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Risse in der Wand in wenigen Schritten reparieren

Selbst solide angelegtes Mauerwerk weist irgendwann Risse auf. Verantwortlich sind hierfür Witterungseinflüsse wie etwa starke Hitze oder Frost. Feuchtigkeit kann Schäden durch Schimmel herbeiführen und die Belastungen an Übergängen zwischen Bauteilen wirken sich negativ auf das Mauerwerk aus. Folgen Sie unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung, wenn Sie mit Bindemitteln und Mörteln Löcher in der Wand ausbessern möchten.

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Schritt 1: Wand vorbereiten

Nicht jeder Riss eignet sich sofort für die Ausbesserung. Greifen Sie zu einer Bürste und befreien Sie die betroffene Stelle in der Wand gründlich von Staub und Schmutz. Das ist wichtig, damit der Gips später besser hält und nicht gleich wieder abbröckelt. Wenn Sie möchten, können Sie zu einem feinen Schleifpapier greifen und damit die Innenseiten des Risses ein wenig anrauen. Gehen Sie hierbei behutsam vor, damit Sie den Riss nicht versehentlich weiten. Ein kleiner Tipp: Wenn Sie mit fertigen Fugenfüllprofilen ausbessern möchten, können Sie feine Risse in der Wand etwas in der Breite vergrößern, damit die Profile hineinpassen. Bei der Verwendung von Gips sollte der Riss hingegen so schmal wie möglich sein.

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, behandeln Sie die Wand mit einer Grundierung. Nehmen Sie einen Pinsel zur Hand und verstreichen Sie den Grund auf dem Riss. Das Trocknen dauert etwa eine halbe Stunde. Während dieser Zeit können Sie zum Beispiel den Gips anrühren. Der Haftvermittler sorgt dafür, dass der Gips deutlich besser hält. Bei nicht saugfähigen, mineralischen Untergründen wie etwa Betonwänden verwenden Sie Haftgrund, bei stark saugenden Wänden aus Kalk- oder Zementputz verwenden Sie Tiefgrund.

Schritt 2: Gips anrühren

Für die Ausbesserung der Risse in der Wand benötigen Sie passenden Gips, der in der Regel leicht zu verarbeiten ist. Vor der Verwendung müssen Sie jedoch den Gips korrekt anrühren. Gips finden Sie häufig in schnell trocknenden Mischungen vor, diese eigenen sich am besten für die Verwendung im Innenbereich. Schließlich kommt es hier darauf an, dass Sie auf die Trocknung nicht lange warten möchten, bevor Sie mit der nächsten auszubessernden Stelle fortfahren können. Der Gips für den Innenbereich ist übrigens nicht nur für die Ausbesserung von Rissen geeignet, sondern dient auch der Einbringung von Steckdosen in die Wand und vielen anderen Aufgaben. Es ist daher keine schlechte Idee, immer eine kleine Packung Gipsmischung in der Werkstatt bereitzuhalten.

Nehmen Sie einen geeigneten Behälter und füllen Sie diesen über die Hälfte mit Wasser. Geben Sie dann die Gipsmischung dazu und rühren Sie die Masse um. Bei der Einhaltung der korrekten Mengen richten Sie sich nach den Angaben des Herstellers der Gipsmischung. Warten Sie nun einen Moment und rühren Sie die Mischung dann noch einmal um. Grundsätzlich gilt: Massen wie Gips rührt man immer zu dick an und verdünnt später bei Bedarf. Umgekehrt laufen Sie Gefahr, dass sich Klumpen in der Masse bilden. Nun geht es an die Verarbeitung auf der Wand.

Welche Alternativen es zu Gips als Bindemittel gibt und wie Sie Mörtel anmischen erfahren Sie in unseren entsprechenden Ratgebern.

Schritt 3: Risse verspachteln

Nun beginnt die eigentliche Arbeit, das Auffüllen der Risse in der Wand mit der Gipsmasse. Eines vorweg: Gerade der schnelltrocknende Instant-Gips neigt dazu, nach dem Trocknen an Volumen zu verlieren. Stellen Sie sich gleich darauf ein, dass Sie diesen Arbeitsschritt bei größeren Löchern in der Wand nach einer gewissen Zeit wiederholen müssen. Bei feinen Haarrissen ist das hingegen selten notwendig. Gips eignet sich übrigens deshalb so gut für das Auffüllen von Löchern, weil er später eine glatte Oberfläche aufweist und sich damit zum Beispiel gut streichen lässt. Das ist beim grobkörnigen Zementputz nicht der Fall.

Grundsätzlich gilt, dass Sie bei der Verarbeitung von Gips keine Zeit verlieren sollten. Arbeiten Sie zügig und schließen Sie den Riss in der Wand, bevor der Gips trocken wird. Mit einem kleinen Spachtel geht die Arbeit leicht von der Hand. Arbeiten Sie von unten nach oben. Ziehen Sie überschüssiges Material mit dem Spachtel ab, damit sich eine glatte Oberfläche ergibt. Wichtig ist es, dass Sie so viel Material wie möglich in den Riss drücken. Gehen Sie hier zu zaghaft vor, ergibt sich nach dem Trocknen im schlimmsten Fall eine Delle, weil nicht genug Material vorhanden ist. Spachteln Sie deshalb immer wieder über den Riss mit neuem Gips, so lange, bis das Loch keinen Gips mehr aufnehmen kann.

Schritt 4: Spachtel abschleifen

Ist der Gipsspachtel getrocknet, muss die entstandene Oberfläche nachbehandelt werden. Für diesen Arbeitsschritt benötigen Sie Schleifpapier oder einen Schleifschwamm. Benutzen Sie für diesen Schritt besser kein elektronisches Schleifgerät, da die Oberfläche empfindlich ist und Sie bei zu starkem Schleifen den Riss wieder öffnen könnten. Ein Schleifschwamm ist besonders praktisch: Dieser liegt gut in der Hand und erleichtert damit die Arbeit erheblich.

Achten Sie beim Kauf des Schleifmaterials darauf, dass die Körnung nicht zu grob ist. Schließlich möchten Sie kein Material abtragen, sondern lediglich die Oberfläche verfeinern. Die Oberfläche muss so glatt wie möglich sein, damit später die Farbe besser hält und sich ein harmonisches Gesamtbild ergibt.

Schritt 5: Riss überstreichen

Um die Arbeiten abzuschließen, überstreichen Sie nun die betroffene Stelle auf der Wand. Achten Sie darauf, dass Sie nicht am selben Tag streichen, an dem Sie die Risse geflickt haben. Sie dürfen gerne einen Tag warten, bevor Sie mit dem Streichen beginnen. Die neu gestrichene Wand sieht nicht nur gut aus, sie erfüllt auch eine wichtige Funktion: Das Überstreichen sorgt dafür, dass es die Feuchtigkeit noch schwerer hat, in den Riss in der Wand einzudringen.

Mithilfe unserer Anleitung kann jeder seinen Putz ausbessern und hässliche Löcher in der Wand verschwinden lassen.

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