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Marderschutz für das Auto: Was hilft wirklich?

Allein der ADAC verzeichnet in seiner Statistik in jedem Jahr über 15.000 Marderschäden an Fahrzeugen. Marder zerbeißen im Motorraum bevorzugt Zündkabel, Kühlwasserschläuche und Gummimanschetten. Was treibt Marder in den Motorraum und mit welchem Marderschutz können Sie die Plagegeister effektiv abwehren? Zahlt die KFZ-Versicherung bei Marderschäden?

Beißattacken im Motorraum: Wo liegen die Gründe?

Marder sind außerhalb der Paarungszeit Einzelgänger, die ihr Revier aggressiv gegen Eindringlinge verteidigen. Dies gilt besonders für männliche Marder. Die Tiere markieren ihr Revier durch abgegebene Duftstoffe. Motorräume sind meist warm und trocken und werden daher gern als Unterschlupf genutzt. Auch hier markiert das Tier mit dem eigenen Duft das Revier. Marderschäden sind besonders häufig, wenn Sie Ihr Auto im Revier eines Marders parken oder ein fremder Marder in das Revier des angestammten Besitzers eindringt. Dies liegt daran, dass die Gerüche von Rivalen Marder aggressiv machen und die Tiere die Duftmarken der Rivalen beseitigen und mit ihren eigenen Duftmarken überdecken wollen. In der Folge kommt es bei einigen Mardern oft zu einer regelrechten Beißwut, die sich zum Beispiel gegen Zündkabel, Wasserschläuche und Gummimanschetten richtet.

Welche Schäden können Marder an Ihrem Auto anrichten?

Marderschutz

Marder vergreifen sich gern an Zündkabeln, Schläuchen für Kühlwasser und Scheibenwaschanlagen, Manschetten von Lenkgestängen, Elektrokabeln und Dämmstoffen. Bisse an diesen Teilen können die Elektrik des Autos lahmlegen, zu Kühlwasserverlusten führen oder Schmutz in Lenkgelenke eindringen lassen. Bemerken Sie die Schäden sofort, ist der Aufwand für die Reparatur meist noch relativ überschaubar. Gefährlich und teuer kann es werden, wenn sich die Bisse des Marders zum Beispiel in Form eines schleichenden Kühlwasserverlusts auswirken, der sich erst bemerkbar macht, wenn der Motor bereits überhitzt ist. Auch Zündaussetzer und ein Ausfall des Motors auf der Autobahn durch angebissene Zündkabel gehören nicht gerade zu den angenehmen Erlebnissen beim Autofahren. Zündaussetzer können außerdem durch eine unvollständige Verbrennung zu Schäden am Katalysator führen.

Marderschutz: Welche Maßnahmen sind empfehlenswert?

  • Elektroschock: Mit Elektroschocks durch Hochspannung lassen sich Marder effektiv aus dem Motorraum vertreiben. Dazu werden von einer Fachwerkstatt an allen von Mardern genutzten Einstiegsöffnungen unter Hochspannung stehende Metallplättchen angebracht. Berührt der Marder die Plättchen, bekommt er einen unangenehmen Stromschlag. Dieser ist für Marder und Menschen jedoch nicht schädlich.

  • Kabel ummanteln: Zündkabel können mit einer Ummantelung aus flexiblem Hartkunststoff (geschlitztes Wellrohr) versehen werden. Diesen Marderschutz können die Tiere nicht durchbeißen. Beim Ummanteln sollten Sie darauf achten, dass beim Durchtrennen bzw. Abkneifen des Kunststoffs keine scharfen Kanten entstehen. Diese könnten die darunter liegenden Kabel beschädigen. Wellrohr ist nicht besonders hitzebeständig und darf daher keine heißen Motor- und Krümmerteile berühren.

  • Motorraum abschotten: Wenn Marder gar nicht erst in den Motorraum eindringen können, erübrigen sich alle anderen Maßnahmen zum Marderschutz. Zur Abschottung des Motorraums werden alle Öffnungen zwischen Karosserie und Motorraum mit Borstenvorhängen oder Lochblechen verschlossen. Leider bieten bisher nur wenige Fahrzeughersteller eine Abschottung ab Werk an.

  • Drahtgitter: Einige Marder laufen ungern über Drahtgitter. Sie können zum Marderschutz daher einfach Kaninchendraht in einen Holzrahmen spannen und den Rahmen dann unter dem Motorraum platzieren. Allerdings gewöhnen sich viele Marder mit der Zeit auch an diese Art Gitter, weshalb die Methode nur eingeschränkt empfehlenswert ist.

  • Ultraschall: Hochfrequente Ultraschalltöne sollen Marder zumindest zeitweise vertreiben. Für Menschen sind die Töne nicht hörbar. Ultraschall-Geräte zum Marderschutz sind etwa so groß wie eine Streichholzschachtel und können von handwerklich geschickten Laien selbst eingebaut werden. Die Geräte benötigen nur sehr wenig Strom und belasten die Batterie daher kaum. Um die Schutzwirkung zu erhöhen, sollten Sie auf Ultraschall-Erzeuger zurückgreifen, die ihre Frequenz ständig wechseln.
Marder-Auto

Duftstoffe zum Marderschutz?

Duftstoffe aus Anti-Mardersprays, WC-Steinen, Mottenkugeln oder Tierhaaren haben nach Meinung von Experten keine nachgewiesene Wirkung gegen Marder. Allenfalls können unangenehme Düfte Marder kurzzeitig vertreiben.

Zahlt die KFZ-Versicherung bei Marderschäden?

Einige KFZ-Versicherungen übernehmen die Kosten für Marderschäden. Achten Sie daher vor Abschluss der Versicherung auf entsprechende Passagen in den Versicherungsbedingungen. Teilweise ermöglichen Versicherungen auch eine nachträgliche Erweiterung der Police auf Marderschäden. Die meisten Versicherungen zahlen jedoch nur die unmittelbaren Schäden. Dazu zählt zum Beispiel das Ersetzen von Zündkabeln. Folgeschäden von Marderbissen werden in der Regel nicht bezahlt. Ein Folgeschaden wäre zum Beispiel ein Motoraustausch aufgrund von Überhitzung durch Kühlwasserverlust.

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