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Welches Mountainbike passt zu Ihnen?

Nach Trekkingrädern und Citybikes ist das Mountainbike (MTB) das beliebteste Fahrradmodell in Deutschland. Es wird nicht nur für den Sport benutzt, auch in den Städten sieht man die markanten Räder mit den derben Stollenreifen häufig. Doch wie findet man das passende Bike? Welche Unterschiede bestehen zwischen den einzelnen Modellen? Was bedeuten Bezeichnungen wie "Fully" oder "Hardtail"? Hier finden Sie einen Überblick!

Welche Fragen sind für Auswahl des Mountainbikes wichtig?

Die wichtigste Frage bei der Auswahl von Mountainbikes ist der geplante Einsatzzweck. Wer das Fahrrad als Alltagsrad nutzt und nur ab und zu auf gut befestigten Waldwegen fährt, benötigt einen anderen Typ als Fahrer, die schweres Gelände bewältigen möchten. Wer von technisch schwierigen Abfahrten träumt, stellt andere Ansprüche als ein Sportler, der in jedem Terrain zu Hause ist. Überlegen Sie vor der Auswahl eines Mountainbikes, wo Sie sich die meiste Zeit mit dem Rad bewegen werden.

Welche Sitzposition ist die richtige für Sie?

Sitzposition Mountainbike

Heutzutage sieht man das Mountainbike häufig in der Stadt und auf befestigten Wegen. Aus dem Sportgerät ist durchaus ein Fahrradmodell für den Alltag geworden. Als Faustregel gilt: Je sportlicher Ihre Ambitionen, desto extremer fällt die ideale Sitzposition aus. Ambitionierte Sportler fahren in weit vorgebeugter Sitzhaltung.
Das sorgt für eine gute Aerodynamik und die Kraftübertragung auf die Pedale wird optimiert. Weniger trainierte Fahrer leiden in der aggressiven Sitzposition auf dem Mountainbike schnell unter Schmerzen in Rücken und Nacken. Die Handgelenke sind ebenfalls oft betroffen.
Mountainbikes sind Fahrräder, die gut an den Fahrer und den Verwendungszweck angepasst sein müssen. Ein zu kleiner Rahmen lässt sich eher passend einstellen als ein zu großer. Insbesondere dann, wenn Sie für mehr Komfort eine eher aufrechte Sitzposition bevorzugen, darf der Rahmen nicht zu groß sein.
Ein etwas überdimensionierter Rahmen macht bei der Sitzhöhe weniger Probleme.
Es ist das zu lange Oberrohr, das den Fahrer in eine übermäßig gestreckte und vorübergeneigte Position zwingt. Wählen Sie im Zweifel die kleinere Rahmengröße, um Ihr Rad je nach Bedarf und Anlass passend einstellen zu können.

Was haben Sie mit dem Bike vor?

Ein Mountainbike ist ein echter Sportler. Entsprechend ist die Ausstattung der Fahrräder ausgelegt. Schutzbleche, Gepäckträger und Beleuchtung sind nicht vorgesehen, schließlich bewegt man sich ausschließlich im Gelände. Wer auch den Weg zur Arbeit auf dem Bike zurücklegen möchte und in der Freizeit Waldwege und Schotterpisten erkundet, der ist mit einem All-Terrain-Bike (ATB) gut gerüstet. Die Räder sind bereits vonseiten des Herstellers entsprechend der Straßenverkehrsordnung ausgestattet. Die Schutzbleche halten die Kleidung auch bei Nässe sauber und mit dem Gepäckträger kann auch der kleine Einkauf einfach transportiert werden. Die Bereifung und die Rahmengeometrie der All-Terrain-Bikes ähneln der des Mountainbikes. Die Sitzhaltung ist weniger aggressiv und dynamisch und bietet dem Fahrer mehr Komfort.

Fully, Hardtail oder Starr-Bike?

Mountainbike Typ

Hier fahren Sie mit einem Hardtail MTB richtig gutEin ungefedertes Mountainbike, ein sogenanntes Starr-Bike, ist unter den modernen Rädern eine Seltenheit. Verbreitet sind voll gefederte Räder oder Modelle, die über gefederte Vordergabeln verfügen. "Fully" steht hier für den englischen Begriff "full suspension". Diese Mountainbikes bieten dem Fahrer eine gefederte Vordergabel und eine Federung in der Rahmenkonstruktion. Sogenannte Hardtails (englisch für hartes Ende oder hartes Heck) bieten lediglich ein über die Gabel gefedertes Vorderrad, die Rahmenkonstruktion selbst ist starr und unnachgiebig.

Das Feld-, Wald- und Wiesenrad

Das Hardtail bietet dem Fahrer weniger Komfort, gleichzeitig fällt sein Gewicht aufgrund der einfacheren Bauweise geringer aus als bei einem Fully MTB. Wer sein Fahrrad bevorzugt auf Waldwegen, in sehr leichtem Gelände und auf der Straße bewegt, ist bereits mit einem Hardtail gut ausgerüstet. Das Rad bietet auf diesen Untergründen ausreichend Komfort und Traktion. Besonders auf langen Strecken macht sich das geringere Gewicht positiv bemerkbar. Die Ansprüche an die Federgabel sind ebenfalls vergleichsweise gering. Ein moderater Federweg von 80 bis 100 mm ist vollkommen ausreichend.

Für Gelegenheitsfahrer und Einsteiger

Ein Hardtail MTB ist in vergleichbarer Qualität günstiger als ein Fully. Einsteiger, die noch nicht genau wissen, wie aktiv sie tatsächlich werden, sind mit einem Hardtail ebenfalls gut ausgestattet. Die Räder sind pflegeleicht und verursachen nur einen geringen Wartungsaufwand. Einfacheres Gelände und auch technisch nicht zu anspruchsvolle Abfahrten meistern Sie mit einem Hardtail spielend. Für Einsteiger, die erste Erfahrungen sammeln möchten und ein gutes Mountainbike zu einem günstigen Preis suchen, ist ein vorgefedertes Modell eine gute Wahl. Im Mountainbike-Bereich entsprechen Scheibenbremsen dem heutigen Stand der Technik. Stehen Sie aus ökonomischen Gründen vor der Wahl, entweder ein Hardtail mit Scheibenbremsen zu erstehen oder ein Fully mit V-Brakes zu kaufen, entscheiden Sie sich für das einfachere Modell mit den besseren Bremsen. Im Gelände sind wirkungsvolle Bremsen mit einer starken Verzögerungsleistung ebenso wichtig wie im Straßenverkehr.

In diesen Fällen ist ein Fully die perfekte Wahl

Rasante Abfahrten sicher meistern

Mountainbike

Interessieren Sie sich besonders für die Sparte Downhill und möchten Sie anspruchsvolle Abfahrten sicher und in Bestzeiten bewältigen, dann ist ein Fully für Sie perfekt geeignet. Die Vollfederung erhöht den Komfort für den Fahrer deutlich und wo ein starres Rad über die Steine hüpft, behält das Fully deutlich mehr Bodenkontakt. Sie können besser und sicherer bremsen, die Traktion fällt ebenfalls höher aus. Das richtige Mountainbike für Downhill-Liebhaber muss sehr robust aufgebaut sein. Daher weisen die passenden Modelle ein deutlich höheres Eigengewicht sowie eine stabile Doppelfedergabel und einen gefederten Rahmen mit einem Federweg von 180 bis 250 mm auf. Achten Sie bei der Auswahl auf ein Modell mit einem tiefen Schwerpunkt. Jener verbessert die Laufruhe des Mountainbikes. Die Bremsen sollten als hydraulische Scheibenbremsen konzipiert sein und deutlich stärker greifen als bei anderen Fahrradtypen.

Das Mountainbike für den technisch anspruchsvollen Mix

Wenn der Mountainbike-Sportler von Enduro redet, dann meint er den für den Fahrer sehr fordernden Mix aus technisch anspruchsvollen Aufstiegen und rasanten Fahrten zu Tal. Wer schnell hoch- und schnell wieder herunterfahren möchte, ist mit einem robusten Fully mit hoher Haltbarkeit und möglichst geringem Gewicht gut versorgt. Die Federung sorgt für Komfort und verbessert die Traktion auf den fordernden Anstiegen auch im schwierigsten Gelände.

Das Fully für jeden Tag

Wer das größere Gewicht und den höheren Preis eines Fullys nicht scheut, der kann auch in einfachem Gelände und auf der Straße vom besonderen Komfort der Vollfederung profitieren. Fullys setzen sich in immer mehr Bereichen durch. Auch auf leichtem Terrain und auf Waldwegen möchten viele Fahrer die Bequemlichkeit nicht missen. Insbesondere wer bereits unter leichten Beschwerden am Bewegungsapparat leidet, empfindet ein Fully als Segen, auch wenn er nicht die große sportliche Herausforderung sucht. In moderater Sitzposition sind gemütliche Touren auf dem Fully ein Genuss. Eine Alternative kann in diesem Fall auch ein voll gefedertes All-Terrain-Bike (ATB) darstellen.

Das Hardtail MTB im Überblick

Jeder Fahrradtyp hat Vor- und Nachteile. Der Anspruch des Fahrers, das bevorzugte Gelände und auch der Geldbeutel bestimmen, welches Fahrrad für jeden Einzelnen individuell von Vorteil ist.

Die Vorteile von Hardtail Mountainbikes

  • geringes Gewicht
  • niedrigere Einstiegspreise
  • Der Aufwand für Wartung und Pflege fällt kleiner als bei einem Fully aus.

Die Nachteile von Hardtail Mountainbikes

  • weniger Fahrkomfort
  • geringere Stabilität
  • schlechtere Kontrolle
  • niedrigere Geschwindigkeit
  • geringere Traktion

Das Fully MTB im Überblick

Ein Fully bietet dem Fahrer ein deutlich verbessertes Fahrgefühl. Allerdings sollten die Tauchrohre der Federung bei Verschmutzungen mit einem Tuch gereinigt werden. Die Dichtungen der Federelemente benötigen eine regelmäßige Behandlung mit einem Pflegemittel. Je mehr Federn vorhanden sind, desto höher fällt der Aufwand aus. Außerdem besteht bauartbedingt die Notwendigkeit, das Fully häufiger auf Verschleiß zu prüfen. Die Federelemente müssen regelmäßig technisch überprüft werden, hier entstehen höhere Folgekosten als beim Hardtail.

Die Vorteile von Fully Mountainbikes

  • bessere Kontrolle
  • höhere Fahrstabilität
  • verbesserte Traktion
  • höhere Geschwindigkeit

Die Nachteile von Fully Mountainbikes

  • höhere Einstiegspreise
  • größeres Gewicht
  • höherer Aufwand für Wartung und Pflege

Das Mountainbike im Straßenverkehr

Ein echtes MTB ist wie ein Rennrad ein reines Sportgerät. Es ist nicht für das Fahren im öffentlichen Straßenverkehr konzipiert. Daher müssen Sie das Rad nachrüsten, um den Anforderungen der Straßenverkehrsordnung Rechnung zu tragen. Mit anderen Veränderungen lassen sich die Vielseitigkeit und der Komfort verbessern, wenn Sie Ihr MTB bevorzugt in der Stadt verwenden.

Sehen und gesehen werden

Mountainbike Straße

Die Beleuchtung ist unverzichtbar für Fahrer, die sich im Straßenverkehr bewegen möchten. Die gute Nachricht ist, Sie müssen Ihr MTB nicht mit einem Dynamo ausstatten. Seit der Gesetzesänderung am 01. August 2013 sind akkubetriebene Leuchten nicht mehr das alleinige Privileg von Rennrädern mit einem Gewicht von weniger als 11 kg. Auch Mountainbikes und andere Fahrradmodelle dürfen seitdem ausschließlich mit Aufsteckleuchten betrieben werden. Achten Sie bei der Auswahl der Beleuchtung auf Produkte, die eine amtliche Bauartgenehmigung vorweisen können. Sie erkennen diese Modelle an einer Wellenlinie, einem K und einer fünfstelligen Nummer am Gehäuse.

Reflektoren und Klingel nicht vergessen

Zusätzlich sind für das Fahren auf der Straße ein weißer Reflektor vorn und ein roter Reflektor hinten vorgeschrieben. Damit Sie auch von der Seite gut gesehen werden, benötigen Sie pro Rad je zwei gelbe Reflektoren für die Speichen, die im Volksmund als Katzenaugen bezeichnet werden. Auch die Pedale des Mountainbikes benötigen nach der Straßenverkehrsordnung Reflektoren. Zusätzlich ist eine Klingel erforderlich, damit Sie Fußgänger und andere Radler auf sich aufmerksam machen können.

Komfort und Vielseitigkeit erhöhen

Schutzbleche sind nicht günstig für das Gewicht, die Aerodynamik oder die Flexibilität im Gelände, bei Regenwetter machen sie die Fahrt jedoch viel angenehmer. Außerdem bieten sie einen sicheren Schutz vor Schmutz, der in die Augen gelangen und somit schnell zu Stürzen führen kann. Für Fahrer und Menschen, die ihr MTB im Alltag nutzen, sind die kleinen Helfer ebenfalls eine gute Sache. Mittlerweile sind auf dem Markt die verschiedensten Lösungen erhältlich. Steckschutzbleche sind besonders leicht zu montieren und flexibel einsetzbar – allerdings verliert man sie in anspruchsvollem Gelände leicht. Fest montierbare Schutzbleche sind für Mountainbikes ebenfalls erhältlich. Der Gepäckträger ist für das MTB häufig ein sinnvolles Zubehörteil, denn wer sein Rad im Alltag nutzt, weiß es zu schätzen, kleine Einkäufe einfach und sicher zu transportieren. Aber auch auf längeren Touren ist der Gepäckträger sinnvoll. Regenjacke, Getränke und Energieriegel finden so leicht ihren Platz.

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