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E-Bike: Erreichen Sie mit Unterstützung Ihre Ziele

Die Zeiten, in denen ein E-Bike als Fahrrad für Faulpelze und Senioren galt, sind lange vorbei. E-Bike-Fahren ist jung, frisch und modern und dazu auch noch sehr angenehm. Selbst Mountainbikes sind heute als E-Bikes erhältlich und sorgen für neidische Blicke bei allen, die vor der rasanten Abfahrt kräftig in die Pedale treten müssen. Doch wie unterscheiden sich die verschiedenen Modelle und Antriebsarten? Worauf sollten Sie bei der Auswahl achten und was können Sie von den elektrisch angetriebenen Rädern erwarten?

Pedelec oder E-Bike: Wo liegt der Unterschied?

Umgangssprachlich werden Fahrräder mit elektrischem Zusatzantrieb meist als E-Bike bezeichnet. Tatsächlich handelt es sich bei den meisten dieser Räder um Pedelecs. Der Begriff „Pedelec“ steht für „Pedal Electric Cycle“ und beschreibt damit das Prinzip der elektrischen Trittunterstützung. Für die rechtliche Behandlung und die Vorgaben im Straßenverkehr ist es wichtig, die einzelnen Typen genau zu unterscheiden.

Das Pedelec in der Übersicht

Das Pedelec unterstützt seinen Fahrer nur, wenn er selbst in die Pedale tritt. Sensoren messen den Krafteinsatz und passen unterstützend die Leistung des Elektromotors an. Einen Kavaliersstart unterstützt diese Technik nicht. Wer schneller als 25 km/h fahren möchte, muss treten wie gewohnt. Denn ab dieser Geschwindigkeit schaltet sich der Elektroantrieb automatisch ab.

  • Im Verkehrsrecht ist das Pedelec ein normales Fahrrad.
  • Ein Mindestalter ist für die Nutzung nicht vorgeschrieben, ein Führerschein ebenso wenig notwendig wie eine spezielle Haftpflichtversicherung.
  • Radwege dürfen mit dem Pedelec befahren werden. Ein Kind bis 7 Jahre mitzunehmen, ist in einem geeigneten Sitz oder Kinderanhänger erlaubt.
  • Auf einen Dynamo kann verzichtet werden, die Beleuchtung darf aus dem Akku des Elektromotors gespeist werden.
  • Es besteht keine Helmpflicht. Wegen der höheren Geschwindigkeiten ist es angeraten, freiwillig einen Helm zu nutzen.
  • Manche Pedelecs sind mit einer Anfahr- oder Schiebehilfe ausgestattet. Auf Knopfdruck beschleunigen sie bis auf 6 km/h.

Das S-Pedelec in der Übersicht

Das „S“ beim S-Pedelec steht für schnell. Die Technik unterscheidet sich nicht von einem normalen Pedelec, jedoch sind diese Modelle deutlich schneller unterwegs. Die Anfahrhilfe erlaubt eine Geschwindigkeit von 20 km/h, der Elektromotor unterstützt beim Treten Geschwindigkeiten bis zu 45 km/h.

  • Ein S-Pedelec gilt als Kleinkraftrad.
  • Der Fahrer muss mindestens 15 Jahre alt sein und über die Führerscheinklasse AM verfügen. Fahrer, die eine allgemeine Fahrerlaubnis besitzen oder vor dem 01.04.1965 geboren wurden, benötigen keinen extra Führerschein.
  • Eine Betriebszulassung vom Kraftfahrtbundesamt sowie eine Haftpflichtversicherung mit Versicherungskennzeichen sind nötig.
  • Das Modell muss über Rückspiegel verfügen, die Mindestprofiltiefe der Reifen beträgt 1 mm.
  • Radwege dürfen nicht befahren werden, die Mitnahme von Kinderanhängern ist verboten. Kindersitze sind erlaubt.
  • Es besteht Helmpflicht.

Das E-Bike in der Übersicht

Ein E-Bike sorgt unabhängig von der Trittkraft des Fahrers für Beschleunigung. Der Elektromotor wird über einen Drehgriff, wie man ihn von Mofa oder Motorroller kennt, gesteuert. Je nach Modell erreichen E-Bikes Geschwindigkeiten zwischen 20 und 45 km/h.

  • Das E-Bike gilt rechtlich als Leicht-Mofa.
  • Fahrer benötigen eine Mofa-Prüfbescheinigung oder einen Führerschein der Klasse AM. Fahrer mit einer allgemeinen Fahrerlaubnis und Personen, die vor dem 01.04.1965 geboren wurden, benötigen keine zusätzliche Fahrerlaubnis.
  • Eine Betriebserlaubnis des Kraftfahrtbundesamtes sowie ein Versicherungskennzeichen sind Pflicht.
  • Auf Radwegen dürfen E-Bikes nur fahren, wenn der Weg für Mofas freigeben ist.
  • Wege mit einem Verbot für Krafträder dürfen nicht befahren werden, Pedelecs sind hier erlaubt.
  • Fußgängerzonen, in denen Radfahren erlaubt ist, dürfen nicht befahren werden. Die Mitnahme von Kinderanhängern ist verboten, Kindersitze sind dagegen erlaubt.
  • Helmpflicht besteht bei Modellen, die 25 km/h oder schneller fahren.

In der folgenden Tabelle finden Sie die wichtigsten Unterschiede und Regelungen kompakt zusammengefasst:

E-Bike-TypHöchstgeschwindigkeit in km/hMax. Leistung in WattHelmpflichtFührerscheinVersicherungskennzeichenVersicherungsschutz in der HaftpflichtversicherungRadweg-Nutzung
Pedelec ohne Anfahrhilfe 0 ohne Treten
25 mit Treten
250 nein nein nein mitversichert ja
Pedelec mit Anfahrhilfe 6 ohne Treten
25 mit Treten
250 nein nein nein mitversichert ja
Schnelles S-Pedelec 20 ohne Treten
45 mit Treten
500 ja Klasse AM ja nein nein
E-Bike bis
20 km/h
20 ohne Treten 500 nein Mofa¹ ja nein Wenn für Mofa erlaubt
E-Bike bis
25 km/h
25 ohne Treten 1000 ja Mofa¹ ja nein Wenn für Mofa erlaubt
E-Bike bis
45 km/h
45 ohne Treten 4000 ja Klasse AM ja nein nein

¹ Fahrer mit allgemeiner Fahrerlaubnis und Personen, die vor dem 01.04.1965 geboren worden sind, benötigen kein Mofa-Prüfbescheinigung

Quelle: Rechtliche Einordnung von Pedelecs und E-Bikes © ADAC e.V.

Wie weit reicht der Akku eines E-Bikes?

Für Käufer von E-Bikes ist das die fast wichtigste Frage. Schließlich soll die angenehme Unterstützung weit entfernt vom eigenen Zuhause oder dem Ziel den Fahrer nicht im Stich lassen. Für die Reichweite der Akkus bei E-Bikes gibt es keine allgemeingültigen Angaben. Je nach Hersteller schwanken die Werte enorm. Außerdem beeinflussen das Gewicht des Fahrers, die Fahrweise, das Gelände und die Außentemperatur die jeweilige Belastung. Ein leichter Fahrer ohne Zuladung, der mit wenig Unterstützung des Elektromotors durch flache Landschaften rollt, benötigt nur wenig Energie. Fahrer mit höherem Gewicht und viel Gepäck, die mit kräftiger Unterstützung des Motors Berge bezwingen, beanspruchen den Akku stark. Ein durchschnittlicher Akku bewältigt mit einer Ladung 30 bis 50 km, die Herstellerangaben liegen oft weit höher. Sie werden in der Praxis eher selten erreicht. Die Mehrheit der Hersteller verbaut Lithium-Ionen-Akkus, die etwa 1.000 Ladezyklen halten. Damit ist ein Tausch des Akkus meist nach 3 bis 5 Jahren fällig, allerdings nimmt die Leistung der Akkus nach der Hälfte der Lebensdauer langsam ab.

Welche Antriebsarten für E-Bikes gibt es und wie wirken sie sich auf das Fahrverhalten aus?

Ein E-Bike unterstützt seinen Fahrer natürlich mit einem Elektromotor. Aber je nach Hersteller sitzt dieser an unterschiedlichen Stellen. Es gibt den Motor an der Vorderradnabe, an der Hinterradnabe und den Mittelmotor am Tretlager. Jede dieser Varianten bietet unterschiedliche Vor- und Nachteile.

  • Der Vorderradnabenmotor beeinflusst die Schaltung nicht und auch der Rücktritt bleibt, sofern vorhanden, voll funktionsfähig. Das Fahrrad bekommt am Vorderrad ein etwas höheres Gewicht, was das Lenken ein wenig erschwert. Aber das ist eine reine Frage der Gewohnheit. Wegen des leichten Einbaus ist der Vorderradnabenmotor auch ideal zum Umrüsten von normalen Fahrrädern zum E-Bike geeignet. Nachteile hat er bei Steigungen und auf rutschigem Untergrund. Durch das vergleichsweise geringe Gewicht an der Vorderachse ist in diesen Situationen die Traktion weniger wirkungsvoll.
  • Der Hinterradnabenmotor überträgt seine Kraft auf die Hinterachse des E-Bikes oder Pedelecs. Vorteile bei dieser Position des Motors sind die optimale Kraftentwicklung und Kraftübertragung. Außerdem kann für Transporte das Vorderrad leicht ausgebaut werden. Nachteile hat der Hinterradnabenmotor auch. Er kann lediglich mit einer Nabenschaltung betrieben werden und eine Rücktrittbremse ist nicht erhältlich. Außerdem fahren sich manche Modelle leicht hecklastig und unruhig. Allerdings bietet diese Motorvariante die Möglichkeit, bei Bergabfahrten Energie zurückzugewinnen und den Akku während der Fahrt zu laden.
  • Der Mittelmotor befindet sich direkt im Zentrum der Kraft am Tretlager des E-Bikes. Hier verändert er den beim Fahrrad gewohnten Schwerpunkt kaum und sorgt für ein besonders natürliches Tritt- und Antriebsgefühl. Der Mittelmotor verträgt sich mit allen herkömmlichen Schaltungen und ist mittlerweile auch mit einer Rücktrittbremse kompatibel.

E-Bike fahren bei schwierigen Witterungsverhältnissen

Bei Schnee und Nässe steigt naturgemäß die Rutschgefahr deutlich. Der kraftvolle Elektroantrieb stellt ein zusätzliches Risiko dar. Achten Sie bei glattem Untergrund darauf, nur eine moderate Unterstützung des Rades zu nutzen. Dann bewegen Sie das E-Bike auch bei widrigen Witterungsverhältnissen sicher und genießen den vollen Komfort. Durch die geringere Anstrengung kommen Sie nicht ins Schwitzen und das Risiko für Erkältungskrankheiten sinkt. Die Elektrik der E-Bikes ist auf Regen, Schnee und Nässe eingestellt. Nur direkt ins Wasser tauchen sollten Sie Ihr Fahrrad nicht. Solange Sie keine Pfützen, die bis über die Naben reichen, durchfahren, kann nichts passieren. In der kalten und nassen Jahreszeit benötigt ein E-Bike mehr Pflege als in den Sommermonaten. Geben Sie dem Rad die Möglichkeit abzutrocknen, fetten Sie die Kette regelmäßig und kontrollieren Sie die Kontakte. Der Akku bevorzugt moderate Temperaturen. Lagern Sie ihn im Winter im Haus und setzen Sie ihn erst ein, wenn Sie starten. Während der Fahrt hält der Stromverbrauch den Akku warm. Nehmen Sie am Ziel den Akku wieder mit in geschlossene Räume. So übersteht er auch kalte Wintertage und zeigt sich leistungsfähig und zuverlässig.

Wie lässt sich ein E-Bike reinigen?

Gute E-Bikes sind kostspielig, daher ist eine wirksame Pflege sinnvoll. Lassen Sie die Fahrräder mit dem elektrischen Zusatzantrieb nicht dauerhaft ungeschützt im Freien stehen. Behandeln Sie das Rad ebenso wie andere hochwertige Modelle. Starke Verschmutzungen entfernen Sie idealerweise mit Seifenwasser und einem Schwamm per Hand, nachdem Sie den Akku entfernt haben. Trocknen Sie nach dem Waschen alle Kontakte gründlich ab, bevor Sie den Akku wieder einsetzen. Ein Hochdruckreiniger ist zwar eine bequeme Lösung, aber für E-Bikes stellt er keine Alternative dar. Durch den Druck könnte Wasser durch die Dichtungen dringen und die Elektrik beschädigen. E-Bikes und Pedelecs vertragen in der Regel nur Spritzwasser.

Die Tücken bei der Versicherung von E-Bikes

Auf den ersten Blick scheint alles klar: Pedelecs mit einer Geschwindigkeit von maximal 25 km/h gelten als Fahrrad. Für sie besteht keine Versicherungspflicht, der Abschluss einer Privathaftpflichtversicherung ist allerdings ratsam. Denn dabei sind diese Radmodelle mitversichert. Eine Besonderheit gibt es aber bei Pedelecs bis 25 km/h, die mit einer Anfahrhilfe ausgestattet sind. Einige private Haftpflichtversicherungen schließen diese Art von Pedelecs aber wegen der Anfahrhilfe vom Versicherungsschutz aus. Hier hilft es nur, die Versicherungsbedingungen des eigenen Vertrags zu studieren oder bei der Gesellschaft nachzufragen.

Für S-Pedelecs und E-Bikes sieht der Gesetzgeber dagegen eine spezielle Haftpflichtversicherung mit einem Saisonkennzeichen vor. Das funktioniert wie bei einem Mofa oder einem 50er-Roller.

Besteht für E-Bike-Fahrer eine Helmpflicht?

E-Bike ist nicht gleich E-Bike. Die vielen unterschiedlichen Antriebsarten und Höchstgeschwindigkeiten lassen keine eindeutige Antwort zu. Eine Helmpflicht besteht nicht, wenn das E-Bike rechtlich einem Fahrrad gleichgestellt ist. Davon ist auszugehen, wenn

  • das Modell nur mit Muskelkraft bewegt werden kann, also die elektrische Unterstützung von der eigenen Trittkraft aktiviert wird.
  • der Hilfsmotor eine Dauernennleistung vom maximal 0,25 kW besitzt.
  • der Hilfsmotor bei steigender Geschwindigkeit seine Leistung verringert.
  • der Hilfsmotor bei einer maximalen Geschwindigkeit von 25 km/h und bei Trittpausen automatisch abschaltet.
  • wenn eine vorhandene Anfahrhilfe maximal Geschwindigkeiten von 6 km/h erlaubt.

Erfüllt ein E-Bike diese Anforderungen, sind Sie nicht verpflichtet, einen Helm zu tragen. Trotzdem ist der zusätzliche Schutz eine Überlegung wert. E-Bikes, die diese Anforderungen nicht erfüllen, dürfen Sie dagegen nur mit einem Helm fahren. Hier sieht der Gesetzgeber eine generelle Helmpflicht vor.

Wie findet man das richtige E-Bike?

Ein E-Bike muss ebenso gut zu seinem Besitzer passen wie ein normales Fahrrad. Hinzu kommt der Antrieb, der je nach Art deutlich andere Fahreigenschaften aufweist. Sie sollten verschiedene Modelle ausprobieren, um das passende Rad zu finden. Ein E-Bike ist eine Anschaffung, die Sie viele Jahre begleiten soll, daher ist es wichtig, genau auszuwählen. Sie müssen sich mit Ihrem E-Bike wohlfühlen. Bedenken Sie vorher, wo Sie meistens fahren und welche Strecken Sie zurücklegen möchten. Besitzen Sie den für manche E-Bikes nötigen Führerschein? Dies hat bereits einen großen Einfluss auf die Auswahl des geeigneten Modells.

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