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Wanddurchbruch ausführen – Schritt für Schritt

Es sieht im Fernsehen so einfach aus, wenn jemand wie ein Berserker mit dem Vorschlaghammer die Wand durchbricht. Allerdings handelt es sich dabei meist um die papierdünnen Wände in einem Filmstudio. In der Realität müssen Sie einiges beachten, wenn Sie eine Wand einreißen wollen, um aus zwei kleineren Zimmern einen großen Raum zu machen. Ohne eine vorausgehende Prüfung kann es Ihnen passieren, dass Ihnen der sprichwörtliche Himmel auf den Kopf fällt – nämlich die Decke.

Schritt 1: Statik prüfen

Sie haben ein altes Haus gekauft und möchten aus einem kleinen Esszimmer und Wohnzimmer ein großes Zimmer oder aus zwei Kinderzimmern ein repräsentatives Büro machen? Ehe Sie zum Vorschlaghammer greifen, müssen Sie zunächst einen Statiker heranziehen. Dieser überprüft, ob es sich um eine tragende Wand handelt. Eine tragende Wand darf nicht ohne Weiteres eingerissen werden, da sonst das Haus zusammenstürzen könnte. Außenmauern sind grundsätzlich tragende Wände. Ob es sich im Hausinneren um eine tragende Wand handelt, wird Ihnen der Statiker sagen. Eine solche Wand sollte nur von Fachleuten mit entsprechender professioneller Absicherung eingerissen werden.

Handelt es sich jedoch um eine nicht-tragende Wand, können Sie den Wanddurchbruch auch selbst in Angriff nehmen. Eine gründliche Vorbereitung ist hier die halbe Miete.

Schritt 2: Strom und Wasser umlegen

Auch durch nicht-tragende Wände können Wasser- und Stromleitungen verlaufen. Sie können dies mit einem Messgerät oder Ortungsgerät ermitteln. Stoßen Sie auf Metallrohre in der Wand, ziehen Sie einen Fachmann hinzu, der die Wasser- und/oder Stromleitung umlegt.

Schritt 3: Container bestellen

Denken Sie daran, dass bei einem Wanddurchbruch jede Menge Schutt anfällt. Bestellen Sie einen Container, in den Sie den Bauschutt entsorgen. Findet der Durchbruch im oberen Stockwerk statt, verwenden Sie zusätzlich eine Schuttrutsche. Dies sind die Röhren, die aussehen wie mehrere aneinandergereihte Eimer.

Schritt 4: Zimmer vorbereiten

Schützen Sie die beiden Zimmer, zwischen denen Sie die Wand durchbrechen. Schieben Sie alle Möbel möglichst weit weg von der Wand, die entfernt werden soll, und bedecken Sie sie mit Planen. Auch der Boden und die anderen Wände sollten mit Isolierplanen vor Staub und Schmutz geschützt werden. Verwenden Sie eine Staubschutztüre für die Verbindungstüren zwischen den Zimmern und dem Flur. So verhindern Sie, dass Staub aus den Zimmern in das restliche Haus gelangt.

Schritt 5: Werkzeug und Ausrüstung

Achten Sie auf ausreichenden Schutz bei der Arbeit und halten Sie das notwendige Werkzeug bereit, mit dem Sie die Wand einreißen möchten:

  • Atemschutzmaske 
  • Schutzbrille
  • Gehörschutz
  • Arbeitshandschuhe
  • Vorschlaghammer 
  • Bohr- oder Abrisshammer

Schritt 6: Wanddurchbruch mit dem Vorschlaghammer

Haben Sie schon immer einmal von echter Kraftmeierei geträumt, können Sie nun loslegen: Mit einem Vorschlaghammer können Sie nach Herzenslust auf die Wand einschlagen und so den ersten Wanddurchbruch herzustellen.

Schritt 7: Die Wand entfernen

Wenn Ihnen die Puste ausgeht, erledigen Sie den Rest der Wand mit einem Bohrhammer oder einem Abrisshammer. Welche Geräte dafür geeignet sind, verraten Ihnen unsere Kaufberater. Dazu arbeiten Sie sich an den Seitenwänden entlang. Möchten Sie erst gar nicht mit dem Vorschlaghammer loslegen, können Sie auch von Anfang an mit dem Bohrhammer arbeiten. Für kleine Reste an den Kanten können Sie auch manuell Hammer und Meißel verwenden. Dies ist zwar körperlich anstrengend, ermöglicht aber eine filigranere Arbeit.

Eine andere Möglichkeit für einen effektiven Wanddurchbruch ist es, zunächst mit dem Vorschlaghammer den Putz zu entfernen und dann mit dem Bohrhammer alle 10-15 Zentimeter an einer Linie entlang Löcher in das eigentliche Mauerwerk zu bohren. Im Idealfall müssen Sie der Mauer dann nur noch einen kleinen Schubs geben, damit sie in sich zusammenfällt. Ob diese Methode funktioniert, hängt vor allem davon ab, wie dick die Wand ist, die Sie einreißen möchten.

Schritt 8: Schutt entfernen

Idealerweise stehen Ihnen fleißige Helfer zur Seite, die den Schutt direkt zum Container bringen, sobald Sie neue Mauerbrocken aus der Wand geholt haben. Ist der Wanddurchbruch beendet, sollten Sie auf jeden Fall zunächst den restlichen Schutt entsorgen, sodass Sie wieder Platz im Zimmer haben. Der Container wird dann von der verleihenden Firma abgeholt.

Schritt 9: Sturz einziehen

Der Statiker wird Ihnen bei der Überprüfung der beiden Zimmer sagen, ob es sinnvoll ist, nach dem Wanddurchbruch einen Sturz einzuziehen. Bei einer tragenden Wand ist dies ohnehin Pflicht. Doch auch bei nicht-tragenden Wänden kann ein Sturz sinnvoll sein, um die Schwerkraft der oberen Etage in die seitlichen Wände zu lenken.

Ziehen Sie einen Betonsturz oder einen Holzsturz ein, den Sie mit Schnellzement einbauen. Dieser haftet sehr schnell. Kleiden Sie Fugen mit Mörtel aus. Ganz wichtig: Der Sturz muss 100% waagerecht eingezogen werden, damit er das Gewicht korrekt trägt und weiterleitet. Verwenden Sie eine Wasserwaage!

Schritt 10: Wanddurchbruch verkleiden

Mit dem eigentlichen Wanddurchbruch sind Sie nun fertig. Als letzten Schritt müssen Sie Ihren Wanddurchbruch nun verkleiden oder verputzen.

Ein Tipp: Wenn Sie zwei Zimmer schon aufwendig in ein neues großes Zimmer verwandeln, sollten Sie die Gelegenheit zu einer größeren Renovierung nutzen. Dies ist vor allem sinnvoll, wenn durch den Wanddurchbruch zwei Zimmer zusammenkommen, die unterschiedlich tapeziert sind und in denen unterschiedliche Teppichböden liegen. Schaffen Sie alle Möbel komplett aus den Zimmern, ehe Sie die Wand durchbrechen. Haben Sie den Wanddurchbruch verputzt, können Sie nun auch die alten Tapeten entfernen und den alten Teppichboden. Das passende Material finden Sie in unseren Märkten. Anschließend können Sie einen neuen durchgängigen Teppichboden verlegen und die Wand Ihres „neuen“ Zimmers neu tapezieren oder anstreichen.

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