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Durchlauferhitzer – welcher eignet sich für Ihren Haushalt?

Die Bereitung von Warmwasser benötigt sehr viel Energie und verursacht dadurch relativ hohe Kosten. Besonders Gas-Durchlauferhitzer können bei dezentraler Wasserversorgung von einzelnen Verbrauchsstellen (Dusche, Küche etc.) Energiekosten einsparen. Unser Durchlauferhitzer Ratgeber gibt Ihnen wertvolle Kauftipps.

Wie funktioniert ein Durchlauferhitzer?

Ein Durchlauferhitzer erwärmt Wasser nur, wenn es benötigt wird. Eine Speicherung von warmem Wasser wie beim Boiler findet nicht statt. Entweder erfolgt die Erwärmung des Wassers im Durchlauferhitzer durch Strom oder mit Gas. Bei elektrisch betriebenen Geräten findet die Wärmeübertragung auf das Wasser über einen Rohrheizkörper oder über Blankdrähte statt. Bei Rohrheizkörpern hat das Wasser keinen direkten Kontakt mit den Heizelementen, während das Wasser durch Blankdrähte in direktem Kontakt erwärmt wird. Bei gasbetriebenen Geräten werden mit Lamellen versehene Röhren durch Gasflammen erwärmt. Wasser durchströmt die Röhre und sorgt so für eine indirekte Wärmeübertragung.

Elektronisch oder hydraulisch geregelte Durchlauferhitzer?

Durchlauferhitzer stellen Ihnen warmes Wasser genau dann zur Verfügung, wenn Sie es zum Beispiel zum Duschen benötigen. Für diese „just in time“-Warmwasserbereitung müssen die Geräte die Wasser-Durchflussmenge und die Wasser-Ausgangstemperatur erfassen. Mithilfe dieser Parameter und der gewünschten Wassertemperatur regeln die Durchlauferhitzer die einzusetzende Wärme- bzw. Energiemenge. Diese Regelung kann entweder elektronisch oder hydraulisch erfolgen. Beide Regelmethoden haben ihre spezifischen Vor- und Nachteile:

  • Elektronisch geregelte Durchlauferhitzer ermöglichen eine genaue Vorwahl der gewünschten Wassertemperatur, da die Geräte die Heizleistung sehr schnell und genau über eine elektronische Steuerung regeln können. Der Wirkungsgrad von elektronisch geregelten Durchlauferhitzern liegt bis zu 20 % über dem von hydraulisch betriebenen Geräten. Außerdem ermöglichen Ihnen die Erhitzer eine genauere Einstellung der Wassertemperatur und es treten im Gegensatz zu hydraulisch geregelten Geräten keine Temperaturschwankungen auf. Ein Nachteil von elektronischen Durchlauferhitzern ist ihr relativ hoher Anschaffungspreis.
  • Hydraulisch geregelte Durchlauferhitzer regeln die Heizleistung hydraulisch über die Durchflussmenge und den Druck des Wassers. Deshalb tritt die Heizleistung bei den Geräten oft mit einer kleinen Verzögerung ein und es kann besonders bei Druckunterschieden (hohe, niedrige Wasserentnahme) zu Temperaturschwankungen kommen. Wegen der verzögerten Heizleistung fließt zuerst etwas kaltes Wasser aus dem Erhitzer, was zu einem leicht erhöhten Wasserverbrauch führt. Der Energieverbrauch der Geräte liegt etwa 20 % über dem von elektronisch geregelten Durchlauferhitzern. Dafür sind hydraulische Durchlauferhitzer in der Anschaffung meist günstiger.
Boiler

Einsparpotenzial von Durchlauferhitzern

In einer Gesamtkostenbetrachtung sind gasbetriebene Durchlauferhitzer auf mittlere und lange Sicht kostengünstiger als elektrisch betriebene Geräte. So kann eine vierköpfige Familie auf Sicht von 10 Jahren bei alleiniger Warmwasserbereitung mit einem Gas-Durchlauferhitzer etwa 3.000 Euro gegenüber einem Elektro-Durchlauferhitzer einsparen. Elektrisch betriebene und elektronisch geregelte Durchlauferhitzer sind unter optimalen Einsatzbedingungen (keine langen Warmwasserleitungen, gute Isolierung) sogar kostengünstiger als die zentrale Warmwasserbereitung für alle Verbrauchsstellen mit einer Gas- oder Ölheizung. Im Vergleich zu einer modernen Gasheizung mit Solaranlage und zentraler Wasserversorgung hat ein Gas-Durchlauferhitzer im Durchschnitt keine Kostenvorteile. Diese können jedoch erreicht werden, wenn auch der Durchlauferhitzer mit einer Solaranlage zur Warmwassergewinnung kombiniert wird.

Wichtige Leistungsdaten von Durchlauferhitzern

  • Nennleistung/Leistung: Ein Durchlauferhitzer sollte für seinen jeweiligen Einsatzzweck über eine ausreichend hohe Nennleistung bzw. Leistung verfügen. Geräte mit einer Nennleistung von bis zu 5 kW sind eher für einzelne Verbrauchsstellen wie Waschbecken geeignet. Mit einer Nennleistung von 7 bis 8 kW können Sie auch für eine Dusche ausreichend viel warmes Wasser bereiten. Wenn Sie das Wasser für mehrere Verbrauchsstellen in einem Badezimmer aufbereiten wollen, sollte der Durchlauferhitzer über eine Nennleistung von ca. 20 kW verfügen.

  • Durchfluss: Der Durchfluss gibt an, wie viele Liter erwärmtes Wasser der Durchlauferhitzer pro Minute abgibt. Normalerweise steigt der Durchfluss mit zunehmender Leistung.

  • Temperaturbereich: Der Temperaturbereich (niedrigste/höchste Ausflusstemperatur) sollte zum Beispiel auch für einen Abwasch mit heißem Wasser ausreichend sein. Wählen Sie daher ein Gerät mit einer höchsten Ausflusstemperatur von mindestens 55 °C.

Vor dem Kauf: Sind Drehstrom- oder Gasanschluss vorhanden?

Die Warmwasseraufbereitung mit Strom erfordert eine sehr hohe elektrische Leistung. So haben bereits die kleinsten elektrischen Durchlauferhitzer eine Nennleistung von ca. 3 kW (3.000 Watt). Leistungsfähigere Geräte für Duschen oder das gesamte Badezimmer verfügen über Nennleistungen von bis zu 25 kW. Somit benötigen diese Erhitzer einen Drehstromanschluss, der nicht in allen Haushalten verfügbar ist. Für Gas-Durchlauferhitzer müssen hingegen oft zusätzliche Gasleitungen zum Standort des Durchlauferhitzers gelegt werden. Dies verursacht weitere Kosten.

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