrieben:

BundeslandBebauungsgebietAußenbereich
Schleswig-Holstein über 30 m³ Raum über 10 m³ Raum
Mecklenburg-Vorpommern über 10 m² Grundfläche nur mit Baugenehmigung
Hamburg über 30 m³ Raum nur mit Baugenehmigung
Bremen über 30 m³ Raum über 6 m³ Raum
Niedersachsen über 40 m³ Raum über 20 m³ Raum
Sachsen-Anhalt über 10 m² Grundfläche nur mit Baugenehmigung
Brandenburg über 75 m³ Raum nur mit Baugenehmigung
Berlin über 10 m² Grundfläche nur mit Baugenehmigung
Nordrhein-Westfalen über 30 m³ Raum nur für Land- und Forstwirtschaft
Hessen über 30 m³ Raum nur mit Baugenehmigung
Thüringen über 10 m² Grundfläche nur mit Baugenehmigung
Sachsen über 10 m² Grundfläche nur mit Baugenehmigung
Saarland über 10 m² Grundfläche nur mit Baugenehmigung
Rheinland-Pfalz über 50 m³ Raum über 10 m³ Raum
Baden-Württemberg über 40 m³ Raum über 20 m³ Raum
Bayern über 75 m³ Raum nur mit Baugenehmigung

Unabhängig von der Größe muss Ihr Gartenhaus weitere Voraussetzungen erfüllen, um von der Pflicht zur Baugenehmigung befreit zu sein. In allen Bundesländern trifft die Genehmigungsfreiheit nur auf einstöckige Gebäude zu, die nicht als Aufenthaltsräume dienen. Toiletten und Feuerstätten sind in genehmigungsfreien Gebäuden ebenfalls nicht erlaubt. Planen Sie also ein komfortables Gartenhaus, das als Gästehaus dienen und daher mit einer Heizung oder einem Ofen sowie einer Toilette ausgestattet sein soll, benötigen Sie in allen Bundesländern eine Baugenehmigung.

Gartenhaus

Baugenehmigung für Gartenhäuser - örtliches Baurecht und Bebauungsplan

Auch wenn in Ihrem Bundesland eine Baugenehmigung für Gartenhäuser nach der jeweiligen Landesbauordnung nicht vorgeschrieben ist, kann das örtliche Baurecht Ihr Bauvorhaben beschränken. Das trifft zum Beispiel zu, wenn Sie Ihr Gartenhaus direkt an der Grundstücksgrenze errichten möchten. Um frei von der Baugenehmigungspflicht zu sein, darf Ihr Gartenhaus nicht höher sein, als drei Meter. Außerdem darf es nicht weiter, als neun Meter entlang der Grundstücksgrenze verlaufen. Bebauungspläne geben außerdem gerne vor, wie groß der insgesamt bebaute Bereich eines Grundstücks sein darf und in welchen Bereichen des Grundstücks bebaute Flächen zulässig sind.
Schöpft Ihr Wohnhaus bereits diese Grenzen aus, dürfen Sie unter Umständen kein zusätzliches Gartenhaus auf Ihrem Grundstück errichten. In einigen Kommunen sind die sogenannten Nebenanlagen, und dazu zählt auch ein Gartenhaus, aber von dieser Regelung ausgenommen. Sichern Sie sich daher vor der Planung Ihres Gartenhauses zunächst ab und fragen Sie einfach bei der zuständigen Bauordnungsbehörde nach, ob Sie überhaupt ein Gartenhaus errichten dürfen und ob eine Baugenehmigung für Gartenhäuser erforderlich ist.

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