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Gewächshaus selber bauen: Wir zeigen Ihnen, worauf es ankommt

Das klassische Gewächshaus aus Glas – mit einer tragenden Konstruktion aus Holz, Metall oder Kunststoff – ist immer noch die beliebteste Gewächshausvariante. Der Aufbau erfordert einiges handwerkliches Geschick, das Ergebnis kann sich dann aber sehen lassen: Mit einer passenden Heizung züchten Sie hier selbst in den Wintermonaten Pflanzen und erfreuen sich so das ganze Jahr hindurch Ihrer neuen Anschaffung. Wir zeigen Ihnen in sechs Schritten, wie Sie ein solches Gewächshaus selber bauen können.

1. Schritt: Aussuchen der passenden Materialien und Werkzeuge

Für ein Gewächshaus aus Glas benötigen Sie eine Vielzahl an Materialien. Dazu gehören Glasplatten, Rahmenteile, die später die Glaskonstruktion tragen, Einschubsysteme und Besonderheiten wie Rückwandfenster oder Regenrinnen. Weiterhin benötigen Sie für eine eventuelle Errichtung eines Fundaments Betonmischungen, Stahlplatten oder Holz. Umfangreich fällt auch das benötigte Werkzeug aus: Hier kommen Sie nicht ohne Bohrmaschine, Messwerkzeuge und Akkuschrauber sowie Hammer, Wasserwaage und Leiter aus. Am einfachsten ist es daher, wenn Sie sich für ein Gewächshaus-Set entscheiden und dieses gemeinsam mit den passenden Werkzeugen einkaufen.

2. Schritt: Bestimmung des richtigen Standorts im Garten

Eine der wichtigsten Arbeiten bei der Errichtung eines Gewächshauses beginnt noch vor den eigentlichen Montageschritten: die Auswahl des passenden Standorts. Das beste Gewächshaus nützt Ihnen wenig, wenn Sie nicht an der richtigen Stelle gebaut haben und ihre Pflanzen daher zum Beispiel zu wenig Licht abbekommen. Grundsätzlich ist natürliches Licht der wichtigste Faktor, wenn es um die Auswahl des Standorts geht: Stellen Sie das Gewächshaus dort auf, wo erfahrungsgemäß das meiste Licht die längste Zeit über hinfällt. Die Grundfläche der Nord-Süd-Ausrichtung ist hierbei in der Regel der ideale Ort. Vielleicht haben Sie Glück und ein Nachbar betreibt bereits erfolgreich ein Gewächshaus. In diesem Fall sollten Sie sich vielleicht an dessen Ausrichtung orientieren. Berücksichtigen müssen Sie bei der Aufstellung auch den Boden. Der Boden sollte so eben wie möglich sein, damit Sie es bei der Errichtung des Fundaments leichter haben.

3. Schritt: Errichtung des Fundaments

Bei der Errichtung des Fundaments können Sie gleich zwischen drei Varianten wählen. Zu nennen sind hier Fundamente aus Holz, aus Beton und aus Stahl. Wenn Sie in das Fundament wenig Arbeit und Geld investieren möchten, empfiehlt sich ein Holzfundament. Dieses können Sie schnell montieren, die Haltbarkeit ist hier jedoch der problematische Punkt. Häufig halten die Holzplatten nicht besonders lange in Abhängigkeit von der Nutzung, der Witterung und dem Aufstellungsort. Wenn Sie einen solideren Untergrund wünschen, ist ein Betonfundament eine bessere Alternative. Sie müssen hier jedoch eine passende Betonmischung einkaufen und anrühren, Zeit in eine Schalung investieren und das Fundament ausgießen. Alle diese Arbeitsschritte kosten viel Zeit, zudem muss der Beton erst gründlich trocknen, bevor Sie mit den weiteren Schritten fortfahren können. Und nicht zuletzt sind auch die Kosten für ein Betonfundament höher als für ein Fundament aus Holz. Ist das Betonfundament allerdings errichtet, hält dieses viele Jahre.

Die Edelvariante eines Fundaments ist sicherlich das Stahlfundament. Dieses Fundament lässt sich ebenso schnell legen wie ein Holzfundament, zudem sind die Kosten nicht besonders hoch. Das wichtigste Argument ist jedoch die hohe Widerstandsfähigkeit des Stahls. Häufig ist das Stahlfundament trotz seines hohen Gewichts deshalb die beste Wahl. Fundamentrahmen sind häufig bereits in den Gewächshaus-Sets enthalten. Wenn gewünscht, können sie jedoch auch einzeln erworben werden.

4. Schritt: Zusammenbau der Wände

Bevor Sie das Glas einsetzen können, müssen Sie auf dem Fundament die Rahmenteile zusammensetzen. Wie Sie hier vorgehen müssen, hängt vom verwendeten Material ab. Bei Rahmenteilen aus Aluminium müssen Sie diese miteinander verschrauben ebenso wie bei Holzprofilen. Handelt es sich hingegen um Rahmen aus Kunststoff, reicht häufig ein einfaches Ineinanderstecken aus. Bei der korrekten Zusammensetzung gehen Sie so vor, dass Sie zuerst die Eckpfeiler setzen, mit den Zwischenprofilen fortfahren und dann die Traufenprofile setzen. Die Zwischenprofile liegen zwischen den Eckpfeilern, die Traufenprofile liegen waagerecht oben auf den Pfeilern. Zuletzt können Sie dann die schrägen Firstenprofile und die Dachzwischenprofile setzen, auf die Sie später das Dach legen.

Achten Sie darauf, dass die Eckpfeiler und die Zwischenprofile wirklich senkrecht und die Traufenprofile wirklich waagerecht sind. Hier sollten Sie eine Wasserwaage zu Hilfe nehmen, um ganz sicher zu gehen.

5. Schritt: Das Glas einsetzen

Nun kommt der spannendste Schritt beim Zusammenbau des Gewächshauses: Das Einsetzen des Glases bzw. der Fenster. Hier hat es sich bewährt, von oben nach unten vorzugehen. Fangen Sie also mit dem Dach an und arbeiten Sie sich dann weiter nach unten. Die Fenster und dann die Türen bauen Sie zuletzt ein. Das gilt jedoch nicht, wenn es sich um ein Gewächshaus mit Einschubsystem handelt: Hier müssen Sie die Glasscheiben bereits mit den Rahmenteilen gemeinsam zusammenbauen!

Für das Befestigen der Fenster und der Türen nehmen Sie am besten einen Akkuschrauber zur Hand. Diesen benötigen Sie für das Verschrauben von Türscharnieren und Fensteröffnern. Um das Einschieben der Gläser zu erleichtern, können Sie zuvor etwas Öl oder Fett auf die Profile streichen. Denken Sie jedoch daran, nicht zu viel Öl oder Fett zu verwenden, kleinste Mengen reichen hier aus.

6. Schritt: Abschließende Arbeiten

Bei einigen Gewächshäusern ist im Set eine Dachrinne enthalten, die Sie abschließend ebenfalls installieren sollten. Die Dachrinne sorgt dafür, dass Regenwasser vom Dach kontrolliert ablaufen kann. Achten Sie beim Anschrauben der Rinne einfach darauf, dass die Rinne auf der Seite mit dem Fallrohr ein Gefälle von etwa 2 bis 3 mm pro Meter aufweisen sollte, damit das Wasser optimal ablaufen kann. Sind diese Arbeiten ebenfalls abgeschlossen, können Sie nun dazu übergehen, ihre Pflanzkästen einzusetzen und gegebenenfalls eine Sitzbank zu montieren. Ihr neues Gewächshaus ist damit fertig.

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