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Rasen richtig lüften – Infos und Tipps für die Praxis

Mit einer regelmäßigen Belüftung (Aerifizierung) können Sie Ihrem Rasen in verdichteten Böden Luft verschaffen und so für optimales Wachstum und eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten sorgen. Unser nachfolgender Ratgeber gibt Ihnen wertvolle Praxistipps zum richtigen Belüften des Rasens. Außerdem erfahren Sie, mit welchen Pflegemaßnahmen sich die Wirkung der Belüftung optimieren lässt.

Warum den Rasen lüften?

Werden Rasenflächen zum Beispiel durch häufiges Betreten stark beansprucht, kann es mit der Zeit zu einer Verdichtung des Bodens kommen. Neben der Verdichtung durch Beanspruchung weisen schwere, tonige Böden von Natur aus eine relativ hohe Dichte auf, die eine regelmäßige Rasenbelüftung sinnvoll macht. In verdichteten Böden versickert Wasser bei stärkeren Regenfällen schlecht. In der Folge bilden sich auf dem Rasen störende Pfützen. Außerdem kann eine Bodenverdichtung zu Staunässe im Wurzelbereich des Rasens führen. Ein weiterer Nachteil eines verdichteten Rasenbodens ist eine schlechte Bodendurchlüftung und die erschwerte Aufnahme von Nährstoffen durch die Rasenwurzeln. In Kombination können die oben genannten Faktoren das Wachstum Ihres Rasens negativ beeinträchtigen und diesen anfälliger für Rasenkrankheiten machen. In einem geschwächten Rasen auf verdichtetem Boden breiten sich verstärkt Moos und Unkraut aus. Dies kann Ihre Rasenfläche nachhaltig schädigen. Daher ist von großem Vorteil für Ihren Garten, wenn Sie Ihren Rasen regelmäßig lüften.

Vor dem Lüften: Rasenmähen und Vertikutieren

Vertikutierer

Bevor Sie Ihren Rasen lüften, sollten Sie diesen mähen und vertikutieren. Diese Pflegemaßnahmen vereinfachen das Lüften und erhöhen die Effektivität der Pflegemaßnahme. Für den Rasenschnitt vor dem Vertikutieren stellen Sie an Ihrem Rasenmäher eine Schnitthöhe von ca. 3 cm ein. Nutzen Sie beim Mähen möglichst einen Fangkorb, damit der Rasenschnitt den Vertikutierer nicht behindert. Nach dem Rasenschnitt ist das Vertikutieren des Rasens empfehlenswert, um Rasenfilz, Moos und Unkraut aus dem Rasen zu entfernen. Stellen Sie den Vertikutierer so ein, dass die Messer nicht tiefer als ca. 3 mm in den Boden eindringen, da sonst die Rasenwurzeln zu stark geschädigt werden können. Vertikutierer mit Fangkorb ersparen Ihnen das mühsame Abharken von Rasenfilz und Moos. Sie können leistungsfähige, motorbetriebene Vertikutierer zum Beispiel auch in unseren Märkten mieten.

Wann und wie oft sollte der Rasen gelüftet werden?

Grundsätzlich kann Rasen während des ganzen Jahres gelüftet werden. Da es sinnvoll ist, die Rasenlüftung mit einer Vertikutierung zu kombinieren, bietet sich der Beginn der Hauptwachstumsphase im April oder Mai für Rasen lüften an. Wenig beanspruchte Rasenflächen müssen, je nach Verdichtung des Bodens, nur alle 2 bis 3 Jahre gelüftet werden. Auf stark beanspruchten Flächen wie Golf- oder Sportplätzen oder bei schweren Böden kann eine Belüftung auch zweimal im Jahr sinnvoll sein. In diesem Fall sollte die 2. Lüftung im Herbst erfolgen.

Rasen lüften – so gehen Sie vor

Rasenlüfter

Zum Lüften des Rasens benötigen Sie einen sogenannten Rasenbelüfter (Aerifizierer). Bei kleinen Rasenflächen können Sie dazu eine spezielle Lüftungsgabel verwenden. Für größere Rasenflächen ist ein motorbetriebener Rasenlüfter empfehlenswert. Das Arbeitsprinzip der beiden Geräte ist gleich: Mit kleinen Hohlzylindern werden Löcher in den Rasen gestanzt. Dabei wird die ausgestanzte Erde meist ausgeworfen. Als sehr einfache „Rasenbelüfter“ eignen sich auch Nagelschuhe. Für eine ausreichende Belüftung sollte ca. alle 10 bis 15 cm im Rasen ein ca. 8 bis 10 cm tiefes Loch gestanzt werden. Pro m² entstehen so ca. 200 Löcher. Führen Sie den Rasenbelüfter in regelmäßigen Bahnen über den Rasen und entfernen Sie die aus den Löchern ausgeworfene Erde anschließend gründlich mit einem Rechen. Zum Rasen lüften sollten Sie eine trockene Witterungsperiode wählen.

Nach dem Lüften – Rasen sanden

Frisch gestanzte Lüftungslöcher im Rasen würden sich besonders bei beanspruchten Rasenflächen schnell wieder schließen. Dies kann den Lüftungseffekt stark einschränken. Deshalb sollten Sie den Rasen nach dem Lüften sanden. Dazu verteilen Sie pro m² Rasen ca. 5 Liter gewaschenen Quarzsand mit einer Körnung von 0 bis 2 mm. Der Fachhandel bietet zum Ausbringen des Sandes spezielle Streugeräte an. Nach dem Ausbringen arbeiten Sie den Sand mit einem Besen oder einem Schleppnetz gründlich in den Rasen ein. Der Sand stabilisiert die Lüftungslöcher und sorgt so über längere Zeiträume für eine gute Luft- und Wasserdurchlässigkeit des Rasenbodens.

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