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Garten optimal planen – so geht es richtig

Einen Garten zu planen, kann Hobbygärtner teilweise vor eine Herausforderung stellen. So müssen vor dem Anlegen eines Gartens zum Beispiel Wasser- und Stromleitungen, Gartenwege und natürlich die Bepflanzung in die Gartenkonzeption mit einbezogen werden. Wie sollten Sie bei der Planung Ihres Gartens am besten vorgehen? Wie lassen sich Gestaltungsideen optimal umsetzen? Unser nachfolgender Ratgeber gibt Ihnen wertvolle Praxistipps zur Gartenplanung. Außerdem haben wir für Sie ein paar Anregungen und Vorschläge zur schönen Gestaltung des Gartens zusammengestellt.

Grundsätzliche Vorüberlegungen

Bevor Sie mit der eigentlichen Planung Ihres Gartens beginnen, ist es für die spätere Gartengestaltung vorteilhaft, einige grundlegende Vorüberlegungen zu treffen:

  • Budget: Einen Garten anzulegen, kann teuer sein. Insbesondere dann, wenn Sie Arbeiten von Fachfirmen ausführen lassen wollen oder müssen. Auch Material für Gartenwege, Pflanzen oder Gartenmöbel kann die Haushaltskasse belasten. Eine grobe Budgetplanung sollte daher am Anfang jeder Gartenplanung stehen.
Gartenweg
  • Örtliche Gegebenheiten: Die örtlichen Gegebenheiten bestimmen oft wesentlich die mögliche Gestaltung bzw. Nutzung des Gartens. So ist zum Beispiel eine schattige Gartenfläche im Hinterhof nicht gut für sonnenliebende Zierpflanzen oder Gemüsesorten geeignet. Große Bäume auf Nachbargrundstücken können den Garten ebenfalls so stark beschatten, dass in diesem eher schattenliebende Pflanzen angepflanzt werden sollten. Windige Lagen erfordern eventuell einen Windschutz, um das Mikroklima des Gartens zu verbessern. Große Hauswände mit südlicher Ausrichtung speichern die Sonnenwärme und ermöglichen so in ihrer Nähe teilweise den Anbau von besonders kälteempfindlichen Obstsorten. Dies gilt ebenfalls für Südhänge. Mit dem Bau einer Gartenmauer können Sie das Mikroklima im Garten ebenfalls verbessern. Außerdem bildet die Mauer eine optisch schöne Begrenzung des Gartens. Wie ein Garten zu planen ist, hängt natürlich auch von der zur Verfügung stehenden Gartenfläche ab. So können Sie unter anderem kleine Gärten effektiv nutzen, wenn Sie beim Anlegen des Gartens zum Beispiel auf Hochbeete oder Terrassenbeete setzen.

  • Bodenbeschaffenheit: Generell lässt sich fast jeder Gartenboden entsprechend den Ansprüchen der gewünschten Bepflanzung aufbereiten. Dies kann aber im Einzelfall mit einem sehr hohen Aufwand verbunden sein. So kann zum Beispiel bei schweren Lehmböden ein kompletter Austausch nötig sein, wenn Sie auf diesem Rhododendren oder Azaleen (lieben leichte, saure Böden) anpflanzen wollen. An verkehrsreichen Straßen werden oft verstärkt Schadstoffe über die Luft in den Garten eingetragen, was diesen für den Anbau von Obst und Gemüse eher ungeeignet macht. In der Nähe ehemaliger Industriestandorte oder in erzreichen Gegenden können die Böden stark mit gesundheitsschädlichen Stoffen wie Schwermetallen belastet sein, was den Anbau von Obst und Gemüse ebenfalls nicht empfehlenswert macht.

  • Gartentyp: Wie möchten Sie Ihren Garten nutzen? Soll dieser ein reiner Ziergarten sein? Möchten Sie im Garten vielleicht ausschließlich Gemüse, Kräuter und Obst anbauen? Bevor Sie Ihren Garten planen, sollten Sie sich über diese Fragen Klarheit verschaffen. So benötigt zum Beispiel ein reiner Nutzgarten für Gemüse eine völlig andere Aufteilung als ein Ziergarten. Möchten Sie Ihren Garten ebenfalls als kleine, private Liegewiese oder Spielplatz für Ihre Kinder nutzen, erfordert dies wiederum eine andere Gartengestaltung. So dürfen zum Beispiel in einem Garten, der für Kleinkinder zugänglich ist, keinerlei Giftpflanzen wie Tollkirschen, Fingerhut oder Maiglöckchen angepflanzt werden. Vielfach bietet sich für die Gartengestaltung aber eine Mischform der verschiedenen Gartentypen an. So lässt sich zum Beispiel ein kleiner Gemüsegarten mit einer optisch ansprechenden Beetbegrenzung gut in einen Ziergarten integrieren. Bei der Wahl des grundsätzlichen Gartentyps können Sie sich ebenso für etwas ausgefallenere Varianten wie einen Feng-Shui-Garten oder asiatischen Garten entscheiden. Bei großen Gartenflächen können Sie auch einzelne Bereiche für diese exotischen Gartenvarianten vorsehen.

  • Nachbarn: Wenn Sie einen Garten anlegen wollen, sollten Sie das Verhältnis zu Ihren Nachbarn und die von Ihnen gewünschte Privatsphäre beachten. So machen neugierige Nachbarn einen Sichtschutz empfehlenswert, wenn Sie gemütliche Stunden auf der Gartenliege genießen möchten. Andererseits können hohe Sichtschutz- und Gartenzäune in der Nachbarschaft aber für Konflikte sorgen. Ein kollegiales Gespräch unter Gartenbesitzern kann diese Konflikte oft im Vorfeld der Gartenplanung entschärfen.

Eine Zeichnung erleichtert die Gartenplanung

Garten vorher zeichnen

Egal ob Sie einen großen oder kleinen Garten planen wollen – mit einer Zeichnung lassen sich Gestaltungswünsche oft einfach erfassen und umsetzen. Es empfiehlt sich von Garten und Grundstück zuerst eine grobe, maßstabsgetreue Zeichnung anzufertigen. Dazu eignet sich Millimeterpapier gut. Es wird aber ebenso Software für die Gartenplanung angeboten, mit der Sie eine Zeichnung bequem am PC erstellen können. Einige Webseiten bieten auch Online-Gartenplaner mit Zeichenfunktion an. In die Zeichnung sollten die Grenzen des Grundstücks, die Lage des Hauses, Garagen, Auffahrten und die Lage von Abwasserschächten eingetragen werden. Abwasserschächte und Revisionsschächte müssen im Störungsfall frei zugänglich sein und sollten daher nicht von größeren Bäumen umstanden sein. Anhand der erstellten Übersichtszeichnung können Sie zum Beispiel den Materialbedarf für Gartenwege, Sichtschutzwände, Gartenzäune oder die benötigte Menge an Mutterboden abschätzen. Außerdem bietet die Übersichtszeichnung eine gute Möglichkeit, um ein erstes grobes Konzept für den Garten zu erstellen.

Bestandsaufnahme bei Gartenumgestaltung

Möchten Sie Ihren alten Garten lediglich neu- oder umgestalten, ist eine Zeichnung ebenfalls empfehlenswert. Diese sollte neben den im vorherigen Absatz genannten Punkten zusätzlich die wichtigsten Elemente des bestehenden Gartens enthalten. Dazu zählen zum Beispiel Gartenwege, Sitzecken, Rasenflächen, Beete und größere Pflanzen. Mit dieser zu Papier gebrachten Bestandsaufnahme können Sie leichter entscheiden, welche Elemente des Gartens neu- oder umgestaltet werden sollen und welche Elemente in den neuen Garten integriert werden können.

Garten planen – die Details

Nachdem Sie grundsätzliche Fragen zur Gartengestaltung geklärt haben, können Sie Ihren Garten im Detail planen. Verwenden Sie dazu am besten die bereits angefertigte Zeichnung als Hilfsmittel. So behalten Sie bei der Planung stets den Überblick. Die Abarbeitung der folgenden Punkte bietet sich bei der Detailplanung an:

Garten Bereiche
  • Gartenbereiche festlegen: Für die meisten Gärten bietet es sich an, diese in unterschiedliche Bereiche bzw. Funktionsbereich zu untergliedern. So stellen zum Beispiel Terrasse, Sitzecke, Rasenflächen, Beete und Flächen für Sträucher und Bäume unterschiedliche Bereiche dar, die charakteristisch für die Grundaufteilung des Gartens sind. Neben der Optik sollten Sie bei der Festlegung der Funktionsbereiche aber auch auf ganz praktische Punkte achten. So empfiehlt es sich, die Terrasse in der Nähe einer Eingangstür zum Haus oder der Wohnung zu bauen. Möchten Sie einen Kräutergarten anlegen, sollte dieser möglichst nicht allzu weit von der Küche entfernt liegen. Wie Sie einen Garten planen sollten, hängt ebenfalls von der zu erwartenden Sonneneinstrahlung ab. So bietet sich ein durch nahe Hauswände beschatteter Bereich eher zum Anlegen einer Rasenfläche als zum Anbau von Gemüse an. Sehr sonnige Bereiche sind dagegen zum Beispiel gut für Beerenobst, Tomaten, Mirabellen oder Pfirsiche geeignet.

  • Gartenwege festlegen: Gartenwege haben neben ihrer praktischen auch eine optische bzw. gestalterische Funktion. So lässt sich ein Garten mit Gartenwegen in optisch voneinander abgegrenzte Bereiche aufteilen. In Nutzgärten sollten Sie Gartenwege so anlegen, dass alle Bereiche der Beete von den Wegen bequem erreicht werden können. Für Gartenwege stehen die unterschiedlichsten Materialien wie Kies, Pflastersteine oder Granitplatten zu Verfügung. Kieswege sind sehr einfach anzulegen, haben aber den Nachteil, dass Sie ohne regelmäßiges Harken leicht von Unkraut durchwachsen werden.

  • Wasser- und Elektroleitungen: Wünschen Sie in Ihrem Garten Wasserhähne oder eine Beleuchtung, sollten Sie die Lage von Wasser- und Elektroleitungen bereits berücksichtigen, wenn Sie den Garten planen. Verlegen Sie die Leitungen möglichst, bevor Sie den Garten abschließend anlegen. So müssen Sie später keine Gräben durch Beete oder Rasenflächen ziehen. Mit einem extra Außenwasserzähler für die Gartenbewässerung lassen sich übrigens Kosten sparen, da Sie für Bewässerungswasser keine Abwassergebühren zahlen müssen. Diese werden sonst von vielen Städten und Kommunen anhand der verbrauchten Gesamtwassermenge berechnet.

  • Spezielle Gestaltungselemente: Möchten Sie in Ihrem Garten vielleicht einen Steingarten anlegen oder einen Hang bauen? Ein Steingarten bringt mit einer schönen Bepflanzung eine besondere optische Note in den Garten und bietet zudem Unterschlupf für kleine Gartenbewohner wie Eidechsen. Ein Hang eignet sich bei südlicher Ausrichtung für wärmeliebende Pflanzen und Obstsorten. Zudem lockert ein Hang den Garten optisch auf und bringt Tiefe in den Garten. Mit Dekorationsgegenständen wie Gartenzwergen, steinernen Springbrunnen oder kleinen Windmühlen können Sie Ihrem Garten eine persönliche Note verleihen.

  • Bepflanzung: Die Auswahl der Bepflanzung ist für die meisten Gartenfreunde sicherlich die Kür beim Planen des Gartens. Grundsätzlich hängt die Auswahl der Bepflanzung natürlich zu einem Großteil von Ihrem persönlichen Geschmack ab. Allerdings macht es keinen Sinn, einen Garten zu planen, ohne die Ansprüche der gewünschten Pflanzen zu berücksichtigen. So lieben zum Beispiel viele Zierpflanzen nährstoff- und humusreiche Böden mit neutralem bis leicht saurem Boden-pH-Wert, während zum Beispiel Rhododendren eher saure Böden schätzen. Auf leicht lehmigen Böden gedeihen viele Obstbäume besonders gut. Typische Pflanzen eines Steingartens wie Felsenblümchen oder Blaukissen bevorzugen einen mageren, nährstoffarmen Boden. Welche Ansprüche Pflanzen an die Bodenbeschaffenheit und andere Standortbedingungen haben, können Sie in Gartenratgebern nachlesen. Das Fachpersonal in den Gartenabteilungen von Baumärkten kann Ihnen zu diesem Thema ebenfalls kompetente Auskünfte geben. Bei der Auswahl der Bepflanzung sollten Sie auch die unterschiedlichen Wuchshöhen beachten. So behindern zum Beispiel hohe Sträucher um die Terrasse die Sicht in den Garten, während dieser Effekt als Sichtschutz an der Grundstücksgrenze durchaus erwünscht sein kann. Bei der Bepflanzung Ihres Gartens sollten Sie ebenso die unterschiedlichen Blühzeiten der Pflanzen beachten. So können Frühblüher wie Forsythien bereits kurz nach dem Ende der Frostperiode schöne Farbakzente im Garten setzen. Blühende Fliederbüsche leiten den Frühling ein und verströmen im Garten zudem einen sehr angenehmen Duft. Die Blüten von Sonnenblumen, Cosmea und Wicken erfreuen den Gartenbesitzer im Hochsommer.

  • Ökologisch wertvollen Garten gestalten: Einen ökologisch wertvollen Garten zu planen, kann einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt leisten. Sterile, perfekt von jeglichem Laub befreite Zier- und Nutzgärten bieten kaum eine Lebensgrundlage für Vögel, Insekten, Amphibien und Säugetiere wie den immer seltener werdenden Igel. Mit Insektenhotel, Igelhaus, Steinhaufen, dichten Hecken oder einem Naturrasenbereich können Sie Ihren Garten schon ohne großen Aufwand ökologisch aufwerten. Viele Insekten und Vögel sind außerdem auf heimische Wildblumen als Nahrungsquelle angewiesen. Im Handel sind diverse Wildblumenmischungen erhältlich, die keine hohen Ansprüche an die Bodenqualität stellen und Sie außerdem mit schönen Blüten erfreuen. Auch die Gartenpflege ist ein wichtiger Einflussfaktor auf die Artenvielfalt im Garten. So freuen sich Igel über größere Laubhaufen. Eine Laubschicht unter Sträuchern ist Lebensraum für viele Insekten und wichtige Bodenmikroorganismen.