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Zelte richtig imprägnieren – für Campingspaß bei jedem Wetter

Zelten ist eigentlich zu jeder Jahreszeit möglich – vorausgesetzt, das Zelt schützt zuverlässig vor Umwelteinflüssen wie Sonne, Regen und Wind. Im Winter sollte das Zelt auch Schnee, Eis und Kälte abhalten. Ein undichtes Zelt kann die Freude am Outdoor-Camping empfindlich trüben. Überprüfen Sie daher vor jedem Campingurlaub, ob Ihr Zelt noch ausreichend imprägniert ist. Wir erklären Schritt für Schritt, wie Sie die Imprägnierung erneuern und Ihr Zelt wieder voll einsatzfähig machen.

Warum ist eine Imprägnierung sinnvoll? So machen Sie Ihr Zelt fit!

Starker Regen, Schnee, Wind oder mechanische Reibung setzen der Zeltplane zu. Sie tragen mit der Zeit die Imprägnierung des Zeltes vollständig vom Gewebe ab. Ohne schützende Imprägnierung macht UV-Strahlung das Material schnell spröde und somit anfälliger für Risse und Löcher. Bei Regen perlt das Wasser nicht mehr ab, sondern dringt in den Zeltstoff ein und durch ihn hindurch – sehr lästig beim Camping oder auf einer mehrtägigen Bergtour. Ein vollgesogenes Zelt ist nicht nur unangenehm, sondern wiegt auch mehr. Gerade beim Wandern ist es wichtig, möglichst wenig Gewicht mitzuführen.

Eine Imprägnierung macht das Zelt wasserdicht und windabweisend. Sie schützt das Material und erhöht so die Lebensdauer des Zeltes erheblich. Wasser perlt bei guter Imprägnur und mit der angegebenen Wassersäule kann dauerhaft gerechnet werden. Die Auswahl des passenden Imprägniermittels ist entscheidend. Wir zeigen Ihnen in 7 Schritten, wie Sie Ihr Zelt richtig imprägnieren und so möglichst lange Freude daran haben.

Zelt richtig imprägnieren in 7 Schritten

  • 1. Schritt: Überprüfen Sie die Zeltimprägnierung
  • 2. Schritt: So finden Sie das passende Imprägniermittel
  • 3. Schritt: Bereiten Sie das Zelt vor
  • 4. Schritt: Versiegeln Sie die Nähte
  • 5. Schritt: Bereiten Sie das Imprägniermittel vor
  • 6. Schritt: Imprägnieren des Stoffs
  • 7. Schritt: Lassen Sie das Zelt trocknen

1. Schritt: Überprüfen Sie die Imprägnierung

Die meisten Zelte sind beim Kauf herstellerseitig imprägniert. Doch bereits nach wenigen Campingtouren kann der Schutz nicht mehr ausreichend sein. Testen Sie deshalb unbedingt vor jeder Outdoor-Tour und jedem Campingurlaub, ob die Imprägnierung Ihres Zeltes noch vorhanden ist. So erleben Sie unterwegs keine unangenehmen Überraschungen. Insbesondere die Zeltnähte stellen Schwachstellen in der Zeltplane dar und sollten genauer in Augenschein genommen werden.

  • Bauen Sie Ihr Zelt für den Test auf.
  • Achten Sie darauf, dass die Zeltplane überall straff gespannt ist.
  • Führen Sie einen Härtetest mit dem Gartenschlauch oder einer Gießkanne durch: Spritzen Sie beherzt, aber mit nicht zu starkem Druck drauf los. Normalerweise hält ein gut imprägniertes Zelt das problemlos aus und bleibt innen trocken.
  • Schauen Sie genau hin: Das Wasser sollte in vielen kleinen Tropfen vom Gewebe abperlen und auch an den Nähten nicht in das Innere des Zeltes eindringen.
  • Eine Erneuerung der Imprägnierung ist notwendig, wenn sich auf der Zeltplane ein Wasserfilm bildet, das Zelt innen nass wird oder es an den Nähten ins Zelt hinein tropft.

2. Schritt: So finden Sie das passende Imprägniermittel

Für die Wahl des richtigen Imprägniermittels ist das Material Ihres Zeltes entscheidend. Ein Zelt aus Baumwollstoff benötigt andere Imprägniermittel als eines aus Kunststoff. Die meisten modernen Zelte sind aus Kunststoff hergestellt. Im Handel finden Sie eine große Auswahl an Imprägniermitteln für Kunstfasern, beachten Sie dazu die Pflegehinweise Ihres Zeltes. Diese Materialien gibt es bei Zeltplanen:

Baumwolle

Polyester

Polyamid (Nylon)

Gore-Tex

  • Wird heutzutage kaum noch für Zelte verwendet
  • Historische Zelte bspw. für Mittelalterfestivals oder klassische Pfadfinderzelte bestehen meist aus Baumwolle
  • Hohe UV-Beständigkeit
  • Sehr reißfest
  • Geringe Aufnahme von Feuchtigkeit
  • Meist mit Außenbeschichtung aus PVC, Silikon oder Polyurethan
  • Geringere UV-Beständigkeit als Polyester
  • Günstig in der Anschaffung
  • Dehnt sich bei Feuchtigkeit aus
  • Meist mit Außenbeschichtung aus PVC, Silikon oder Polyurethan
  • Absolut wasserdicht
  • Atmungsaktiv
  • Kein Innenzelt notwendig aufgrund der Materialeigenschaften
  • Teuer in der Anschaffung

Imprägniermittel werden in zwei Formen angeboten: als Sprühlösung oder als Flüssigimprägnier. Sie unterscheiden sich in einigen Punkten:

Flüssigimprägnierung

Imprägnierspray

  • wird in der Regel mit Wasser verdünnt
  • wird gleichmäßig mit einem Mikrofasertuch, einer Bürste, einem Schwamm oder einer Pumpsprühflasche aufgetragen
  • hat meist eine gewisse Einwirkzeit
  • wird unverdünnt aufgesprüht, dabei sorgfältig auf eine gleichmäßige Verteilung achten
  • darf nicht eingeatmet werden

Aus Umweltschutzgründen sollten Sie besser Imprägniermittel aus Paraffin- und Wachsemulsionen oder auf Silikonbasis verwenden als Mittel aus Fluorcarbonen.

3. Schritt: Bereiten Sie das Zelt vor

Ihr Zelt sollten Sie am besten schon einen Tag vor der geplanten Imprägnierung vorbereiten, damit es ausreichend trocknen kann.

  • Reinigen Sie Außen- und Innenzelt gründlich von beiden Seiten von Staub, Erde und Schmutz.
  • Nehmen Sie einen Staubsauger und einen feuchten Lappen mit etwas Spülmittel zu Hilfe.
  • Verwenden Sie keine chemischen Reinigungsmittel, um die Zeltplane zu schonen.
  • Lassen Sie das Zelt gut trocknen, am besten einige Stunden.

4. Schritt: Versiegeln Sie die Nähte

Sind speziell die Nähte undicht, kann Nahtversiegler helfen. Das ist ein Spezialkleber, den Sie auf die Nähte auftragen, um diese abzudichten. Machen Sie das, wenn nötig, am besten vor der Imprägnierung.

5. Schritt: Bereiten Sie das Imprägniermittel vor

Sie sollten mit Imprägniermitteln ausschließlich an der frischen Luft arbeiten. Gerade bei Sprühimprägniermitteln ist das wichtig, damit Sie diese auf keinen Fall einatmen. Verwenden Sie eine Atemschutzmaske oder halten Sie die Luft an, während sie sprühen. Sprühmittel können Sie direkt verwenden.

Für Flüssigimprägniermittel gehen Sie so vor:

  • Lesen Sie sich die Anleitung des Imprägniermittels genau durch, bei Verlust finden Sie sie meist auf der Website des Herstellers.
  • Flüssigmittel mischen Sie im angegebenen Verhältnis mit Wasser verdünnt an.
  • Füllen Sie das Mittel in eine Pumpsprühflasche oder geben Sie es in eine Schüssel.
  • Legen Sie Schwamm, Bürste oder Tuch zum Auftragen und Verteilen des Mittels bereit.

6. Schritt: Imprägnieren des Stoffs

Das Zelt sollte aufgebaut sein, in einem Innenhof oder im Garten. Die Imprägnierung erfolgt von außen. Tragen Sie das Imprägniermittel gleichmäßig und flächendeckend auf die Zeltplane auf. Bei einem Imprägnierspray arbeiten Sie mit einem Abstand von 20 bis 30 cm von der Zeltplane am besten. Achten Sie darauf, besonders an den Nähten keine Stelle zu übersehen. Lassen Sie die Imprägnierung trocknen und wiederholen Sie den Vorgang noch drei- bis viermal.

Manche Flüssigimprägniermittel eignen sich auch zu einer Volltauchung, z. B. in einer großen Schüssel oder der Badewanne. Vorsicht, falls Ihr Zelt aus Gore-Tex gefertigt ist: In diesem Falle sollte die Imprägnierung unbedingt nur von außen erfolgen, da sonst die Atmungsaktivität nicht mehr gegeben ist.

7. Schritt: Lassen Sie das Zelt trocknen

Lassen Sie das Zelt nach der Imprägnierung gut trocknen. Ein tauchimprägniertes Zelt muss besonders lange trocknen, eine sprühimprägnierte Zeltplane ist meist schon nach wenigen Stunden vollständig trocken. Verwenden Sie keine Wäscheklammern, falls Sie Ihr Zelt aufhängen: Diese würden die Imprägnierung beeinträchtigen. Entfernen Sie gegebenenfalls Rückstände des Imprägniermittels mit einem Lappen oder einer Bürste, bevor Sie die Plane wieder zusammenfalten und verpacken. Jetzt ist Ihr Zelt bereit für den Campingurlaub oder die Bergtour.