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Holzterrasse selber bauen – Schritt für Schritt

Eine Holzterrasse verbindet einen hohen praktischen Nutzen mit gemütlicher Behaglichkeit. Holz passt als natürlicher Baustoff gut zu den meisten Häusern und Gärten. Eine Holzterrasse können Sie von Fachbetrieben errichten lassen. Deutlich günstiger ist allerdings meist der Eigenbau. Damit Sie möglichst lange Freude an Ihrer Holzterrasse haben, sollten Sie bei der Planung und dem Bau der Terrasse einige Dinge beachten. Mit unseren nachfolgenden Tipps und der leicht verständlichen Schritt-für-Schritt-Anleitung ist der Eigenbau einer Holzterrasse auch für Hobbyhandwerker problemlos möglich.

Eine Zeichnung erleichtert Planung und Materialeinkauf

Bevor Sie mit dem Bau Ihrer Holzterrasse beginnen, sollten Sie eine maßstabsgetreue Zeichnung der geplanten Terrasse anfertigen. Dafür reichen Papier, Bleistift und Lineal. Für eine grobe Übersicht ist die Draufsicht am besten geeignet. Eine separate Zeichnung für den Unterbau bzw. das Fundament der Terrasse ist ebenfalls empfehlenswert. Anhand der Zeichnungen können Sie den Materialbedarf für die Terrasse gut abschätzen. Weiterhin hilft die Zeichnung Ihnen, beim Bau den Überblick zu behalten.

Holzart auswählen

Optischer Charakter und Witterungsbeständigkeit einer Holzterrasse werden wesentlich durch die verwendete Holzart bestimmt. Die folgenden Holzarten haben jeweils ihre spezifischen Vor- und Nachteile:

  • Fichte, Kiefer: Fichten- und Kiefernholz ist günstig und lässt sich leicht verarbeiten. Stabilität und Witterungsbeständigkeit des Holzes sind allerdings nur durchschnittlich. Die heimischen Weichhölzer benötigen vor der Verarbeitung auf jeden Fall einen Anstrich mit Holzschutz.
  • Douglasie, Lärche: Douglasien- und Lärchenholz ist unempfindlicher gegenüber Witterungseinflüssen und Schädlingen als Fichten- und Kiefernholz. Lärche weist zudem eine hohe Tragfähigkeit auf. Balken und Terrassendielen aus Douglasie und Lärche sind teurer als Fichten- und Kiefernholz.
  • Bangkirai: Bangkirai ist ein hochpreisiges tropisches Hartholz mit einem schönen hellbraunen Look. Die Holzart weist eine sehr hohe Wetterfestigkeit, Stabilität sowie Resistenz gegenüber Schädlingen auf.

Holzterrasse im Eigenbau errichten – die Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Materialeinkauf und Zuschnitt

Für den Materialeinkauf eignen sich Baumärkte gut. Fertigen Sie vor dem Einkauf mithilfe Ihrer Zeichnung eine genaue Liste für den Materialbedarf an. Viele Baumärkte bieten für Holz einen kostenlosen Zuschnittservice an.

Schritt 2: Werkzeug bereitlegen

Für den Bau einer Holzterrasse benötigen Sie unter anderem folgende Werkzeuge und Hilfsmittel:

  • Säge
  • Bohrmaschine, Akkuschrauber
  • Schraubendreher
  • Wasserwaage
  • Maurerschnur 
  • Holzschutzlasur, Pinsel 

Schritt 3: Holz imprägnieren

Da bereits in der Holzterrasse verbautes Holz nicht mehr von allen Seiten vollständig zugänglich ist, sollten Sie vor allem unbehandelte Weichhölzer wie Kiefer und Fichte vor dem Verbau gründlich mit geeigneten Holzschutzmitteln streichen. Empfehlenswert sind hierfür zwei Anstriche. Bei oberflächlich imprägniertem Holz müssen die Schnittkanten nach dem Zuschnitt nochmals einen Schutzanstrich erhalten. Die Witterungsbeständigkeit von kesseldruckimprägniertem Holz wird ebenfalls durch einen weiteren Schutzanstrich verlängert.

Schritt 4: Fundament errichten

Damit sich eine Holzterrasse bei Belastung nicht verzieht, müssen Sie für die Terrasse einen soliden Unterbau errichten. Markieren Sie dazu die Umrisse der Terrasse plus einen umlaufenden Rand von ca. 20 cm mit einer Maurerschnur. Heben Sie den Boden innerhalb der markierten Fläche bis zu einer Tiefe von ca. 25 cm aus. Füllen Sie die Mulde mit einer Schicht Kies auf und verdichten Sie diese mit einem Rüttler. Auf den Kies geben Sie eine 4 bis 5 cm starke Schicht feinen Splitt. Ziehen Sie die Splittschicht mit einer Richtlatte so ab, dass vom Haus weg ein Gefälle von 2 % entsteht.

Schritt 5: Gehwegplatten verlegen

Auf der Splittschicht platzieren Sie mehrere Reihen Gehwegplatten entlang der späteren Tragbalken. Der Abstand der Platten sollte ca. 50 cm betragen. Insgesamt muss die Höhe des Fundaments plus der Höhe von Tragbalken und Dielen die Terrasse auf ein Niveau mit der Terrassentür bringen. Höhenunterschiede lassen sich gut durch Variationen in der Dicke der Kies- und Splittschicht ausgleichen.

Schritt 6: Unterkonstruktion errichten

Auf den Gehwegplatten richten Sie die Tragbalken der Terrasse quer zur Laufrichtung aus. Die Tragbalken werden am besten mit Nageldübeln auf den Platten fixiert. Um eine ausreichende Tragfähigkeit zu gewährleisten, müssen die Tragbalken eine Mindeststärke von ca. 5 x 9 cm aufweisen. Der maximale Abstand der Tragebalken zueinander sollte 50 bis 60 cm nicht überschreiten. Der Überstand der Tragbalken bis zur Terrassenkante darf aus Stabilitätsgründen möglichst nicht größer als 20 cm sein.

Schritt 7: Dielen befestigen

Auf den Tragbalken werden die Terrassendielen befestigt. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. Die einfachste Variante ist eine Verschraubung von oben. Dabei sind die Schrauben deutlich sichtbar, was die Optik der Terrasse beeinträchtigen kann. Eine elegantere Lösung ist die Verwendung von Befestigungsclips, die unsichtbar an den Seiten der Dielen verschraubt werden. Mit geeigneten Clips können Sie gleichzeitig den richtigen Dehnungsabstand von 3 bis 5 mm zwischen den Dielen herstellen. Bei einer Verschraubung von oben können Sie diesen durch Abstandhalter herstellen. Zur Hauswand müssen die Dielen einen Mindestabstand von ca. 1 cm aufweisen. Der Überstand der Dielen vom letzten Tragebalken bis zur Terrassenkante sollte nicht mehr als 5 cm betragen.

Schritt 8: Dielenkanten schneiden

Es empfiehlt sich, zuerst alle Dielen komplett zu verlegen und diese dann an den Kanten der Terrasse mit einer Säge auf eine einheitliche Länge zu schneiden. Die Schnittkanten sollten Sie mit Schleifpapier glätten. Die geschliffenen Kanten werden möglichst mit einem Schutzanstrich versiegelt. Wählen Sie dazu einen Anstrich in der Farbe des Holzes, um optisch unschöne Farbübergänge zu vermeiden.

Schritt 9: Seiten verblenden

Für eine bessere Optik können Sie die Seiten der Terrassenunterkonstruktion mit Dielen verblenden. Damit unter der Konstruktion eine ausreichende Luftzirkulation gewährleistet ist, sollte zwischen einzelnen Dielen, Dielen und Fundament sowie zwischen Dielen und der Lauffläche der Terrasse ein Abstand von ca. 2 cm eingehalten werden. Die Dielen der Verblendung können direkt mit den Tragbalken der Terrasse verschraubt werden.

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