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Gartenzauntypen, Vor- und Nachteile der Zaunmaterialien – ein Gartenzaun-Berater für die Praxis

Ein Gartenzaun kennzeichnet die Grenzen des eigenen Grundstücks und kann, je nach Bauart und Material, gleichzeitig als Sicht- und Windschutz dienen. Spielen kleine Kinder in Ihrem Garten, ist ein geeigneter Gartenzaun eine gute Schutzbarriere vor den Gefahren der Straße. Mit einem ausreichend hohen Gartenzaun wird der heimische Garten zu einem großen Freilaufzwinger für Hunde. Gartenzäune werden in verschiedensten Typen wie zum Beispiel Maschendraht- oder Bohlenzaun angeboten. Auch bei den zur Verfügung stehenden Zaunmaterialien ist die Auswahl sehr groß. Unser Gartenzaun-Berater nennt die wichtigsten Gartenzauntypen mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen. Außerdem erfahren Sie, worin sich die Materialien für Gartenzäune unterscheiden.

Welchen Zweck soll der Gartenzaun erfüllen?

Bevor Sie sich über Typ, Variante oder Material Ihres Gartenzauns Gedanken machen, ist es sinnvoll, Klarheit über den Zweck des Gartenzauns zu haben. So braucht ein Gartenzaun, der nur als reine Markierung der Grundstücksgrenzen dienen soll, natürlich nicht so hoch und stabil gebaut zu werden wie ein Zaun, der große Hunde zurückhalten muss. Wünschen Sie einen Gartenzaun, welcher gleichzeitig Wind- und Sichtschutz sein soll, ist zum Beispiel ein Maschendraht- oder Jägerzaun keine gute Wahl. Außerdem müssen Windschutzzäune wegen der hohen möglichen Windlasten deutlich stärker im Boden verankert werden als winddurchlässige Einfriedungen.

Gartenzaun und Gartentor

Nachbarn in Planung einbeziehen

Selbst wenn Ihnen ein 2 Meter hoher Gartenzaun in massiver Bohlenbauweise vielleicht per Gesetz „zusteht“, kann die Freude über den Zaun durch einen Nachbarschaftsstreit schnell getrübt werden. Vielfach lassen sich mit einem netten Gespräch mit den Nachbarn auch etwas ausgefallenere Zaunprojekte ohne böses Blut realisieren.

Haltbarkeit im Verhältnis zum Preis

Bei Gartenzäunen gibt es große Preisunterschiede. Obwohl der Preis eines Gartenzauns natürlich oft ein wichtiges Kaufkriterium ist, sollten Sie diesen unbedingt im Verhältnis zur erwarteten Haltbarkeit und Stabilität sehen. So erscheint zum Beispiel ein Gartenzaun aus unbehandeltem Fichtenholz vielleicht als das Super-Schnäppchen. Allerdings halten Zaunpfähle oder Querlatten aus unbehandelten Weichhölzern Witterungseinflüssen vielfach nur wenige Jahre stand. Dies gilt ebenso für mangelhaft lackierte bzw. korrosionsgeschützte Metallzäune aus dem Billigsegment. Besonders bei hohen Windschutz- oder Sichtschutzzäunen kommt es durch die hohen möglichen Windlasten zu starken mechanischen Beanspruchungen der Zaunstruktur. Sparen Sie hier also nicht an der Stärke von Zaunpfählen, Querbalken und Fundamenten.

Pflegeaufwand

Beim Kauf eines Gartenzauns sollten Sie auch den späteren Pflegeaufwand berücksichtigen. In der Anschaffung vergleichsweise günstige Holzzäune benötigen regelmäßig einen Anstrich mit Holzschutzfarbe, um den Witterungseinflüssen möglichst lange trotzen zu können. Metallzäune aus Eisen oder nicht rostfreiem Stahl müssen selbst bei einem guten werkseitigen Anstrich irgendwann abgeschliffen und neu grundiert sowie lackiert werden.

Kunststoff: Kunststoffe wie PVC, Polyester oder der Verbundstoff WPC (Mischung aus Holz und Kunststoff) werden als Material für Zäune immer beliebter. Dies liegt unter anderem an der sehr hohen Witterungsbeständigkeit der Kunststoffe. Außerdem benötigt Kunststoff außer einer gelegentlichen Reinigung keine Pflege und die vorgefertigten Elemente von Kunststoffzäunen lassen sich aufgrund ihres geringen Gewichts leicht transportieren. Sehr preisgünstige Zäune aus Kunststoff haben jedoch im Vergleich zu Holz oder Metall einen nicht gerade hochwertigen Look und die Stabilität von günstigen Kunststoffzäunen lässt oft zu wünschen übrig.

Welche Typen von Gartenzäunen gibt es?

Gartenzäune werden in den verschiedensten Typen angeboten. Nachfolgend stellen wir Ihnen die gängigsten Varianten von Gartenzäunen mit ihren wichtigsten Eigenschaften und Einsatzgebieten kurz vor:

Maschendrahtzaun: Der Maschendrahtzaun ist ein Klassiker unter den Gartenzaun Varianten. Ein Maschendrahtzaun besteht aus einem Drahtgeflecht mit meist rautenförmigen Maschen. Die Maschenweite liegt dabei in der Regel zwischen 6 und 8 cm. Sie können aber ebenso Zäune mit quadratischen Maschen sowie geringeren Maschenweiten kaufen. Das Drahtgeflecht ist zum Schutz vor Feuchtigkeit verzinkt und/oder mit Kunststoff ummantelt. Maschendrahtzäune haben daher im Allgemeinen eine silbergraue (verzinkt) oder grüne (Kunststoffummantelung) Farbe. Der Maschendraht für die Zäune wird von den Herstellern zu Rollen gewickelt, die sich mit einem Kombi oder per Anhänger leicht transportieren lassen. Die Pfeiler für Maschendrahtzäune bestehen gewöhnlich aus Metall. Für eine stabile Gründung sind Punktfundamente aus Beton empfehlenswert.
Sie können einen Maschendrahtzaun aber auch mit Holzpfeilern errichten. Um den Zaun zu stabilisieren und zu spannen, enthält das Drahtgeflecht Spanndrähte und Drahtspanner. An mechanisch stärker beanspruchten Stellen sollten Sie zusätzliche metallische Streben einziehen. Maschendrahtzäune sind relativ günstig und leicht zu errichten. Hochwertige Drahtgeflechte sind außerdem sehr witterungsbeständig und langlebig. Maschendrahtzäune mit engem Geflecht können von Kindern oder Hunden nicht so leicht überklettert werden wie einige Holzzäune. Ein Maschendrahtzaun stellt zudem eine sehr gute Rankhilfe für zum Beispiel Efeu oder Wicken dar. Zu den Nachteilen von Maschendrahtzäunen zählt ihr wenig attraktiver Look. Weiterhin lässt sich Unkraut am Fuß des Zaunes nur recht mühsam entfernen. Der Einsatz von Rasentrimmern oder Motorsensen am Zaun ist problematisch, da diese die Kunststoffummantelung oder Zinkschicht beschädigen können. Als Wind- und Sichtschutz sind Maschendrahtzäune nicht geeignet.

Sichtschutz-Zaun

Sichtschutzzaun/Dichtzaun: Sichtschutzzäune, vielfach auch Dichtzäune genannt, sollen in erster Linie vor neugierigen Blicken schützen und im eigenen Garten so für Behaglichkeit und eine private Atmosphäre sorgen. Damit ein Sichtschutzzaun seinen Zweck komplett erfüllen kann, muss dieser eine Mindesthöhe von ca. 170 cm haben. Sichtschutzzäune können zum Beispiel aus Holz, Metall oder Kunststoff bestehen. Im Handel werden ebenfalls Zäune angeboten, in die verstellbare Sichtschutzelemente aus Kunststoff eingehängt werden können. Zäune dieser Art bieten den Vorteil, dass der Sichtschutz nur in Augenhöhe von Passanten oder Nachbarn und nicht über die gesamte Höhe des Zaunes installiert werden muss. Dies bringt mehr Licht in den Garten und lässt den Zaun weniger massiv erscheinen. Massive Sichtschutzzäune können dagegen gleichzeitig als Windschutz dienen. Dies kann für Pflanzen im Garten ein günstiges Mikroklima schaffen. Auch Straßenstaub und Lärm können solide gebaute Sichtschutzzäune teilweise etwas vom Garten fernhalten. Ein Nachteil von Sichtschutzzäunen ist der oft starke optische Eingriff in das Garten- und Grundstücksbild. Außerdem überschreitet die Höhe der Zäune vielfach die ortsüblichen Maximalhöhen.

Bohlenzaun: Ein Bohlenzaun besteht aus Holzbohlen, die senkrecht oder waagerecht angeordnet an Querhölzern verschraubt werden. Durch die versetzte Anordnung der Bohlen ist die Variante des Gartenzauns besonders blick- und winddicht. Bohlenzäune lassen sich leicht montieren und passen sich mit ihrem rustikalen Aussehen gut in viele Gärten ein. Ein Nachteil der Zäune ist der relativ hohe Material- und Pflegebedarf.

Bonanzazaun/Rancherzaun: Weit verbreitet sind sogenannte Bonanza- oder Rancherzäune. Diese werden aus zwei in größerem Abstand parallel übereinander angeordneten Brettern errichtet, die an Holzpfähle genagelt oder geschraubt werden. Besonderes Merkmal von Bonanzazäunen sind die naturbelassenen Bretter, welche aus einem ganzen Baum geschnitten werden und so an den Schnittkanten teilweise noch Reste von Rinde aufweisen („unbesäumt“). Bonanzazäune haben einen sehr rustikalen Look und sind günstig in der Anschaffung. Die Zäune eignen sich allerdings nicht als Sicht- oder Windschutz. Ebenso stellen sie keine sichere Barriere für Kinder oder Hunde dar.

Weisser Gartenzaun

Jägerzaun: Jägerzäune bestehen aus oben angespitzten, halbrunden Latten, die an zwei Querbalken x-förmig überlappend verschraubt werden. Jägerzäune können Sie in vorgefertigten Segmenten kaufen, die sich leicht montieren lassen. Vorteile von Jägerzäunen sind unter anderem die geringen Kosten und der ansprechende Look. Der Zeitaufwand beim Streichen ist dafür zum Beispiel im Vergleich zum Bonanzazaun recht hoch. Jägerzäune sind weder blick- noch winddicht.

Lattenzaun: Ein Lattenzaun ist eine einfach zu errichtende und kostengünstige Variante des Gartenzauns. Für den Zaun werden lediglich Zaunpfeiler, zwei Querbalken als Träger und Zaunlatten benötigt. Die Latten werden mit einem nach Wunsch festlegbaren Abstand senkrecht nebeneinander an den Querbalken verschraubt. Lattenzäune bestehen meist aus Holz. Sie können die Zäune aber ebenso aus vorgefertigten Kunststoffelementen errichten. Lattenzäune können bei geringem Abstand der Latten relativ blick- und winddicht errichtet werden.

Gittermattenzaun: Ein Gittermattenzaun besteht aus dünnen Stahl- oder Aluminiumstreben, die in einer Gitterstruktur angeordnet sind. Zum Korrosionsschutz sind die Stahlgittermatten in der Regel verzinkt. Zur Verstärkung des Zauns werden metallische Querstreben verbaut. Die Pfeiler von Gittermattenzäunen bestehen aus Stahl- oder Aluminiumpfählen, die in einem Betonfundament gegründet werden. Gittermattenzäune sind stabil und witterungsbeständig. Der Preis der Zäune liegt dafür deutlich über dem von Holzzäunen.

Materialien für Gartenzäune und ihre spezifischen Vor- und Nachteile

Holz: Holz passt sich als natürliches Zaunmaterial optisch sehr gut in die meisten Gärten ein. Der nachwachsende Rohstoff lässt sich auch von Heimwerkern leicht verarbeiten und bietet aufgrund seiner Vielseitigkeit eine große Flexibilität bei der Gestaltung von Gartenzäunen. Beim Kauf eines Gartenzaunes aus Holz sollten Sie jedoch auf die Art des Holzes achten. So sind Weichhölzer wie Fichte oder Kiefer sehr günstig. Die langfristige Witterungsbeständigkeit dieser Hölzer ist jedoch nur durch regelmäßige Anstriche und weitere Pflegemaßnahmen wie das Entfernen von Moos zu gewährleisten. Lärche und Eiche bieten dagegen eine weitaus höhere natürliche Witterungsbeständigkeit. Holzwürmer und andere Schädlinge vergreifen sich nur selten an den Harthölzern. Besonders empfehlenswert ist die Verwendung von widerstandsfähigen Hölzern wie Eiche für Zaunpfähle, da Bodenbakterien nicht ausreichend imprägnierte Fichten- oder Kiefernpfähle oft schon innerhalb von drei bis vier Jahren morsch werden lassen.

Metallzaun

Metall: Gartenzäune aus Metall sind stabil und meist sehr witterungsbeständig. Als Material für Zäune wird zum Beispiel vielfach feuerverzinkter Stahl verwendet. Dieser rostet im Gegensatz zu unbehandeltem Stahl nicht. Rostfreier Edelstahl ist die Luxusvariante für Gartenzäune aus Metall. Massive Gartenzäune aus Stahl sind schwer und haben im Vergleich zu Holz oder Kunststoff einen stolzen Preis. Der Pflegeaufwand von Zäunen aus nicht verzinktem Stahl ist relativ hoch, da die Zäune alle paar Jahre einen neuen Anstrich und teilweise sogar eine neue Rostschutzgrundierung benötigen.
Für Gartenzäune ebenfalls geeignet ist Aluminium. Aluminium ist deutlich leichter als Stahl. Zu den Vorzügen des Leichtmetalls gehört seine sehr hohe Beständigkeit gegenüber Witterungseinflüssen, die im Gegensatz zu Stahl auch ohne Schutzanstriche besteht. Bestehen Metallzäune nicht aus vorgefertigten Bauteilen, sind zum Aufstellen eines Metallzauns Fachkenntnisse und spezielles Werkzeug wie Schweißgerät und Metallsäge erforderlich.

Kunststoff: Kunststoffe wie PVC, Polyester oder der Verbundstoff WPC (Mischung aus Holz und Kunststoff) werden als Material für Zäune immer beliebter. Dies liegt unter anderem an der sehr hohen Witterungsbeständigkeit der Kunststoffe. Außerdem benötigt Kunststoff außer einer gelegentlichen Reinigung keine Pflege und die vorgefertigten Elemente von Kunststoffzäunen lassen sich aufgrund ihres geringen Gewichts leicht transportieren. Sehr preisgünstige Zäune aus Kunststoff haben jedoch im Vergleich zu Holz oder Metall einen nicht gerade hochwertigen Look und die Stabilität von günstigen Kunststoffzäunen lässt oft zu wünschen übrig.