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Parkett abschleifen und versiegeln – Schritt-für-Schritt-Anleitung für Heimwerker

Parkett aus Echtholz ist dekorativ, pflegeleicht und relativ strapazierfähig. Allerdings nagt selbst an hochwertigem Parkett bei stärkerer Beanspruchung der Zahn der Zeit. So bilden sich auf dem Parkett Laufspuren, die Oberfläche verkratzt oder Flecken lassen sich nicht mehr entfernen. Parkett aus Echtholz können Sie durch Abschleifen und eine anschließende Versiegelung jedoch zu neuem Glanz verhelfen. Mit unserer leicht verständlichen Schritt-für-Schritt-Anleitung ist dies auch für Heimwerker kein Problem.

Welches Parkett kann abgeschliffen werden?

Grundsätzlich kann nur Parkettboden mit einer Laufschicht aus Echtholz abgeschliffen werden. Beim Abschleifen werden ca. 0,5 mm der Laufschicht abgetragen. Daher sollte diese noch eine Stärke von mehreren Millimetern aufweisen. Bei ausreichend dicker Laufschicht können Sie Ihr Parkett mehrfach abschleifen und dadurch immer wieder auffrischen bzw. renovieren. Laminat und parkettähnliche Böden mit Kunststoffoberfläche sind zum Abschleifen nicht geeignet. Fragen Sie im Zweifel beim Hersteller oder Verkäufer Ihres Parketts nach, ob und wie Sie dieses Abschleifen können. Lesen Sie hierzu auch im Parkett Kaufberater nach!

Benötigte Maschinen und das richtige Werkzeug

Zum Schleifen des Parketts benötigen Sie folgende Maschinen bzw. folgendes Werkzeug:

  • Walzenschleifer mit Staubabsaugung und Auffangsack (kann zum Beispiel im Baumarkt ausgeliehen werden)
  • Staubsauger
  • Deltaschleifer für die Ecken
  • Tellerschleifer
  • Schleifmittel/Schleifpapier verschiedener Körnungen (siehe Text unten)
  • Pinsel/Streichrolle
  • Wischmop

Schutzausrüstung nicht vergessen

Beim Abschleifen von Parkett kann gesundheitsschädlicher Staub entstehen. Außerdem sind manche Schleifmaschinen recht laut. Beim Auftragen von Öl, Lack oder Wachs sollten Sie Schutzhandschuhe tragen. Daher ist folgende Schutzausrüstung angebracht:

  • Feinstaub-Atemmaske
  • Schutzbrille
  • Gehörschutz
  • Schutzhandschuhe

Parkett abschleifen und neu versiegeln: So gehen Sie vor

Schritt 1: vorbereitende Arbeiten

Bevor Sie mit dem Abschleifen des Parketts beginnen, sollten Sie Gardinen und Sockelleisten demontieren. Nägel, Schrauben und andere Fremdkörper im Parkett müssen entfernt werden, da diese die Schleifmaschine beschädigen können. Außerdem bilden sich beim Kontakt von zum Beispiel Nägeln und Schleifwalze Funken, welche den Schleifstaub entzünden können. Generell ist Schleifstaub leicht entzündlich. Daher sollte dieser nur in Metallbehältern außerhalb von Innenräumen gelagert werden. Dies gilt auch für gefüllte Staubsäcke. Selbst bei Walzenschleifern mit integrierter Absaugvorrichtung und Auffangsack für den Staub kommt es beim Parkett abschleifen oft zu starker Staubentwicklung. Durch ausreichendes Lüften können Sie die Staubbelastung reduzieren.

Schritt 2: Parkett abschleifen

Um einen zu tiefen Schleifansatz auf dem Parkett zu vermeiden, sollten Sie die Maschine beim Start vorwärts bewegen und die Walze nur langsam absenken. Vermeiden Sie es, mit der Schleifmaschine mit abgesenkter Walze auf einer Stelle am Boden stehen zu bleiben. Dadurch kann diese zu starke Vertiefungen in das Parkett schleifen, welche sich später kaum noch ausbessern lassen. Grundsätzlich wird die Maschine nur geschoben und nicht gezogen. Für schwer zugängliche Stellen unter Heizkörpern, Rohren oder an Ecken verwenden Sie zum Schleifen Delta- und Tellerschleifer mit Schleifpapier der unten angegebenen Körnungen. Um ein möglichst schönes Schleifergebnis zu erzielen, schleifen Sie Ihr Parkett am besten in mehreren Schritten ab:

  • Schritt 2.1, Grobschliff: Für den Grobschliff legen Sie in den Walzenschleifer Schleifmittel mit einer Körnung zwischen 24 und 40 ein. Beim Grobschliff führen Sie den Walzenschleifer diagonal zur Maserung über das Parkett. Mit dem Grobschliff sollten alle alten Lack- und Versiegelungsschichten restlos entfernt werden. Reinigen Sie das Parkett danach mit einem Staubsauger.
  • Schritt 2.2, Mittelschliff: Für den zweiten Schleifgang empfiehlt sich eine Körnung von 60. Die Schleifrichtung richtet sich beim Mittel- bzw. Zwischenschliff nach der Art des Parketts. Stabparkett wird in einem Winkel von 7 bis 15 Grad zur Verlegerichtung geschliffen. Bei Mosaik- und Würfelparkett wird diagonal zum Faserverlauf geschliffen und bei Fischgrätenparkett schleifen Sie diagonal zur Maserung. Bei Parkettböden mit stärkeren Verschleißerscheinungen müssen Sie den Mittelschliff oft mehrfach durchführen. Nach dem Mittelschliff wird der Parkettboden nochmals mit einem Staubsauger gereinigt.
  • Schritt 2.3, Fugen verschließen: Vor dem Feinschliff sollten Sie das Parkett auf Fugen und Risse untersuchen und diese mit Fugenkitt oder Füllmasse für Parkett verschließen. Vor dem Feinschliff muss die Fugenmasse aushärten.
  • Schritt 2.4, Feinschliff: Für den Feinschliff verwenden Sie Schleifmittel mit einer Körnung von 100. Den Feinschliff führen Sie entweder quer oder parallel zur Haupteinfallsrichtung des Lichts aus. Nach dem Feinschliff wird das Parkett zur Vorbereitung der Versiegelung besonders gründlich mit einem Staubsauger und Wischmop gereinigt.

Schritt 3: Parkett neu versiegeln

Das Parkett muss vor der Versiegelung sauber, staubfrei und absolut trocken sein. Zur Versiegelung des Parketts können Sie Öl, Wachs oder Lack verwenden. Achten Sie beim Kauf auf Produkte, die keine Schadstoffe an die Raumluft abgeben. Entsprechende Produkte sind zum Beispiel mit dem „Blauen Engel“ gekennzeichnet. Zudem muss die Versiegelung speziell für Parkett geeignet sein. Die Vorgehensweise bei der Versiegelung unterscheidet sich teilweise von der Art der Versiegelung:

  • Öl: Bei Öl handelt es sich um keine Versiegelung im eigentlichen Sinne, da das Öl im Gegensatz zu Versiegelungen einen offenporigen Schutzfilm auf das Parkett legt. Tragen Sie Öl in mindestens zwei Arbeitsdurchgängen mit einem Lappen auf und lassen Sie das Öl zwischen den Arbeitsdurchgängen einziehen bzw. trocknen. Parkettöle werden in zwei Varianten angeboten: aushärtende und nicht aushärtende Öle. Bei nicht aushärtenden Ölen sollte zusätzlich mit Wachs versiegelt werden. Achtung: Mit Öl oder Wachs getränkte Lappen, Schwämme, Pinsel etc. können sich selbst entzünden. Lassen Sie diese daher nicht unbeaufsichtigt liegen. Wenn Sie durchtränkte Lappen während der Arbeit ablegen, sollte dies immer in ausgebreitetem Zustand erfolgen. Durchnässen Sie Lappen, Schwämme etc. nach Gebrauch zur Sicherheit in einem Eimer komplett mit Wasser und spülen Sie diese gründlich aus. Danach können die zum Auftragen der Versiegelung genutzten Utensilien im Freien getrocknet und über den Hausmüll entsorgt werden.
  • Wachs: Wachs ist eine natürliche Alternative zur Versiegelung mit Parkettlack. Wie Öl lässt Wachs das Parkett atmen. Zum Wachsen können Sie wie beim Ölen einen Lappen verwenden.
  • Lack: Möchten Sie Ihr Parkett mit Lack versiegeln, müssen Sie vor der Versiegelung eine Parkettgrundierung auftragen. Nach dem Trocknen der Grundierung muss diese mit einem Feinschliff angeschliffen werden. Ohne diesen Schliff kann der Lack nicht richtig haften. Nach einer gründlichen Reinigung und dem Abtrocknen des Parketts tragen Sie den Lack mit einem Pinsel oder einer Streichrolle auf.